Trendsport

Trendsportart erobert Alpen

Beim Ultimate Frisbee braucht man eine Menge Übersicht und Mitspieler, die sich viel bewegen und freilaufen.

Beim Ultimate Frisbee braucht man eine Menge Übersicht und Mitspieler, die sich viel bewegen und freilaufen.

Foto: NRZ

Alpen-Bönninghardt.   Ultimate Frisbee wird in Deutschland immer beliebter. Seit Anfang des Jahres hat der SV Bönninghardt sogar ein eigenes Team: Die Black Flies.

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Stadtparks und Frisbees – das gehört irgendwie zusammen. Oft sieht man in Parks Menschen, die sich eine der runden Scheiben hin- und herwerfen und dabei Geschick und Sportlichkeit unter Beweis stellen. Ganz so einfach zu werfen sind die Kunststoff-Teller nämlich keinesfalls, dazu bedarf es einiger Übung. Längst ist die Frisbee nicht mehr nur ein Spielgerät für gemütliche Stunden im Park, denn seit einigen Jahren schwappt über den Nordatlantik eine neue Trendsportart nach Deutschland, die auf den Namen Ultimate Frisbee oder einfach nur Ultimate hört. Ultimate – das klingt nach einer spektakulären und wilden Sportart. Und tatsächlich: Wer sich bei Youtube einmal über den Sport informieren möchte, findet sofort einige spektakuläre Videos, in denen dutzende Meter weit geworfene Frisbees nach einem Sprint doch noch gefangen werden. Aber wie funktioniert diese ultimative Sportart eigentlich?

„Ultimate vereint das Beste von allen Sportarten. Die Körperlosigkeit vom Basketball, die Taktik und den Spielfeldaufbau vom American Football, das Flügelspiel und die Laufwege vom Fußball und die Hand-Auge-Koordination vom Handball und Volleyball. Jeder kann es spielen und jeder bringt eine Stärke mit“ erklärt Nils Schepers aus Issum. Zusammen mit knapp zwanzig anderen Frisbee-Begeisterten spielt er seit einiger Zeit beim BSV Bönninghardt.

Zwei Mannschaften à 7 Spieler

Beim Ultimate Frisbee treten zwei Mannschaften à sieben Spieler gegeneinander an. Angelehnt ist der Sport an American Football und das hängt nicht nur mit den für Staunen sorgenden Würfen zusammen, denn gespielt wird auf zwei Endzonen, die an beiden Enden des Spielfeldes markiert sind. Wenn eine Mannschaft die Frisbee in der gegnerischen Endzone fängt, erhält sie lediglich einen Punkt – beim Football sind es sechs Punkte. Ein Spiel ist beendet, wenn es eines der beiden Teams schafft, 15 Punkten zu erreichen.

Anders als beim Football kommt der Sport jedoch ganz ohne Körperkontakt aus. Das ist auch der Grund, warum Männer und Frauen zusammen spielen. Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, mit der Frisbee zu laufen. Dadurch wird das Spiel nicht langsamer oder langweilig, denn durch das ständige Passen der Frisbee kommt viel Bewegung in die Duelle, die ganz ohne Schiedsrichter gespielt werden.

Eine von Schepers Mitspielerinnen ist Maren Bald aus Geldern. Die Studentin ist von der Vielseitigkeit des Spiels begeistert: „Beim Ultimate geht es um Teamgeist, Fairness und positive Einstellung. Es ist konditionell fordernd und erweist etwas Geschick mit der Scheibe. Mit Übung kann man sich aber schnell verbessern.“ Angefangen hat ihre Leidenschaft vor einigen Jahren durch einfaches Frisbeewerfen mit Freunden. „Wir trafen uns regelmäßig am Alpener Basketballplatz und haben nach und nach immer mehr neue, besondere Würfe ausprobiert und geübt. Das war vor circa vier Jahren. Irgendwann kam mal ein Bekannter vorbei, um mitzumachen. Der erzählte uns, dass es in Kapellen/Sonsbeck auch Leute gibt, die frisbeebegeistert sind und sogar „richtig“ spielen, also Ultimate Frisbee als Mannschaftssportart betreiben. Er hat uns dann eingeladen, auch mal vorbeizukommen und mit zu machen.“ Der Rest entwickelte sich schnell.

2015 spielte die Gruppe das erste Mal als Zusammenschluss mit einem Duisburger Team. Zusammen nahm man an der Hin- und Rückrunde der Ruhrliga teil. Doch für die Niederrheiner sollte es mehr sein und so meldete man Anfang dieses Jahres eine Mannschaft beim BSV Bönninghardt an. Auf dessen Gelände fand vor kurzem dann auch die alljährliche Ultimate Frisbee Ruhrliga statt. Der Ausrichter war erstmals Schepers’ und Balds Team: Die „Black Flies“. Gewinner war am Ende ein Team aus Essen, die Black Flies wurden Vierter von acht.

Eine eigene Mannschaft

Für Maren Bald war das Turnier jedoch erst der Anfang: „Wir haben alle Altersklassen bei uns und erhoffen uns, irgendwann vielleicht eine Jugendmannschaft und eine erste Mannschaft aufstellen zu können.“ Der Weg dahin erscheint noch weit, aber immerhin hat man jetzt seit einiger Zeit einen Trainer, der sich Übungen für das Training einfallen lässt. Dazu bringen ehemalige Footballspieler weitere Ideen mit ein. Zusammen trainieren sie verschiedene Wurftechniken wie beispielsweise den Upsidedown-Wurf, der seitlich über dem Kopf abgeworfen wird, um gegnerische Spieler zu überwerfen. „Es gibt tendenziell die Handler und die Läufer. Gute Werfer verteilen eher die Scheibe zu Beginn des Spielzugs und im Mittelfeld, schnelle große Leute werden eher nach vorne geschickt, um einen Punkt zu fangen. Wer mal vorbeischauen möchte, kann sonntags zwischen 13 und 14 Uhr zum Trimm-Dich-Pfad kommen und mitspielen.

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