Jazz-Konzert

„Superjazz“ spielt in Alpen die Wolken weg

Clive Fenton betörte das Publikum am der Tuba.

Clive Fenton betörte das Publikum am der Tuba.

Foto: arfI

Die Düsseldorfer Formation sorgte beim Jazzfrühschoppen des Musik- und Literaturkreises Alpen für Stimmung. Rund 100 Jazzfreunde hörten zu.

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Alpen Bei schlechtem Wetter, so der Plan des Alpener Musik- und Literaturkreises, sollte der traditionelle Jazzfrühschoppen unter das Dach ziehen und im Foyer des Rathauses stattfinden. Für die Düsseldorfer Formation „Superjazz“ war der leichte Nieselregen zu Beginn jedoch noch lange kein Grund, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. „Wir spielen die Wolken gleich weg“, versprach der musikalische Leiter Gary Jarmin den rund 50 Gästen im Lesegarten hinter dem Rathaus. Er sollte Wort halten.

Mit den ersten wunderschönen Liebesliedern aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts sollte das jedoch auf Anhieb noch nicht so richtig funktionieren. Also griff Gary Jarmin tief in die musikalische Trickkiste und zog den Samba do Brasil hervor. Das zeigte Wirkung: Gleich mit den ersten Takten vom Sound der Copacabana zeigte sich die Sonne. Und nach dem kurz darauf folgenden Titel „Schönes Wetter heute, lauter nette Leute“ war der Himmel über Alpen fast wolkenlos.

Von Armstrong bis Westernhagen

Inzwischen ließen sich bereits mehr als 100 Besucher vom fröhlichen Swing des Quartetts anstecken. Ohne es zu wissen, bestimmten sie mit ihren Reaktionen die Liederauswahl von Superjazz. „Ich sehe mir das Publikum an und entscheide dann kurzfristig, welchen Titel wir als nächsten spielen“, erklärte Jarmin im Vorfeld des Konzertes. Keine leichte Herangehensweise, schließlich befinden sich im Repertoire der Jazzformation einige Hundert Titel von Louis Armstrong über Frank Sinatra bis hin zu Hits von Marius Müller-Westernhagen. „Die haben wir alle im Kopf, Noten brauchen wir keine“, versicherte Sänger und „Banjoman“ Wolfgang Kannen.

Durch den zeitgleich stattfindenden Niederrheinischen Radwandertag unter dem Motto „Kultur in der Natur“ ließen sich immer mehr Menschen von der Gute-Laune-Musik im Lesegarten anstecken. Die Kombi von Radfahren und Jazzmusik funktionierte reibungslos. Soli von Clive Fenton an der Tuba, Gary Jarmin am Saxophon oder Wolfgang Kannen am Banjo wurden immer wieder mit herzlichem Zwischenapplaus bedacht. Die Stimmung war derart gut, da hielt es auch die Band nicht mehr auf ihren Plätzen.

Zum Vergnügen der zahlreichen Besucher gingen die Musiker mit ihren Instrumenten durch die Reihen und steckten jeden an. „Wir spielen eigentlich Dixieland, haben aber sehr viel Spaß am Improvisieren“, so Wolfgang Kannen. Der Spaß übertrug sich schnell aufs Publikum, vor allem, als die Zuhörer von dem Quartett zum Mitsingen aufgefordert wurden. Und so verwandelte sich der Lesegarten bei den immergrünen Comedian Harmonists-Titeln „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ in einen Mitsinggarten.

Fazit: Mit ganz viel Spielfreude und Engagement sowie fröhlichen Titeln und einer humorvollen Moderation hat „Superjazz“ sein Publikum von Beginn an begeistert und sich somit eindeutig für eine Einladung im kommenden Jahr empfohlen.

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