Müll

Studentinnen zeigen in Xanten die Urlaubsparadies-Realität

Lena Lengner (links) und Mara Heemskerk mit ihrem Bildband in der Ausstellung im Dreigiebelhaus.

Lena Lengner (links) und Mara Heemskerk mit ihrem Bildband in der Ausstellung im Dreigiebelhaus.

Foto: arfi

Xanten.  Die Studentinnen Maria Heemskerk und Lena Lengner zeigen in einer Ausstellung im Dreigiebelhaus Bilder zwischen Palmen und Müll in Indonesien.

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Sie nennen es ihr Herzensprojekt, wollen damit auf ein Problem aufmerksam machen, mit dem die Menschen in einem vermeintlich paradiesischen Urlaubsland tagtäglich konfrontiert werden, mit dem sie leben müssen: mit verdreckten Flüssen, brennenden Müllbergen, Stränden voller Plastikmüll. Maria Heemskerk aus Moers und Lena Lengner aus Essen studieren im siebten Semester Kommunikationsdesign an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort und stellen gerade ihre Bachelorarbeit fertig.

Vor Monaten haben sie sich entschlossen, gemeinsam dieses Projekt zu starten. Zwei Wochen waren sie im November in Indonesien, haben Menschen kennengelernt, die sehr offen und herzlich waren, respektvoll miteinander und den beiden Deutschen umgingen.

„Wir hatten immer eine Schar von Kindern hinter uns, wenn wir mit unseren Kameras durch die Slums gelaufen sind“, so Lena Lengner. Über 12.000 Fotos haben sie gemacht, Videos gedreht, Interviews geführt. Das Ergebnis haben sie in einem dicken Bildband festgehalten, dem sie den Titel „Paradise People – Das Leben zwischen Palmen und Müllbergen“ gegeben haben.

Mit Fotos und Zitaten aus ihren Interviews zeigen sie darin das Leben, den Alltag und den Müll, mit der die Einheimischen in Indonesien täglich konfrontiert werden. Das Buch ist ihre Bachelorarbeit, „on top“ können sie jetzt noch dank des Vereins für Stadtkultur eine Auswahl ihrer Fotografien in der Galerie im Dreigiebelhaus am Dom ausstellen. 42 großformatige und farbenfrohe Fotografien haben sie dafür ausgesucht. Hauptsächlich waren die beiden Studentinnen mit ihren Spiegelreflexkameras in der Hauptstadt Jakarta unterwegs, stundenlang, jeden Tag. „Wir hatten einen ziemlich straffen Zeitplan, weil wir die Bachelorarbeit schon angemeldet hatten“, sagt Lengner.

Drei Monate haben Studierende Zeit für ihre Bachelorarbeit, die ersten zwei Wochen waren die beiden mit der Planung beschäftigt, dann zwei Wochen in Indonesien unterwegs. Danach haben sie jeden Tag an dem Buch gearbeitet, manchmal bis spät in die Nacht die Fotos gesichtet, die Bilder ausgewählt, die sie in dem Buch veröffentlichen wollten.

„Das war ehrlich gesagt die schwierigste Aufgabe“, sagt Mara Heemskerk. Ende März präsentieren die Studentinnen vor allen Professoren des Fachbereichs Design ihre Bachelor-Arbeit, haben dafür 20 Minuten Zeit. Warum sie sich ausgerechnet Indonesien ausgeguckt haben, um auf die Themen Nachhaltigkeit und Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen? „Das Land ist beliebtes Reiseziel – und versinkt im Müll. Touristen reisen in ein vermeintliches Paradies, um die Schönheit des größten Inselstaates der Welt zu erleben und an weißen Sandstränden zu liegen, zwischen Palmen und grünen Landschaften“, erzählen die beiden.

Die Realität sehe aber anders aus: An den Küsten von Indonesien werde sehr viel Plastikmüll angeschwemmt; „nach China ist das Land der größte Verschmutzer der Weltmeere“, begründet Lengner die Wahl. Von der Regierung gebe es keine klaren Anweisungen, wie mit dem Müll umzugehen ist.

„Oft wird der direkt vor dem Haus verbrannt oder landet in Flüssen und verseucht damit das Grundwasser“.

Die Ausstellung „Paradise People – Leben zwischen Palmen und Müllbergen“ wird morgen, 11 bis 13 Uhr in der Galerie im Dreigiebelhaus am Dom eröffnet. Professor Christoph Zielke, der „Bachelor-Vater“ von Lena Lengner und Maria Heemskerk, führt in die Ausstellung ein, die bis zum 23. März zu sehen ist.

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