Politik

Streit um neues Logo der Stadtverwaltung Rheinberg

Das kritisierte neue Logo der Stadtverwaltung

Das kritisierte neue Logo der Stadtverwaltung

Foto: Abbildungsquelle: Stadt Rheinberg

Rheinberg.   Bürgermeister Tatzel wurde im Hauptausschuss scharf kritisiert, weil er die Politik nicht eingebunden hatte, sondern den Auftrag einfach vergab.

Dass 27 Buchstaben plus ein stilisiertes Herz und ein in einem Buchstaben angedeuteter Fluss derart viel und heftige Resonanz hervorrufen können, erlebt man auch nicht alle Tage. Aber in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ging es hoch her beim Tagesordnungspunkt „Logo der Stadt Rheinberg“.

Bürgermeister Frank Tatzel hatte ein neues Logo zur Verwendung durch die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben, aber die Politik nicht mit einbezogen. Das gefiel den Grünen nicht, der SPD noch viel weniger. Deren Ratsherr Hans-Jürgen Scherhag wurde grundsätzlich: Es sei irrig, so etwas als Geschäft der laufenden Verwaltung anzusehen, wie es die Verwaltung in ihrer Vorlage darstelle. Solche Geschäfte seien beispielsweise der Einkauf von Büroartikeln oder das Aufstellen von Verkehrsschildern. Deswegen stellte er für die SPD den Antrag, die Entscheidung „ruhend zu stellen. Ein Rechtsgutachter, den die Politik bestelle, soll untersuchen“, ob die Verwaltung korrekt gehandelt habe.

Auch der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Bartsch (die Grünen hatten mit einem Antrag diesen Punkt auf die Tagesordnung gebracht) bestritt, dass es ein Geschäft der laufenden Verwaltung sei. „2007 gab es einen Beschluss über das Logo. Damit hat der Rat dokumentiert, dass wir darüber entscheiden!“ Auch die CDU, so Fraktionschef Erich Weisser, wäre „gerne eingebunden gewesen“. Die FDP wiederum fand das Vorgehen der Verwaltung minder schlimm.

Eine Entscheidung wurde in der Sitzung nicht getroffen. Im Rat soll erneut diskutiert werden.

Im Gespräch mit der NRZ ruderte Tatzel zurück. Aus „marketingtechnischen Gründen“ sei es nicht ungewöhnlich, solche Logos von Zeit zu Zeit zu erneuern. Man sei der Meinung gewesen, die Verwaltung könne das selbst entscheiden. Aber man wolle keine Lösung durchdrücken. „Ich habe verstanden, dass unser Vorgehen nicht gut angekommen ist. Wir wollen den Streit nicht eskalieren lassen. Für ein Logo setzen wir die gute Zusammenarbeit mit dem Rat nicht aufs Spiel!“

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