Altstadt

Stadt Rheinberg will ihre historischen Ortskerne schützen

Rheinberg erfüllt nach Meinung der Verwaltung alle Kriterien für eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne

Rheinberg erfüllt nach Meinung der Verwaltung alle Kriterien für eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Rheinberg.  Rheinberg möchte Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne werden. Grüne und FDP stimmen einer Bewerbung zu.

Das städtebauliche Erbe in den Altstädten für künftige Generationen bewahren, die Grundrisse und Baubestände der Ortskerne schützen oder sie pflegen und behutsam erneuern: Das sind die Ziele der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen. Außerdem verfolgt die Arbeitsgemeinschaft die Absicht, Reichtum und Vielfalt an bedeutsamen Stadt- und Ortskernen in NRW regional und überregional bewusst und bekannt zu machen. In genau diese Arbeitsgemeinschaft möchte die Stadt Rheinberg mit ihrer historischen Innenstadt und dem Orsoyer Ortskern aufgenommen werden.

Auslöser war der Versuch, durch eine Beschilderung an der A 57 auf den historischen Ortskern aufmerksam zu machen. Ein entsprechender Antrag der Stadt ist jedoch von der Bezirksregierung Düsseldorf abgelehnt worden, weil hierfür die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft erforderlich sei, heißt es von der Verwaltung.

Arbeitsgemeinschaft: 59 Kommunen sind bereits Mitglied

Die Arbeitsgemeinschaft besteht seit den 1980er Jahren. Derzeit engagieren sich dort 59 Kommunen auf Basis der selbst auferlegten Verpflichtung, ihr kulturelles Erbe sorgsam zu erhalten. Nach einer ersten Prüfung erfüllen nach Auffassung der Verwaltung beide historische Ortskerne – Rheinberg und Orsoy –die genannten Kriterien für eine Mitgliedschaft. Diese umfassen unter anderem die Ablesbarkeit des historischen Grundrisses, die Geschlossenheit des Ortsbildes aus überwiegend historischer Bebauung sowie auch die Eignung für eine überregionale Präsentation.

Die historischen Ortskerne Rheinberg und Orsoy sind seit den 1980er Jahren durch Denkmalbereichssatzungen geschützt und dementsprechend behutsam entwickelt. An beiden Denkmalbereichen lässt sich der mittelalterliche Stadtgrundriss deutlich ablesen. Sie sind geprägt durch die Erfahrbarkeit der ehemaligen Festungsanlagen. „Wir bewerben uns gleich mit zwei Ortskernen. Es gibt nur eine weitere Stadt, die das hat“, betonte der Technische Beigeordnete, Dieter Paus zuversichtlich.

Mitgliedschaft kostet 1600 Euro im Jahr

Neben dem touristischen Hinweis an Bundesautobahnen, profitiere die Stadt auch durch die Möglichkeit zum interkommunalen Austausch. Unter Begleitung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW versammeln sich in der Arbeitsgemeinschaft Kommunen, die ähnliche strukturelle Voraussetzungen mitbringen. Besonders für Leerstände und veränderte Ansprüche beim Wohnen, hervorgerufen durch den Strukturwandel im Einzelhandel und dem demografischen Wandel, wird gemeinschaftlich nach Lösungsansätzen gesucht.

Die Mitgliedschaft in dieser Arbeitsgemeinschaft kostet im Jahr 1600 Euro. Der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dem Rat zu empfehlen, eine Bewerbung zu veranlassen. Zuspruch gab es dafür unter anderem von den Grünen. „Wir sind sehr dafür, dieser Gemeinschaft beizutreten“, erklärte Ralf Winstroth. Die FDP schloss sich an: „Wenige Städte am Niederrhein sind kein Mitglied. Es wird längst Zeit“, sagte Rainer Mull.

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