Dorfentwicklung

Visitenkarte in Grundsteinkapsel bei Sonsbecker Bauprojekt

Das Mehrfamilienhaus an der Spülstraße in Sonsbeck von ein Jahr lang von Camilla und Benjamin Steinbrink (vorne) und Architekt Harald Ensenmeier geplant. Jetzt wurde die Grundsteinkapsel gelegt.

Foto: oo

Das Mehrfamilienhaus an der Spülstraße in Sonsbeck von ein Jahr lang von Camilla und Benjamin Steinbrink (vorne) und Architekt Harald Ensenmeier geplant. Jetzt wurde die Grundsteinkapsel gelegt. Foto: oo

Sonsbeck.   An der Spülstraße in Sonsbeck entsteht ein Haus mit fünf behindertengerechten Wohnungen. Die Baugrube ist bereits ausgehoben.

„Tu deine Visitenkarte rein: Wenn da in vier Millionen Jahren mal jemand ’rumbuddelt und die findet, kann er dich direkt anrufen“: Dass zwei Dutzend gestandene Frauen und Männer einmal mit sichtlichem Vergnügen an einer 120 Quadratmeter großen Baugrube stehen würden und „Spaß inne Backen“ haben, wie der Niederrheiner so schön sagt, verwundert dann nicht, wenn einer dieser Menschen Ingrid Kühne heißt. Die Lüttingerin ist eine der fünf Eigentümer eines rollstuhlgerechten und barrierefreien Wohnhauses, das an der Spülstraße Nummer 5 entstehen wird und in einem Jahr bezugsfertig sein soll.

Staffelgeschossbauweise

Staffelgeschossbauweise, die Fassade weiß verputzt, leicht abgetönt in Verbindung mit grauem Klinker. Und statt zum berühmten ersten Spatenstich hatten die Bauherren, die Eheleute Camilla und Benjamin Steinbrink, jetzt zum Versenken einer Zeitkapsel eingeladen, in die jeder der fünf Eigentümer etwas Besonderes hineinpackte und die dort anschließend vergraben wurde, wo künftig der Hausflur sein wird.

De Frau Kühne beispielsweise hatte ein Schalke-Taschentuch und die aktuelle Bundesliga-Tabelle in die Kapsel gepackt, Architekt Harald Ensenmeier die Baupläne, Florian Leuschner von der Volksbank Niederrhein – er hat die Wohnungen gemakelt – die eingangs erwähnte Visitenkarte. Camilla und Benjamin Steinbrink haben eine Zeitungsausgabe vom Mai dazu getan, in dem ihr Projekt beschrieben wurde.

Im ersten Bauabschnitt entsteht das Haus mit fünf Eigentumswohnungen, zwei im Erdgeschoss, zwei im Obergeschoss, jeweils 85 Quadratmeter groß, oben über 120 Quadratmeter eine Penthouse-Wohnung. Wenn das fertig ist, will das Ehepaar Bauprojekt Nummer zwei in Angriff nehmen: Ein Haus mit acht Mietwohnungen, zwischen 53 und 75 Quadratmeter groß, lichtdurchflutet, barrierefrei, jede mit Terrasse oder Balkon in Südlage.

„Das macht jeden Tag Spaß hier zu stehen und zu sehen, wie es sich verändert“, freut sich Benjamin Steinbrink. Weder er noch seine Frau Camilla, beide 36 Jahre, Eltern von zwei kleinen Kindern, hatten je Zweifel daran, dass ihr Projekt klappt. Nein, schlaflose Nächte hätten sie nicht gehabt. „Aber wir haben hart dafür gekämpft und gearbeitet“, so Benjamin Steinbrink. Architekt Harald Ensenmeier nickt zustimmend.

Jetzt werde umgesetzt, was er ein Jahr lang mit dem Ehepaar geplant habe. Vor zwei Wochen wurde die Baustelle eingemessen, dann der Bagger in Marsch gesetzt. Noch in diesem Jahr soll Keller fertig werden. Dann geht es mit dem Rohbau weiter, im Frühjahr soll Richtfest sein. „Aber erst nach Karneval“, bat de Frau Kühne, die natürlich als Eigentümerinnen mit dabei sein will. Denn an Karneval, da ist ihr Kalender voll proppenvoll.

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