Heimat

Wolfgang Wilhelmi ist der Filmemacher aus Xanten

Filmemacher Wolfgang Wilhelmi

Filmemacher Wolfgang Wilhelmi

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.   Wolfgang Wilhelmi macht Filme aus Leidenschaft. Für das 900-jährige Bestehen von Obermörmter drehte er auch einen exklusiven Heimatfilm.

Wenn Wolfgang Wilhelmi über seine Dreharbeiten spricht, dann voller Begeisterung. Und seine Augen strahlen. Filme sind Wilhelmis große Leidenschaft: Seit mehr als 50 Jahren dreht der Xantener Filme – am liebsten über die Historie seiner Heimat. Eine weitere Leidenschaft des Xanteners: Wasser. „Alte, heute geheimnisvoll wirkende Wasserwege interessieren mich besonders“, erzählt er. Diese beiden Leidenschaften konnte der Xantener in seinem neuesten Werk verbinden: „Fossae Drusinae – Römische Wasserwege“, heißt es. Darin begibt sich der 70-Jährige auf Spurensuche nach den so genannten Drususkanälen.

„Beim Filmemachen kann ich meine verschiedenen Interessen, das Drehen und die Geschichte gut zusammenbringen“, sagte er. Drusus, Stiefsohn des römischen Kaisers Augustus, legte die nach ihm benannten künstlich angelegten Drususkanäle im Jahre 12 vor Christus an, um eine ruhigere und sichere Transportmöglichkeit für Truppen und Güter in den Norden und an die Nordsee zu gewährleisten. In seinem Film zeigt Wilhelmi den möglichen geographischen Verlauf der Drususkanäle von den Lippebögen unterhalb von Wesel bis nach Elten bei Emmerich auf. Ein Schwerpunkt der Dokumentation ist auch der Verlauf in Obermörmter.

Spuren noch heute sichtbar

Hier ist auch heute noch ein Teilstück des damaligen Kanals zu sehen. „Wasser führt das Stück nach diesem Sommer definitiv nicht mehr, die Spuren sind aber immer gut noch zu erkennen“, erklärte Wilhelmi. In Obermörmter begann er auch mit seinen Dreharbeiten. Das Wissen dazu eignete sich der 70-Jährige selbst an oder er nahm sich einen Experten zur Seite. Der Historiker Jens Lieven unterstützte mit seinem Fachwissen das Filmprojekt.

Gespickt ist der Film immer wieder mit Luftbildaufnahmen und alten Karten, auf denen die Wege der Kanäle eingezeichnet sind. Insgesamt fünf Jahre war der Xantener mit Recherche, Dreh, Schnitt und Vertonung beschäftigt, denn er arbeitet vollständig autark: Vom Drehbuch bis zum DVD-Cover macht er alles selbst. „Am meisten macht es mir Spaß, die Bilder mit passender Musik zu kombinieren“, sagt der Lüttinger.

Exklusiver Heimatfilm

Morgen feiert die Dorfgemeinschaft Obermörmter ihr 900-jähriges Bestehen. Wolfgang Wilhelmi ist auch da mit von der Partie und zeigt seinen Film über die Kanäle. Damit aber nicht genug: Für das Fest hat er extra einen 15-minütigen Kurzfilm über die Geschichte des Xantener Stadtteils gedreht.

Ein kurzer Einblick vorab zeigt: Wilhelmi filmte die Landschaft, ließ Einwohner sprechen, denn „die machen einen Heimatfilm erst zu einem richtigen Heimatfilm“, sagt der Xantener. Er zeigt auch die Kirche und arbeitete dabei mit sogenannten Trickaufnahmen, speiste die damaligen Kirchtürme zum Beispiel dort ein, wo sie heute stünden. Seine Geschichte hat einen roten Faden, die Musik ist stimmig, die Übergange und Schnitte fließend. Gezeigt wird der Film morgen ab 15 Uhr in der St. Petrus-Kirche.

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