Versorgung

Strom in Rheinberg und Umgebung fließt bald unter der Erde

So könnten die neuen Stromtrassen verlaufen.

So könnten die neuen Stromtrassen verlaufen.

Rheinberg/Alpen/Xanten/Sonsbeck.   Stromnetzbetreiber Amprion hat Korridore für die Leitung „A Nord“ vorgestellt. Sie könnten unter Rheinberg, Alpen, Xanten oder Sonsbeck liegen.

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So ökologisch er auch sein mag: Selbst Strom, der mit Offshore-Windkraftanlage weit vor der Küste in der Nordsee erzeugt wird, muss beim Verbraucher ankommen, um vor Ort eingesetzt werden zu können. Damit er genutzt werden kann, bereitet die Firma Amprion, ein Betreiber von Stromübertragungsnetzen, den Bau der „A Nord“ genannten Trasse vor.

Gestern wurde der sogenannte Vorzugskorridor präsentiert – der Raum, in dem Amprion am liebsten die Erdkabel zwischen Emden (dort kommt der Windstrom aus der Nordsee an) und Meerbusch-Osterath (dort steht der Konverter, der die als Gleichstrom transportierte Energie in den Wechselstrom umwandelt, der beim Endverbraucher genutzt wird) verlegen möchte. Dieser Korridor verläuft nördlich von Xanten-Marienbaum, knickt dann nach Süden ab. Sonsbeck wird auf der westlichen Seite des Gemeindegebiets passiert. Danach verläuft die Trasse über Geldern und Kerken in Richtung Osterath. Eine Alternativtrasse verläuft aus Richtung Voerde kommend unter dem Rhein hindurch, dann zwischen Alpen und Rheinberg-Millingen an Rheinberg-Alpsray vorbei weiter nach Kamp-Lintfort.

Amprion hat beim Festlegen der Trasse darauf geachtet, dass nicht nur Belange des Natur- und Landschaftsschutzes berücksichtigt werden, sondern auch möglichst wenig in die Interessen der betroffenen Kommunen und der in ihnen lebenden Menschen eingegriffen wird. Dennoch wird es Tiefbauarbeiten geben: „Es ist gesetzlich festgelegt, dass Erdkabel Vorrang haben“, sagte Klaus Wewering, Projektleiter für A Nord, bei der Präsentation.

Die Erdkabel werden in einer Tiefe von zwei Metern verlegt. Unter voller Last werden sie bis zu 40 Grad warm. Wewering: „An der Oberfläche kommt eine Erwärmung von ein bis zwei Grad an. Wenn die Sonne aufgeht, gibt es eine stärkere Erwärmung“, zog der Projektleiter einen Vergleich.

Der sogenannte Schutzstreifen für die Kabel – die insgesamt sechs Kabel werden in zwei Dreier-Gruppen mit einer Breite von etwa eineinhalb bis zweieinhalb Metern zusammengefasst – umfasst 24 Meter Breite, weil rechts und links der Kabel noch Böschungen hinzukommen. Wewering versprach eine möglichst schonende Bodenbearbeitung. „Der aufgenommene Boden wird in umgekehrter Reihenfolge wieder aufgetragen, damit das Wachstum von Pflanzen nicht gestört wird.“ Das sehe das Bodenschutzkonzept vor.

Welche Trasse letzten Endes zum Tragen kommt, wird erst im kommenden Jahr entschieden. Amprion reicht im März 2018 neben dem Vorzugskorridor noch eine aus Sicht des Unternehmens zweitbeste Route und Alternativen dazu bei der Bundesnetzagentur ein. Zu den Stromkabelverläufen können sich neben den Trägern öffentlicher Belange (zum Beispiel Kommunen) auch Privatpersonen äußern. Anschließend untersucht Amprion die von der Bundesnetzagentur genannten Trassen. Erst dann kommt es zu einem Feststellungsverfahren über die endgültige Trasse. 2022/23 soll mit dem Bau begonnen werden, der Betriebsbeginn ist für 2025 geplant. Kosten: insgesamt etwa zwei Milliarden Euro.

Wer sich über die Trassen informieren möchte, kann das am Donnerstag, 15. Februar. Dann ist Amprion mit einem Informationsmobil vor Ort – in Xanten am Marktplatz zwischen 10 und 12 Uhr, In Rheinberg von 14 bis 16 Uhr am Stadthaus, Kirchplatz 10.

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