Soziales

Warten nicht aufs Christkind, sondern die Öffnung des Cafés

Heilig-Abend-Café der Caritas in Xanten: (von links) die Besucher Ludmila Unru und Günther Zwickler, Caritas-Mitarbeiter Josef Francken, an der Mundharmonika Jürgen Haupt und Leiterin Anne Willrodt, die den Kaffee serviert  

Foto: Jasmin Ohneszeit

Heilig-Abend-Café der Caritas in Xanten: (von links) die Besucher Ludmila Unru und Günther Zwickler, Caritas-Mitarbeiter Josef Francken, an der Mundharmonika Jürgen Haupt und Leiterin Anne Willrodt, die den Kaffee serviert   Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.   An Heiligabend ist die Feier in der Einrichtung des Caritasverbands Moers/Xanten in der Klever Straße in Xanten immer wieder sehr begehrt.

Lichterketten schmückten die Fenster des Beratungsbüros des Caritasverbandes Moers/Xanten an der Klever Straße am Nachmittag des 24. Dezembers. Auf den Tischen standen Kerzen und mit den Mundharmonikaklängen von Jürgen Haupt wurde es ruhig und besinnlich: Wegzudenken ist das Heilig-Abend-Café der Caritas in Xanten nicht mehr. Bereits zum 15. Mal öffneten die Mitarbeiter mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer das Café an diesem Nachmittag.

„Damals war uns schnell klar, dass wir an Weihnachten etwas für Wohnungslose anbieten wollen. Denn diese Menschen wissen auch an Weihnachten nicht, wohin, wenn die meisten in Gemeinschaft feiern“, erklärte Anne Willrodt, Organisatorin und Leiterin des Caritasbereiches Wohnungs- und Existenzsicherung.

Schnell ist das Café zu einem Selbstläufer geworden. In diesem Jahr haben kurz vor der Öffnung schon wieder einige Besucher gewartet. „In den Anfängen war das Café vor allem für wohnungslose Menschen gedacht, doch das hat sich mittlerweile sehr gewandelt: Auch alleinstehende Personen und Rentner kommen her, weil sie in Gemeinschaft sein wollen“, sagte Willrodt. Gut 20 Besucher kamen in den drei Stunden. Bei Kaffee und Kuchen wurde sich unterhalten und gesungen. Seit sechs Jahren spielt Jürgen Haupt ehrenamtlich Mundharmonika und hatte für dieses Jahr wieder ein umfangreiches Programm vorbereitet. „Es ist ein Bedürfnis für mich, die Menschen hier an meiner Musik teilhaben zu lassen“, sagte Haupt. Zu seinen Lieblingsliedern gehörte „Es ist ein Ros’ entsprungen“ und der Klassiker, der nicht fehlen durfte: Stille Nacht, heilige Nacht. Liederzettel wurden verteilt und schon konnte gesungen werden. Zu den Besuchern gehörte auch der Propst der St.-Viktor-Gemeinde, Klaus Wittke – ein besonders gern gesehener Gast, denn er hält seit sieben Jahren eine kleine Andacht im Rahmen des Cafés.

Ohne Ehrenamt ging es am Sonntag nicht. Neben zwei hauptamtlichen Mitarbeitern der Caritas, waren sechs Ehrenamtliche und die drei Pfadfinder der DPSG Xanten, Linus, Luis und Philipp vor Ort und verteilten den zuvor gespendeten Kaffee und Kuchen. Ausgelassen und harmonisch ging es in dem kleinen Caritasbüro zu.

Günther Zwickler verbrachte zum zweiten Mal ein paar besinnliche Stunden im Weihnachtscafé. „Ich bin Rentner und habe die Zeit und die Caritas hat mir in den vergangenen Jahren sehr geholfen. Hier ist eine sehr schöne Atmosphäre und so sitze ich nicht alleine zuhause rum“, sagte der Xantener. Mit der ausgelassenen Stimmung und dem gut besuchten Café ist auch die Organisatorin Anne Willrodt zufrieden. „Jedes Jahr aufs Neue gehört es für mich einfach dazu, anderen Menschen so einen schönen Tag zu machen. Es ist unsere Philosophie: Weihnachten muss niemand alleine sein.“

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