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Xanten: Niederrheinische Allianz für Niger geschmiedet

In Xanten wird die Hilfe angeschoben.

In Xanten wird die Hilfe angeschoben.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Xanten.  Nun ist das Projekt in Benin Vorbild für eine weitere niederrheinische Aufbauhilfe, diesmal in Niger. Es geht um sechs Containermodule.

Der deutsche Niederrhein genießt im afrikanischen Staat Benin einen guten Ruf. Vor einigen Jahren hatte dort die Stiftung „aktion pro humanität“ mit tatkräftiger Unterstützung von Johannes Kohler, ehemaliger Chefarzt des St.-Josef-Krankenhauses in Xanten, unter anderem einen OP-Container finanziert und aufgebaut. Der Chirurg selbst flog schon oft mit seinem Team dorthin, um fachliche Versorgung zu leisten und mit seinem Know-how das medizinische Angebot ständig zu verbessern.

Nun ist das Projekt in Benin Vorbild für eine weitere niederrheinische Aufbauhilfe, diesmal im benachbarten Niger. Etwa sechs Containermodule sollen nach und nach mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung aus der niederrheinischen Region errichtet werden. Im Krankenhaus St. Josef stellten die Beteiligten gemeinsam mit Erzbischof Laurent Lompo aus Niger das Vorhaben vor.

Wasserversorgung

Innerhalb von fünf Jahren sollen die einzelnen Elemente für die Bereiche Allgemeinmedizin und Notfallversorgung, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, Chirurgie und OP sowie Labor entstehen. „Ein bis zwei weitere Module mit Betten für stationäre Versorgung und eins mit Büros müssen im weiteren Verlauf entstehen“, erläutert die Vorsitzende der Stiftung „aktion pro humanität“, Elke Kleuren-Schryvers. Das Geld hierfür, geschätzte 60.000 Euro je Einheit, stellt der Klever Unternehmer Bernd Zevens über eine von ihm ins Leben gerufene Stiftung bereit.

„Weiterhin ist das Hilfswerk ,action medeor’ mit im Boot“, sagt Kleuren-Schryvers. Die Tönisvorster Einrichtung stellt einen großen Teil des medizinisch-technischen Equipements bereit. Die Vorsitzende erläutert weiter: „Für die Wasserversorgung des Hospitals wird ein Brunnen benötigt. Er wird von der Stiftung der Familie Seibt auf der Grav-Insel in Wesel-Flüren realisiert.“ Die katholische Kirche beteiligt sich ebenfalls an dem Projekt. „Die Stromversorgung eines solchen Zentrums wird mittels Solar-Energie und eines Generators gesichert werden müssen“, heißt es von den Veranwortlichen.

Um Spenden geworben

Weihbischof Rolf Lohmann freut sich, dass in Niger erneut ein großes Projekt verwirklicht wird, das die Not der Menschen dort lindert. Der Xantener Dom mit dem Heiligen Viktor und den Märtyrern aus der Zeit des Nationalsozialismus in der Krypta stehe für Frieden, Toleranz und Solidarität. Das lasse sich auf das neue Projekt und diese Initiative des Niederrheins übertragen. „Aber es fehlt noch an vielem“, warb der Geistliche um weitere Spenden.

Der Staat Niger ist zwar reich an Bodenschätzen, aber zahlreiche Menschen leben in Armut und leiden unter anderem unter dem dschihadistischen Terror, unter Hunger und gesundheitlichen Problemen. „Aber Probleme haben auch eine Lösung“, betont Erzbischof Lompo voller Optimismus. „Das Krankenhausprojekt ist eine solche Lösung.“ Bislang müssen Menschen für eine medizinische Versorgung 150 Kilometer weit gehen. Zudem würden Arbeitsplätze vor allem für junge Menschen geschaffen, und kleine Handwerksbetriebe aus der Umgebung sollen in den Bau mit einbezogen werden.

Es geht aber um mehr. Eine zweite wesentliche Bedeutung liege in der Signalwirkung für die von Terror und Hunger in Angst und Perspektivlosigkeit lebenden Menschen, betont der Weihbischof. „Wir möchten Mut und Hoffnung geben, dadurch, dass wir uns aktiv an ihre Seite stellen.“

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