Versorgung

Xanten: Das Wasser kommt jetzt noch sicherer zum Verbraucher

Wassermeister Dieter Frerix an seinem Arbeitsplatz beim KWW in Xanten-Wardt   

Wassermeister Dieter Frerix an seinem Arbeitsplatz beim KWW in Xanten-Wardt   

Foto: Wolfgang Krause

Xanten.   Beim Kommunalen Wasserwerk sorgt in Xanten-Wardt ein Notstromaggregat dafür, dass auch bei Stromausfall die Leitungen gefüllt sind.

Ob die Rente sicher ist, was Sozialminister Norbert Blüm jahrelang gebetsmühlenartig propagierte? Man weiß es nicht. Das stellt sich bei der Trinkwasserversorgung im nördlichen Gebiet der Kommunalen Wasserwerksgesellschaft (KWW) ganz anders da: Sie ist sicher. Das liegt nicht nur an der seit 2016 existierenden zweiten Leitung, die die sechs Trinkwasserbrunnen mit der Wassergewinnungsanlage in Xanten-Wardt verbindet, sondern auch an dem vor kurzem installierten Notstromaggregat auf dem Gelände der Anlage. Wenn es irgendwann einmal zu einem allgemeinen Stromausfall kommt, gilt: Das Wasser ist sicher!

Das Stromaggregat ist „die größte Investition der letzten Zeit“, erklärte der neue KWW-Geschäftsführer Georg Tigler beim Besuch der NRZ auf der Anlage. Rund 500 000 Euro nahm der Versorger in die Hand, um die permanente Wasserlieferung gewährleisten. Dafür gibt es eine Anlage in der Größe von etwa zwei Garagen. In ihr befinden sich neben einem Dieselmotor Transformator und Steuereinheit – so wird aus dem laufenden Motor Strom produziert und so geregelt, wie es für Wasserverteilung nötig ist. Das Aggregat springt automatisch bei einem Netzausfall an – und schaltet sich ebenso automatisch wieder ab, wenn das normale Stromnetz wieder funktioniert. Jeden Monat gibt es zur Sicherheit einen Probelauf der Netzersatzanlage.

Aber die Sicherheit in Sachen Wasser beschränkt sich nicht nur Strom. Tigler: „Wir machen in Absprache mit dem Gesundheitsamt in Ausnahmefällen eine Schutzchlorung. Das sogenannte Rohwasser ist aber prinzipiell so gut, dass es ohne Aufbereitung ins Netz kommen kann.“ Lediglich die Härte des Wasser wird mit Hilfe von Kalkmilch vom Härtebereich 4 auf 2 heruntergeregelt. Die Verbraucher können sich auch sonst darauf verlassen, dass sie immer nur qualitativ hochwertiges Wasser bekommen: „Es gibt wöchentliche Kontrollen durch das IWW“, das rheinisch-westfälische Institut für Wasserforschung aus Mülheim, so Martin Schlenke, technischer Betriebsleiter des KWW.

Bevor das Wasser aus den Brunnen in die Leitung kommt, durchläuft es neben der Enthärtung auch noch andere Stationen, die sich in einem anderen Bereich der Wardter Anlage befinden. Dazu gehört eine Belüftung mit Sauerstoff und eine Filtration. Das Grundwasser hat vor der Entnahme aus etwa 20 bis 30 Metern Tiefe mehrere aus Sand und Kies bestehende Bodenschichten durchlaufen und wird dadurch gereinigt. Zur Qualität des Ausgangsmaterials tragen auch die Vereinbarungen des KWW mit den Landwirten bei: Sie setzen Dünger und Pflanzenschutzmitteln nur in Abstimmung mit dem Wasserwerk ein. Dafür gibt es eine finanzielle Unterstützung. Diese Kooperation gibt es seit ungefähr 20 Jahren und ist kürzlich erst wieder um weitere fünf Jahre verlängert worden. Das führt dazu, dass der Stickstoffgehalt im Wasser „unter zehn Milligramm pro Liter liegt. In Babynahrung sind 20 Milligramm erlaubt“, zog Tigler einen Vergleich. Und die Trinkwasserverordnung verlange einen Wert unterhalb von 50 Milligramm.

Von Xanten aus wird etwa die Hälfte des KWW-Gebiets versorgt. Der Rest wird unter anderem vom Wasserverbund Niederrhein und den Stadtwerken Wesel zugeliefert. „Die Wässer sind sehr ähnlich und können untereinander beliebig vermischt werden“, versicherte Wassermeister Dieter Frerix zur NRZ.

Das KWW „hat vieles dafür getan, dass in Sachen Versorgung nichts schiefgeht“, so Schlenke. Probleme mit dem Strom hätte es zuletzt fast gegeben, als der Sturm Kyrill vor gut zehn Jahren übers Land zog. Frerix: „Da haben wir kämpfen müssen.“ Aber es klappte.

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