Alleenradweg

Unterwegs auf der alten Bahntrasse

Heiko Schmidt (v.r.) und Sabine van der List (v.l.), Geschäftsführerin der Tourist Information Xanten, führten die Sonsbecker Delegation an, die gestern die Einweihung des dritten Bauabschnittes des Alleenradwegs „Boxteler Bahn“ feierte.

Foto: Foto: arfi

Heiko Schmidt (v.r.) und Sabine van der List (v.l.), Geschäftsführerin der Tourist Information Xanten, führten die Sonsbecker Delegation an, die gestern die Einweihung des dritten Bauabschnittes des Alleenradwegs „Boxteler Bahn“ feierte. Foto: Foto: arfi

Sechs Jahre hat es gedauert, gestern wurde der dritte Abschnitt des Alleenradwegs „Boxteler Bahn“ in Sonsbeck-Labbeck nun eingeweiht.

Sonsbeck. Manchmal scheint es so, als sei die Zeit stehen geblieben. Denn als im Jahr 1870 die „Noord Brabantsch Duitsche Spoorweg Maatschappij“ (Nordbrabantisch-Deutsche Spurweg-Gesellschaft) beschloss, die Bahnlinie „Boxteler Bahn“ von Goch bis Büderich zu verlängern und den Grundstein dazu legte, dauerte es nur acht Jahre, um die Bahntrasse schließlich in Betrieb zu nehmen. Für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung.

1100 Meter langes Teilstück

Beachtlich ist auch der Zeitraum, der nun benötigt wurde, um auf einem 1100 Meter langen Teilstück eben dieser inzwischen stillgelegten Bahntrasse einen Radweg zu errichten. Ganze sechs Jahre dauerte es vom Beschluss im Mai 2012 bis gestern, um den dritten Bauabschnitt des Alleenradwegs „Boxteler Bahn“ fertigzustellen und freizugeben. Gestern wurde das Teilstück in Sonsbeck-Labbeck zwischen Marienbaumer Straße und Reichswaldstraße nun eingeweiht.

Bürgermeister Heiko Schmidt war eigens selbst mit dem Fahrrad gekommen, um die neue Trasse zu begutachten. Mit ihm hatten Mitarbeiter der Verwaltung, Ratsmitglieder, Pfarrer Günter Hoebertz sowie weitere Sonsbecker Bürger die Drahtesel gesattelt.

Hoebertz nahm zudem eine kurze Segnung vor. Er verband die Einweihung mit der Hoffnung, dass der Radweg die Menschen miteinander verbinden möge und erinnerte daran, dass jeder Weg, den man gehe und fahre, letztlich der Weg zum Herrn sei.

Anschließend ergriff Heiko Schmidt das Wort: „Es sind nun zwar einige Jahre vergangen, seitdem wir mit den Planungen begonnen haben. Aber Förderprojekte brauchen nun einmal ihre Zeit“, rechtfertigte der Bürgermeister die lange Bauzeit. Er bedankte sich zudem bei allen, die bei den Planungen und Bauarbeiten geholfen hatten. „Ein Lob und Dank gilt aber auch vor allem den Anwohnern und Anliegern, die diesen Fahrradweg quasi vor die Nase gesetzt bekommen haben und dafür einiges an Geduld und Verständnis aufbringen mussten.“

Weiter Richtung Uedemerbruch

Insgesamt 920000 Euro kostete der Bau des 1,1 Kilometern langen Teilstücks, das an den bereits 2017 eröffneten Abschnitt – der an der Kreuzung Bernholter Straße/Marienbaumer Straße endete – anschließt. Die Trasse führt nun parallel zur Straße „Am Löwenberg“ querfeldein, kreuzt am ehemaligen Bahnhof Labbeck die Straße „Am Stielenberg“ und mündet letztlich in die Reichswaldstraße. Von dort soll der Alleenradweg weiter in Richtung Uedemerbruch führen.

Doch während das fünfte und letzte Teilstück von Uedermerbruch bis zur Bergstraße in Uedem bereits fertiggestellt ist, lässt der Lückenschluss ab Reichswaldstraße noch auf sich warten (siehe Karte). „Wir hoffen, dass wir spätestens 2019 den vierten Bauabschnitt zu Ende bringen können“, berichtete Uedems ebenfalls anwesende stellvertretende Bürgermeisterin, Maria Ingenerf (CDU). „Auf diesem Streckenabschnitt führt der Radweg durch ein Waldgebiet, da gibt es noch einigen Klärungsbedarf in Sachen Naturschutz“, ergänzte Heiko Schmidt.

Doch auch auf die Gemeinde Sonsbeck kommen noch Arbeiten rund um das nun eröffnete dritte Teilstück zu. Anwohner beschwerten sich zuletzt über den schlechten Zustand der Straßen rund um den Radweg, die durch den Bauverkehr massiv in Mitleidenschaft gezogen wurden (wir berichteten). Hier werde sich möglichst zügig etwas tun, hieß es gestern. Derweil wurde zudem bekannt, dass viele Radfahrer bereits die teils fehlende, teils unzureichende Beschilderung der Radtrasse beanstandet hätten. Auch hier werde nachgebessert, versprach Schmidt.

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