Tanzen

Xanten tanzt Open Air

Salsa-Workshop im Xantener Hafen: Mehr als 100 Frauen und Männer lernten von Tanzlehrer Dirk Mettler (Mitte, mit Hut) die Schritte.

Salsa-Workshop im Xantener Hafen: Mehr als 100 Frauen und Männer lernten von Tanzlehrer Dirk Mettler (Mitte, mit Hut) die Schritte.

Foto: oo

Salsa, Boogie, Discofox: Tanzlehrer Christoph Wille bringt im Hafen Xanten Menschen in Bewegung. Der Kurs war mit 152 Teilnehmern ausgebucht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Xanten. Der Griff zum schwarzen Pullover war ein Fehler, die Turnschuhe inklusive der Socken hätten auch besser im Schrank bleiben und gegen flache Sandalen ausgetauscht werden sollen: Gefühlte 30 Grad warm war es, als Mittwochabend auf den Stufen im Hafen Xanten getanzt wurde. Salsa, um es genau zu sagen. Erst waren die Anfänger an der Reihe, eine Stunde später zeigten Fortgeschrittene, wie es aussehen kann, wenn man es denn kann.

Christoph Wille, der seit 34 Jahren Menschen das Tanzen beibringt und eine Tanzschule in Kamp-Lintfort hat, kann es. Wilfried Meyer, Geschäftsführer des Freizeitzentrums Xanten (FZX) kann es nicht. „Ich bin ein Tanzmuffel“, gab er zu. „Ich hab’ kein Taktgefühl – zumindest nicht fürs Tanzen.“ In Berlin hat sich der Freizeitchef die Idee abgeguckt, im Xantener Hafen seit 2017 kostenfreie Tanzkurse anzubieten. Discofox, Disco-Chart und -Charles, Boogie-Woogie sind dabei. Und dieses Jahr zum ersten Mal Salsa. „Ich habe das gesehen, als am Leipziger Platz ein neues Einkaufszentrum, die Mall of Berlin, eröffnet wurde. Und ich war sofort angetan, konnte mir gut vorstellen, dass so etwas auch hier läuft“, berichtete Meyer, der mit seiner Idee bei Tanzlehrer Wille offene Türen einlief.

Und er sollte recht behalten. Nicht nur die beiden Salsa-Workshops am Mittwoch waren mit 152 Tanz-Willigen ruckzuck ausgebucht, auch für die beiden Abende in der nächsten Woche und für den Workshop am Ende des Monats kann sich niemand mehr anmelden. Denn der Platz auf der Tanzfläche aus Kunststoff-Platten, die auf zwei Stufen im Hafen ausgelegt sind, ist nun einmal begrenzt.

„Halten Sie durch, dann öffnet sich das Paradies. Man wird ja nicht als Tänzer geboren“, machte Wille den 100 Anfängern Mut, die sich trotz zahlreicher Zuschauer aufs Parkett wagten und vom mit Wille befreundeten Tanzlehrer Dirk Mettler und seiner Assistentin (und Ehefrau) Anke die Grundschritte vortanzen und beibringen ließen. Das Schrittmuster sozusagen.

Regel Nummer eins: „Er wartet, bis sie fertig ist, und umgekehrt.“ Passende Salsa-Musik an, los ging es auf den Hafen-Stufen. Dirk Mettler, der Mann mit Hut und buntem Safari-Hemd, zählte vor. „Eins, zwei, drei, fünf, sechs, sieben.“ Warum er die vier immer weg ließ? Vermutlich wegen der Phonetik. „Er steht auf rechts, sie auf links“, erinnerte der Coach immer wieder an die Fuß-Reihenfolge und bot den Frauen Hilfe an, „die mit ihrem Mann nicht klarkommen“. Dirk und Anke Mettler gingen durch die Tanz-Reihen, korrigierten hier, nahmen sich dort Zeit für den männlichen „ungeschliffenen Rohdiamanten“, der sich einfach schwertat bei der Salsa.

Eins, zwei, drei – „und schieb’ sie weg“. Fünf, sechs, sieben – „jetzt dreh’ sie. Stopp!“: Wohl denen, die vor sich ein tanzendes Paar hatten, bei dem sie sich die Schrittfolge abschauen konnten. „Kopf hoch. Und immer lächeln!“ Das fiel so manchem Anfänger schwer. Da half es auch nicht, dass Dirk Mettler die Damen ermahnte, den Partner immer wieder zu loben, zum Beispiel mit: „Du bist mein Held!“

Aber wer weiß, vielleicht hat der Salsa-Abend im Hafen ja so manchen Mann noch wachgerüttelt. Denn eines steht fest: Wenn jemand tanzen kann, ist es die halbe Miete, um bei Frauen zu punkten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben