Mobilität

Ungeteilte Freude in der Region über Carsharing

Bürgermeister Heiko Schmidt (links) und Stefan Janßen vom Ford-Autohaus Janßenfreuen sich über die gute Resonanz beim Carsharing.

Foto: Veit Ellerbrock

Bürgermeister Heiko Schmidt (links) und Stefan Janßen vom Ford-Autohaus Janßenfreuen sich über die gute Resonanz beim Carsharing. Foto: Veit Ellerbrock

Rheinberg/Alpen/Xanten/Sonsbeck.   Carsharing funktioniert auch in Alpen und Sonsbeck: Betreiber Stefan Janßen ist mit der Nutzung zufrieden. Rheinberg soll bald folgen.

Freischalten, einsteigen, losfahren und zum Schluss bezahlen: Mobil sein geht auch ohne eigenes Auto. Nach dem beschriebenen Konzept funktioniert kurzgefasst das Carsharing. In Alpen und Sonsbeck wird diese Alternative zum eigenen Pkw bereits angeboten – und genutzt, sagt Stefan Janßen, Inhaber des gleichnamigen Autohauses und zuständig für den Betrieb der Carsharing-Stationen in Alpen, Sonsbeck und auch in Kevelaer.

Zwei- bis dreimal pro Woche

Beispielsweise für Kurzstrecken, zum Einkaufen oder den Arztbesuch, kann sich ein Auto ausgeliehen werden. Aber genauso auch für mehrere hundert Kilometer. Sonsbeck ist die jüngste Kommune, in der Janßen ein Auto, einen Ford Fiesta, parat gestellt hat, aber auch die, in der das Angebot mittlerweile am häufigsten genutzt wird. Alpen ist seit November 2015 ebenfalls mit solch einem Ford ausgestattet.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Die Autos werden mehr genutzt als anfangs erwartet“, sagte Janßen. Zwei bis drei Mal pro Woche werde das Auto jeweils in den beiden Kommunen gebucht. Vor wenigen Jahren zählten Autos zu wahren Statussymbolen. Und da sieht Janßen das kleine Problem. „In Zeiten des Individualverkehrs, wo jeder ein Auto hat, ist es schwierig, die Leute zu animieren, auf Carsharing umzusteigen“, erklärte er. Daher wolle er die Menschen erreichen, die kein Auto besitzen.

Eine gezielte Altersgruppe, die das Angebot nutzt, kann Janßen nicht festlegen. „Es ist eine bunte Mischung. Und ab 18 Jahren darf man dabei sein.“ Um dabei sein zu können, muss man sich auf der Internetplattform des Ford-Carsharings anmelden und eine Jahresgebühr zahlen. Danach kann man bundesweit ein Auto auf Zeit mieten. Berechnet und bezahlt wird der Stunden- und Kilometerpreis. Eine Stunde kostet fünf Euro, für den Kilometer werden 19 Cent fällig. Janßen hat das anders geregelt. Bei ihm gelten Sondertarife von 2,30 Euro die Stunde.

In Rheinberg hingegen, fährt noch kein eigenes Carsharing-Fahrzeug rum. „Das wird sich aber bald ändern, die Stadt und die Niag arbeiten an konkreten Plänen“, sagte Rheinbergs Klimaschutzmanagerin, Nicole Weber F. Santos. Am Bahnhof soll ein Stellplatz für ein Carsharing-Auto eingerichtet werden. Die Klimaschutzmanagerin wartet selbst gespannt auf das Angebot, denn sie hat gar kein eigenes Auto mehr. „Für die Strecken die ich fahre, kann ich mir auch einen Pkw mieten“, sagte sie. Zwei bis drei Fahrten pro Woche sind wahrlich noch nicht die Masse, jedoch sei in Zukunft von einem höheren Selbstverständnis des Carsharings auszugehen. „Jetzt ist es noch sehr visionär, von einer Entlastung zu sprechen. Aber weit ist es auch nicht mehr weg, in Großstädten sind die Nutzungen schon viel alltäglicher. Unser Ziel sollte eine gute Ergänzung hier im ländlichen Raum zum öffentlichen Personennahverkehr darstellen“, sagte Janßen.

Die Stadt Xanten setzt beim Carsharing auf Elektro-Autos, betrieben vom Energieversorger Innogy. Es gibt vier E-Autos im Stadtgebiet: Der Renault Zoe kann von den Bürgern rund um die Uhr genutzt werden, die drei Nissan jeweils nach Dienstschluss der Verwaltung um 16 Uhr. „Wir haben im vergangenen Monat unseren 20. Kunden in Xanten begrüßt“, freut sich Julika Gang, Innogy-Sprecherin, über die gute Resonanz. „Und im ersten Halbjahr 2017 haben die Nutzer insgesamt 16 000 Kilometer zurückgelegt. Auch das kann sich sehen lassen“ – zumal die Xantener dann auch noch etwas für ihre Umwelt tun...

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