Arbeitsmarkt

Tobias Mengels hat in Xanten dank des Jobcenters eine Arbeit

Günter Holzum (stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Wesel), Ralf Berensmeier (Kreisdirektor), Stefanie Albert (Bereichsleiterin Jobcenter Kreis Wesel), Astrid Gerdes (Gamerschlagshof) und Damian Janik, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wesel (v.l.) schauen zu, wie Tobias Mengels (vorne) die Tiere füttert.

Günter Holzum (stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Wesel), Ralf Berensmeier (Kreisdirektor), Stefanie Albert (Bereichsleiterin Jobcenter Kreis Wesel), Astrid Gerdes (Gamerschlagshof) und Damian Janik, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wesel (v.l.) schauen zu, wie Tobias Mengels (vorne) die Tiere füttert.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.  Tobias Mengels aus Sonsbeck war lange arbeitslos. Die Besitzerin des Gamerschlagshofes stellte ihn im Rahmen des Teilhabechancengesetzes ein.

Zehn Minuten fährt Tobias Mengels jeden Tag mit dem Bus von Sonsbeck nach Xanten. Von der Bushaltestelle sind es noch einmal gut 20 Minuten Fußmarsch, bis der 27-Jährige den Gamerschlagshof erreicht. Mengels hat damit kein Problem, er nimmt den Weg gerne auf sich.

Jeden Morgen muss er um 8 Uhr auf dem Hof erscheinen. Um 16.30 Uhr endet sein Arbeitstag. Ein ungewohnter Ablauf, denn der Job als landwirtschaftlicher Helfer auf dem Bauernhof ist die erste richtige Beschäftigung, der Mengels nachgeht. Zu verdanken hat er das Astrid Gerdes, der Besitzerin des Gamerschlagshofes in Xanten. Sie ist ganz zufällig auf das Projekt des Jobcenters gestoßen. Im Januar besuchte sie ein Unternehmerfrühstück. Beim Vortrag der Agentur für Arbeit ist sie hellhörig geworden. Das Teilhabechancengesetz überzeugte sie. Das Gesetz schafft mit zwei neuen Fördermöglichkeiten neue Chancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Unter anderem können Menschen profitieren, die über 25 Jahre alt sind und für mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben.

Stelle wird maximal über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert

Unternehmen, die unter diesen Voraussetzungen Personen einstellen, erhalten die Lohnkosten in den ersten beiden Jahren zu 100 Prozent vom Jobcenter erstattet. Danach verringert sich der Zuschuss in jedem weiteren Jahr um 10 Prozent. Gefördert wird die Stelle über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren. „Das ist eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Arbeitslosen haben nach langer Zeit ohne Job Schwierigkeiten, in den normalen Arbeitsmarkt zu kommen“, erklärt Damian Janik, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wesel. „Das Teilhabechancengesetz bietet eine niederschwellige Einstiegsqualifikation und eine direkte Integration in den Arbeitsmarkt.“

Nachdem Mengels die Schule mit einem Sonderschulabschluss abgeschlossen hat, schrieb er Bewerbungen. 20 Stück im Monat, doch eine Arbeitsstelle sprang dabei nicht heraus. „Ich wäre gerne Kfz-Mechatroniker geworden, aber dafür braucht man mindestens einen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.“ An der Volkshochschule holte er seinen Hauptschulabschluss nach, mit dem Job hat es aber immer noch nicht so richtig geklappt. Mengels war langzeitarbeitslos, absolvierte Maßnahmen des Jobcenters. Anfang Juni fing er schließlich an, auf dem Bauernhof zu arbeiten. Er war der dritte Bewerber und überzeugte Gerdes sofort. „Er ist ein netter, engagierter Kerl, der bisher auch wunderbar im Team arbeitet.“ So viel Lob von der Chefin – und das schon nach etwas mehr als einem Monat. Mengels repariert Zäune, fegt Schotter auf der Straße ein und musste schon die Rinderherde auf eine andere Weide treiben. „Es wird nie langweilig auf dem Hof“, sagt der 27-Jährige. Auch das Ausmisten der Ställe und das Füttern der Tiere stört ihn nicht.

Sonsbecker spart das erste Monatsgehalt

Der Sonsbecker wirkt glücklich, strahlt, wenn er von seiner Arbeit erzählt. Ganz leicht war der Start aber nicht, gibt er zu. Besonders das Aufstehen und in einen regelmäßigen Rhythmus zu finden, sei etwas schwierig gewesen. Das habe sich mittlerweile eingespielt. Die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit gefalle ihm besonders. Das erste Monatsgehalt spart er erst einmal.

Nach Ablauf der fünf Jahre erhält Tobias Mengels auch ein Arbeitszeugnis. „Ich kann mir vorstellen, dass das eine längere Geschichte zwischen uns wird, auch nach Ablauf der geförderten Zeit“, sagt Astrid Gerdes zuversichtlich.

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