Schule

Xanten/Sonsbeck: Schulsanierung kostet Millionen

Xanten - Stiftsgymnasium - Mehrere bauliche Mängel am Beton und den Fenstern

Xanten - Stiftsgymnasium - Mehrere bauliche Mängel am Beton und den Fenstern

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Xanten/Sonsbeck. Die Gebäude des Stiftsgymnasiums und der Willi-Fährmann-Gesamtschule müssen saniert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Architektenbüros Hausmann. Demnach müssen bis 2030 rund 25 Millionen Euro für Reparaturen eingeplant werden. Allerdings wären die Gebäude dann nur wieder instandgesetzt, erklärten Angelina Bolten und Florence Verspay von dem Aachener Architektenbüro auf einer Informationsveranstaltung im Rathaus. Sollten die beiden städtischen Schulen dagegen modernisiert werden, rechnen sie mit Kosten von insgesamt 50 bis 57 Millionen Euro.

Bei den Zahlen handelt es sich um eine erste Schätzung. Sie basiert auf der Arbeit von mehreren Monaten. Die Architekten haben den Zustand der Gebäude überprüft. Dabei halfen ihnen Untersuchungen des städtischen Dienstleistungsbetriebs (DBX). Außerdem sprachen sie mit Lehrern, Eltern und Schülern darüber, welche Anforderungen diese an den Unterricht stellen. Daraus ermittelten die Architekten, welche Reparaturen zwingend erforderlich und welche Arbeiten darüber hinaus notwendig sind, um in den kommenden Jahren einen guten Unterricht zu ermöglichen. Dafür legten sie mehrere Varianten vor: Diese reichten vom kleinen Anbau bis zur Erweiterung um ein Gebäude oder einem kompletten Neubau des Gymnasiums.

„Es sind große Zahlen, erst recht für eine kleine Kommune“, sagte Bürgermeister Thomas Görtz, als die Ergebnisse vor Lehrern, Eltern, Schülern und Kommunalpolitikern vorgestellt wurden. Die Reparaturen würden schon viel Geld kosten, aber für insgesamt 25 Millionen Euro werde nur der Bestand erhalten – wenn dagegen den Lehrern und Schülern ein moderner Unterricht ermöglicht werden solle, müsse noch mehr investiert werden. „Und es geht um möglichst optimale Lernbedingungen für unsere Kinder.“

Politiker machten sich ein Bild

Vertreter der Ratsfraktionen hatten sich selbst ein Bild vom Zustand der Schulen gemacht. Lehrer und die beiden Schulleiter Franz-Josef Klaßen (Gymnasium) sowie Frank Pieper (Gesamtschule) hatten die Kommunalpolitiker durch die Gebäude geführt und ihnen Mängel in Klassen- und Fachräumen, Toiletten, Kellern und Lehrerzimmern gezeigt: veraltete Elektronik, Löcher in Decken und Fußböden, zu kleine und muffige Räume, einfach verglaste Fenster, bröckelnder Putz und Fassadenteile, die gestützt werden müssen, weil sie sonst herabstürzen könnten. Dieser Abend habe vielen sicherlich die Augen geöffnet, sagte Görtz. „Das war auch der Sinn der Veranstaltung.“ In den vergangenen zehn Jahren seien zwar am Gymnasium rund vier Millionen Euro und an der Gesamtschule mehr als sieben Millionen Euro investiert worden. Aber das reiche eben nicht.

Unklar ist noch, wie die Sanierung und Modernisierung der Schulgebäude finanziert werden kann. Das müssten Verwaltung und Politik klären, sagte Görtz. Mit einer Entscheidung rechne er frühestens in einigen Monaten, vielleicht falle sie erst nach der Kommunalwahl 2020. Die Möglichkeit, Fördermittel abzurufen, werde bereits geprüft. „Was dabei herauszuholen ist, werden wir herausholen.“

Die Kommunalpolitiker sollten die Zahlen nun sacken lassen und sich Anfang März zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu planen. Bei der Gesamt­schule ist auch die Gemeinde Sonsbeck beteiligt, weil die Gemeinde mit Xanten gemeinsam ihr Träger ist und an den Kosten entsprechend der Schülerzahlen beteiligt wird.

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