Naturschutz

Beeherohive: Den Wildbienen in Alpen eine Wohnstube bieten

Veen - Schranzhof -Winnenthaler Strasse - Bienenkorb - aus Vollholz und mit Pfahl hochgelegt Projekt wilde Bienen Aufbau von und mit Andre Deckers hier von links - Thomas Henning - Andre Deckers - rechts und Stefan Röder - Maik Röder ganz links

Veen - Schranzhof -Winnenthaler Strasse - Bienenkorb - aus Vollholz und mit Pfahl hochgelegt Projekt wilde Bienen Aufbau von und mit Andre Deckers hier von links - Thomas Henning - Andre Deckers - rechts und Stefan Röder - Maik Röder ganz links

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Veen.  Mit dem Projekt "Beeherohive" möchte der Krefelder Imker André Deckers Bienen wieder Nistmöglichkeiten bieten.

Langsam und mit vereinten Kräften richten André Deckers und seine Gäste nahe der Kuhwiese am Schanzenhof das Objekt auf und lassen es in das Loch ein, das an der Stelle schon vorbereitet und freigelegt worden ist. Eine halbe Stunde zuvor hatten die Gäste auf dem Veener Hof dem Tischler und langjährigen Imker dabei geholfen, den Akazienstamm mit der selbst gebauten Baumhöhle zu verschrauben und dann in den Kleinbus zu verfrachten. Der transportierte die Last dann ein paar hundert Meter weiter an die vorbereitete Stelle.

„Ich war bisher selbst ,konventioneller’ Imker. Also stand bislang der Honigertrag im Vordergrund“, steht der 54-jährige Krefelder, der in Veen seit 15 Jahren am Schanzenhof als Imker aktiv ist. „Heute aber geht es darum, den Bienen eine gute Wohnstätte zu ermöglichen. Die Hausbiene ist ausgestorben, die natürliche Evolution unterbrochen, da es keine Nistmöglichkeiten gibt.“ Das ganze Projekt nennt sich „Beeherohive.“

Honigraum für Vorrat

In „Anlehnung an die Baumhöhle, in der sich Bienen natürlich aufhalten“, hat er nun selbst eine derartige Unterkunft hergestellt. Dazu hat er in Eigenregie eine 1,20 Meter hohe Massivholzröhre mit 29 Zentimetern Innendurchmesser und eigenem Flugloch als Eingang an unteren Ende gebaut.

„Die Tieren können da drin auf 80 Zentimetern leben, sich ihre Waben selbst gestalten – frei von Manipulation“, erläutert der Experte. Zusätzlich gibt es im „Bienenhaus“ einen Brutraum mit Revisionsklappe. „Da ist der Honigraum, in dem die Bienen ihren Vorrat anlegen.“

Um den Nachhaltigkeitsgedanken zu vervollkommnen, hat Deckers die Massivholzröhre ohne Leim und ohne Schrauben zusammengesetzt. „So ist eine spätere Verbrennung ohne Rückstände möglich.“ Der Vorteil des ganzen Systems ist, „dass die Bienen ihr Leben selbstbestimmt ohne imkerlichen Eingriff leben können.“

Alle 200 Meter ein Pfahl

Und da das Flugloch in 2,20 Metern Höhe liege, könnten Mensch und Biene ohne Störung miteinander auskommen. „Es geht nicht um Honig, sondern um Arterhaltung.“ Seine Vision ist, diese natürliche Bienenhaltung von Xanten bis Kamp-Lintfort flächendeckend zu etablieren. „Alle 100 Meter soll so ein Pfahl stehen, das ist der Startschuss dazu.“

Im ersten Aufschlag stellte er das Projekt 28 Menschen aus der Naturschutz-Szene von Moers bis Viersen auf dem Schanzenhof vor. Die Reaktionen auf die Idee waren überwiegend positiv. „Wir müssen einfach zurück zu den Wurzeln, die Natur machen lassen. Sein Vortrag war mit Fachwissen hinterlegt. Das ist schon eine sehr gute Idee“, sagte der Alpener Steffen Spieckermann.

Bienen bringen halt Honig

„Ich kann mir gut vorstellen, das in den Garten zu stellen“, meinte die Vynenerin Monika Harder-Jacobs. Skeptischer äußerte sich dagegen Karl-Heinz Stegemann vom Imkerverein Moers. „Ohne Gegenwert bin ich nur der ,Gutmensch’, der sich erfreut“, sagte er. Schließlich lieferten die Tiere auch einen praktischen und verwertbaren Ertrag. „Bienen bringen halt Honig.“

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