Adventsmarkt

Welch ein Spektakel in Rheinberg

Lilli und Indra genießen eine Waffel mit Puderzucker

Foto: arfi

Lilli und Indra genießen eine Waffel mit Puderzucker Foto: arfi

Rheinberg.  Der 20. Adventsmarkt rund um die Evangelische Kirche in Rheinberg war wieder ein Publikumsmagnet. Mittelalterlicher Markt und verkaufsoffener Sonntag als Bonus

Alte Rheinberger erinnern sich. Einst gab es in der adventlichen Zeit an Wochenenden einen Rheinberger Weihnachtsmarkt, damals in der Gelderstraße. Lang, lang ist es her. Längst gibt es etwas Beschaulicheres, Familiäreres und Romantischeres: Den Adventsmarkt rund um die Evangelische Kirche mit den 26 zauberhaften Holzbuden. Und nicht zu vergessen: Die große Bühne, auf der am Samstag und Sonntag des 3. Advents in jedem Jahr ein besonderes musikalisches Programm läuft. Diesmal jährte sich das adventliche Spektakel zum 20. Mal, aus der Taufe gehoben von einer handvoll Ehrenamtlicher um Klaus Lang und Hans Rennings-Schäfers.

Es war der Verein Spektakel, den sie gründeten, der neben dem Laufspektakel den Adventsmarkt an der Evangelischen Kirche und unter der legendären alten Kastanie als zweites Standbein heraus arbeitete. Am Wochenende fand er jetzt, längst groß geworden und dem damaligen Zeltprovisorium entwachsen, zum zweiten Mal gemeinsam mit einem mittelalterlichen Markt, diesmal gegenüber auf dem Entenmarkt, statt.

Auf Qualität setzen

Alles ist etwas anders: Da waren es wieder die Jugendlichen der Sportvereine wie DLRG oder TuS 08, die Konfirmanden oder die Rheinberger Tafel, die die Hungrigen, die oft in langer Schlange anstanden, versorgten – mit Grünkohl bei der Tafel oder Waffeln mit kirchlichem Segen vom CVJM. Für Weihnachtsbäume frei Haus geliefert sorgten wieder KJG und Messdiener. Das besondere Etwas fand man wieder an den Buden, den die Ehrenamtler des Vereins Spektakel einst eigenhändig zusammengezimmert hatten. Spektakel blieb seiner Linie treu, die da heißt: „Wir sind der etwas andere Markt und setzen auf Qualität.“ Und vor allem handgefertigt. Ob tolle handgefertigte und kunstvoll beschriebene Karten, wunderschöne Kerzen, kunstvoller Schmuck und natürlich Engel jeder Art, wie die strahlenden Engelkomposition von Martina Thiemann oder vor aller Augen vom Ossenberger Holzschnitzer Alex Lehmann direkt geschnitzt. Seine Komposition der Heiligen Familie, nur in grober Form modern angedeutet, bestach. Maria, Josef und das Jesuskind waren wenige Stände weiter auch geschnitzt – doch so winzig, dass sie in eine Walnussschale passten. „15 verschiedene Holzarten sind verarbeitet, von Eiche, Ahorn, Buche bis Limba oder Teak“, erklärte Ralf Wardemann aus Voerde. Textiles gab es vielfältig, ob gestrickt oder geschneidert. Eben das besondere Etwas, oft zum kleinen Preis. Selbst die Schulen beteiligten sich, oft mit ihren Fördervereinen.

Draußen präsentierte sich die Rheinstraße im neuen Glanz. Das klassizistische Haus von Alexandra Schiess wurde angestrahlt, drinnen gab es neben Kaffee und Kuchen schöne Kleidungskreationen, draußen Feuerzangenbowle. Gegenüber sah man merkwürdige Gestalten in mittelalterlich oder ritterlichen Gewändern. Da war der Wundscher und der Feldscher, der sich zutraute, mit seiner Säge zu amputieren.

Musikalisch stellten sich „Eddy and Friends“ als Bigbandorchester mit ihrem Weihnachtsprogramm „Schneetreiben an der 5th Avenue“ vor. Danach folgte die Rock- und Showband Accuracy, mit der Cover-Band „Moodish“ ging es weiter. und um 21 Uhr sah man diesmal kein Feuerwerk, sondern eine musikalische Lichterschau.

Der Sonntag begann mit Familiengottesdienst, dann gestaltete Karl Timmermann als „Stimme für alle Fälle“ Christmas in allen Stilrichtungen bis zum Pop. „Schüler live“ der Freien Musikschule Rosenberger-Pügner folgte, dann bezauberte Bernard Bauguitte mit seinem weihnachtlichen Puppentheater, gefolgt von einem magischen Weihnachtsprogramm für die ganze Familie. Auch das Akrobatik-Duo Amimi gefiel. Und „Was wenns Regnet“ rockte zum Ausklang des Adventsspektakels.

Am Freitag hatte das Fest mit „femals sing4fun“, Harmonie Rheinberg und dem Salon & Swing Orchester Rheinberg in der voll besetzten Evangelischen Kirche beim Abend zum Mitsingen begonnen. Das Team um die Vorsitzende Corinna Gribl, seit sechs Jahren Vorsitzende, hatte harte Arbeit hinter sich: Seit Montag wurden die 26 eigenen Häuser aufgebaut, die Bühne präpariert, der Glühweinstand gebaut. Wohltuend war, dass auf den oftmals nervigen Mix aus Weihnachts- und Adventsliedern verzichtet wurde. Ein Besucher von der anderen Rheinseite brachte es auf den Punkt: „Ich war schon auf etlichen Weihnachtsmärkten rundum. Der Schönste ist und bleibt der Rheinberger Adventsmarkt.“ Das hörte Corinna Gribl natürlich gerne. „Wir haben 22 Partner, Vereine, Schulen, Kindergärten und Schützen“.

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