Seniorenzentrum

Xanten: St. Elisabeth-Haus erstrahlt in neuem Glanz

Der Dachstuhl im St. Elisabeth-Haus in Xanten wurde zur Station ausgebaut. Jeder Stock nach eigenem Farbthema gestaltet.

Der Dachstuhl im St. Elisabeth-Haus in Xanten wurde zur Station ausgebaut. Jeder Stock nach eigenem Farbthema gestaltet.

Foto: Armin Fischer

Xanten.  Nach dem dreijährigen Umbau für 5,4 Millionen Euro: Das St.-Elisabeth-Haus in Xanten bietet seinen Bewohnern jetzt mehr Licht, Platz und Natur.

Manchmal ist Hildegard Wolters noch traurig. Vor einem halben Jahr musste die 88-Jährige nach dem Tod ihres Mannes ihre Wohnung in Duisburg aufgeben und nach Xanten ins Seniorenzentrum St.-Elisabeth-Haus ziehen. Aber ihr Neffe wohnt in der Stadt und kann so regelmäßig nach ihr sehen.

Zunächst wurde sie mit einer ihr fremden Person in einem Zimmer untergebracht, die Umstellung war nicht leicht für sie. Nun, nachdem der rund dreijährige Umbau am Haus abgeschlossen ist, hat sie ein eigenes Zimmer mit 30 Quadratmetern und Bad bekommen.

Seniorenzentrum in Xanten: Bewohner bringen Möbel mit

Auch wenn alles eine Nummer kleiner ist, fühlt sich für sie vieles wieder nach ihrem Zuhause an. Denn sie hat ihre eigenen Möbel mitbringen dürfen. Ihre Sitzbank mit dem Blumenmuster, ihren Esstisch, den Kleiderschrank, die Kommode, ihren Fernseher und ihre bunte Stehlampe. Nur das Spezialbett erinnert noch daran, dass sie in einer Pflegeeinrichtung wohnt.

„Dass ich meine Habseligkeiten mitnehmen konnte, ist wirklich schön. Zu ihnen habe ich eine Verbundenheit“, sagt sie und schaut gedankenverloren aus dem Fenster. Dorthin, wo im Frühling ein Garten entstehen, der den Senioren Zugang zu frischer Luft und Natur bieten soll. Eine Hecke soll Bewohner am Weglaufen hindern, rund drei Viertel von ihnen sind demenzkrank.

Wolters Zimmer ist eines von 56 Einzelzimmern, lediglich vier Doppelzimmer gibt es noch. Das St.-Elisabeth-Haus folgt damit der Vorgabe des 2018 in Kraft getretenen Wohn- und Teilhabegesetzes. Ziel des Umbaus für 5,4 Millionen Euro sei es gewesen, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, erklärt Leiterin Sabine Graefenstein-Pontkees.

Renovierung in Xanten: Jede Etage mit eigenem Farbkonzept

Jede der drei Etagen besitzt nun ihr eigenes Thema und Farbkonzept: Vögel, Wald, Blumen, alle Stockwerke haben eine weitläufige Terrasse. Außerdem wurden aus den 64 Bewohnern der stationären Pflege nach niederländischem Vorbild fünf Wohngemeinschaften gebildet. Sie teilen sich eine helle Wohnküche, wo gespielt, geredet und gegessen werden kann. Auch Angebote wie Gymnastik oder Gedächtnistraining, die Wolters gerne wahrnimmt, finden nun hier statt.

„So wird alles dezentralisiert: Die Bewohner müssen beispielsweise nicht mehr den weiten, mühsamen Gang in die Cafeteria antreten oder alleine auf dem Zimmer essen, das entlastet auch die Pflegekräfte“, sagt Graefenstein-Pontkees, bei einigen Senioren brauche es aber noch etwas Zeit zur Umgewöhnung hätten. Gekocht wird weiter in der Zentralküche im Erdgeschoss.

Es sei aktuell nicht realistisch, die Wohnküchen für mehr als gelegentliches Backen oder Kaffeekochen zu nutzen, sagt Prokurist Alexander Noack. Dafür sei der Allgemeinzustand der Bewohner überwiegend schlechter als in den Niederlanden.

St. Elisabeth-Haus Xanten bietet Tagespflege für 30 Personen

Rund 800 Quadratmeter sind durch den Ausbau des Dachstuhls, die angebauten, verglasten Verbindungsgänge und Wohnküchen sowie die Erweiterung der von 30 Senioren genutzten Tagespflege mit Möglichkeiten zur Mittagsruhe hinzugekommen. Die Einrichtung werde nun den „Anforderungen an die moderne Pflege“ gerecht, betont Geschäftsführer Ottmar Ricken. Über den Investitionspflegesatz soll alles refinanziert werden, was für die Bewohner rund 300 Euro Mehrkosten im Monat bedeutet. Bei einem Großteil würde dies aber durch das Pflegewohngeld abgedeckt werden, so Ricken.

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