Storchennest

Vom Xantener Krimi-Duo zum Storchennest

 Mit Hilfe eines Baggers wurde der Storchen-Nistplatz auf einem alten Strommast bewohnbar gemacht.  

 Mit Hilfe eines Baggers wurde der Storchen-Nistplatz auf einem alten Strommast bewohnbar gemacht.  

Xanten.   Ein Horst für Ursel: Die Schriftsteller Renate Wirth und Thomas Hesse ließen Nistplatz für Storche in der Bauerschaft bauen.

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Als sich Renate Wirth und Thomas Hesse überlegten, worum es in ihrem 10. Niederrhein-Krimi gehen soll, dachten sie nicht im Traum daran, dass sie damit zu Naturschützern werden sollten. Aber als das Autoren-Duo in Xanten aus ihrem Buch „Der Storch“ vorlasen, waren Christine Pokall und Horst Redmer vom Ortsverband des Naturschutzbundes unter den Zuhörern. Die Umweltschützer sprachen die Schriftsteller an, und gemeinsam entwickelten sie die Idee, einen Nistplatz für Störche in der Bauerschaft Ursel zu bauen.

Aber wie baut man einen Horst und findet den richtigen Platz dafür? „Dass ein Nest angenommen wird, kann Jahre dauern“, sagt Hans Glader von der Stiftung Störche NRW. Entscheidend sei, dass den Tieren genügend Nahrung zur Verfügung stehe. „1500 Gramm pro Junges müssen die Altvögel täglich heranschleppen, nach der Brutzeit von 33 bis 34 Tagen braucht es zwei Monate, bis die jungen Störche flügge sind.“ Anfangs müssten vor allem Regenwürmer als Nahrung vorhanden sein. So gesehen stehen die Chancen gut. Denn der neue Nistplatz ist an einem Wassergraben neben einer feuchten Wiese entstanden.

Aber bis es soweit war, mussten die Schriftsteller und die Naturschützer sorgfältig planen. Den Platz für den Horst stellte Grundstückseigentümer Wilhelm von Zadelhoff zur Verfügung. Auf seinem Gelände steht ein alter Strommast – übriggeblieben, nachdem die Oberleitungen durch Erdkabel ersetzt worden sind. Die Baukosten übernahmen die Autoren Hesse und Wirth. Margret Schiffer, Korbflechterin aus Sonsbeck, flocht den Nistkorb aus Weide. „Der Weidenkorb ist toll, er dürfte lange halten“, schwärmt Redmer, der sich um den Zusammenbau der Konstruktion kümmerte. „Die Unterkonstruktion aus Metall und das aufgesetzte Lärchenholzgitter sind angemessen.“ Auch die Montage war eine Gemeinschaftsleistung: Landwirt Andreas Janßen hievte mit seinem Teleskoplader die Monteure mitsamt des Nistplatzes in die Höhe, damit diese die künftige Heimat von Familie Storch in genau 7,20 Meter Höhe wind- und wetterfest platzieren konnten. „Das mache ich gerne, wir Landwirte sind schließlich naturverbundene Leute“, sagte Janßen.

Schließlich wurde das Nest noch ausgepolstert, vor allem am Korbrand. Der Storch mag es aber, selbst Schnabel anzulegen im neuen Heim, weshalb die Naturschützer noch Weidenäste und Material zum Einsammeln am Boden verstreuten. Aber nun ist das Nest bezugsfertig, ein kleiner Trick soll bei der Besiedlung helfen: Weiße Farbe wurde auf den Korb gesprenkelt, so sieht der Nistplatz benutzt aus. Störche lassen sich gern dort nieder, wo schon Artgenossen ihre Spuren hinterlassen haben, dann muss es ein guter Standort sein, wie Redmer erklärte. „Mal schauen, wie es wird“, sagte Redmer. „Ich als Storch würde sofort einziehen und eine Familie gründen.“ Renate Wirth stammt aus Xanten, Thomas Hesse aus Wesel. Sie schreiben seit 2005 Kriminalgeschichten, die an regionalen Tatorten spielt. Ihr zehntes Buch haben sie nach dem Storch benannt, weil die Population am Niederrhein wächst – auch in Bislich-Büschken.

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