Versorgung

Wasserversorgung: Rheinbergs Politik fehlt die Alternative

Wo kommt das Wasser für die Rheinberger künftig her? Die Politik möchte Alternativen zum Noch-Partner KWW aufgezeigt bekommen.

Foto: Archiv/Roland Weihrauch

Wo kommt das Wasser für die Rheinberger künftig her? Die Politik möchte Alternativen zum Noch-Partner KWW aufgezeigt bekommen. Foto: Archiv/Roland Weihrauch

Rheinberg.   Der Haupt- und Finanzausschuss Rheinberg möchte gerne wissen, welche Alternativen zum kommunalen Wasserwerk es bei der Wasserversorgung gibt.

Das Wasser kommt? Klar, aus dem Hahn. Aber wer liefert es? Im Moment ist das in Rheinberg das kommunale Wasserwerk (KWW). Bekanntermaßen gibt es aber zwischen den KWW-Anteilseignern Rheinberg, Alpen, Xanten und Sonsbeck unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft. Die Stadt Rheinberg wollte auch in der nächsten Zeit das Alltagsgeschäft weiter von der Niag besorgen lassen, die Nordkommunen waren dagegen. Die Folge: In der Gesellschafterversammlung wurde beschlossen, den entsprechenden Vertrag mit der Niag zu kündigen – gegen die Stimmen aller drei Rheinberger Vertreter, aber eben mehrheitlich und damit das Rheinberger Votum überstimmend.

Die FDP wollte deswegen die Verwaltung beauftragen, den Verkauf der KWW-Geschäftsanteile (und die der Mutterfirma KDN, kommunale Dienste Niederrhein) prüfen. Damit befasste sich jetzt der Haupt- und Finanzausschuss. Dort offenbarte sich großer Unmut über das Gebaren der drei anderen Kommunen, aber auch über den entsprechenden Beschlussvorschlag der Verwaltung, der die Ablehnung des Antrag der FDP empfahl – hauptsächlich deswegen, weil die FDP den Verkauf der Rheinberger Anteile an die Nordkommunen angeregt hatte, die Verwaltung aber fehlende Einflussmöglichkeiten bei den anderen Gesellschaftern dafür sieht.

Herbert Becker, der FDP-Fraktionsvorsitzende, zeigte sich „enttäuscht über die Antwort der Verwaltung“ und befand, sie habe nicht die nötige Leistung erreicht. Er habe eine Auflistung der Vor- und Nachteile erwartet. Es gebe genügend andere Wasserversorger in der Region. „Wir sind Käufer, können Angebote vergleichen und sehen, ob wir damit besser fahren.“ Becker wies darüber hinaus auch auf eine Kündigungsfrist hin. Der Konzessionsvertrag laufe zwar erst Ende 2022 aus, müsse aber jetzt zum Jahresende gekündigt werden. Ansonsten gelte er dann bis Ende 2032. Und weiter: „Ich gebe Ihnen gerne eine Chance zur Nachbesserung.“

Zwar sagte Bürgermeister Frank Tatzel zu, die Auflistung bis zur nächsten Ausschusssitzung zu schaffen, aber Kämmerer Bernd Löscher war sich da nicht so sicher. „Das KWW kann bestimmt eine Stellungnahme abgeben, aber was positiv und negativ ist, dafür brauchen wir einen Wirtschaftsprüfer“, woraufhin Becker eine vorsorgliche Kündigung anregte.

Brigitte Devers (CDU) empfahl, den Druck auf die Nordkommunen zu erhöhen, ein Papier zur Entwicklung von KWW vorzulegen. „Wir wären besser beraten, an einem Konzept mitzustricken.“ Jetzt wird die Verwaltung an einer Vorlage mit Vor- und Nachteilen sowie Optionen der Wasserversorgung arbeiten. Sie soll im Dezember vorliegen.

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