Tiere

Lobbes-Hof: So man kann Hühnerpate in Xanten werden

Xanten.  Seit drei Jahren bietet der Lobbes-Hof in Xanten eine Hühnerpatenschaft an. Seit dieser Woche werden wieder neue Patenschaften vergeben.

Sie heißen Paula, Henriette und Gundula. Auch eine Jünter – in Anlehnung an das Maskottchen von Borussia Mönchengladbach – ist darunter und eine Sunny. Die Namen heben sie raus aus der Schar der rund 350 Hühner, die auf dem Lobbes-Hof leben. Menschen, die teilweise sogar den weiten Weg aus Hamminkeln über den Rhein bis an die Ortsgrenze der Beek nicht scheuen, haben die Patenschaft für Federvieh übernommen. Das kostet sie im Jahr 95 Euro. Dafür haben sie nicht nur ihr ganz persönliches Huhn. Die Paten können auch 20 Eier im Monat in den Größen M bis XL auf dem Hof abholen. Faustformel: Je älter der Vogel, um so dicker das Ei.

Das Interesse ist groß

Seit dem 3. Oktober, vergeben Dirk Wonning und Birgit Grote, die den Hof im Nebenerwerb betreiben, wieder 25 neue Patenschaften. Denn die Schar ist jetzt um eine Herde junger Hennen gewachsen. Wer sich dafür interessiert, sollte sich also sputen; das Interesse ist groß. Ein solcher Tag sei immer ein besonderes Ereignis. Viele Familien kämen mit ihren Kindern, berichtet der 52-jährige Landwirt Dirk Wonning.

Seit drei Jahren bieten er und seine Frau diese Patenschaften an. Begonnen hatte es mit Kindern aus der Nachbarschaft, die mal vorbeigekommen waren, Tiere mit ihren unterschiedlichen Merkmalen in ihre Skizzenbücher gemalt und ihnen Namen gegeben haben. Normalerweise sind die Vögel nur mit Nummer und Farbring markiert. Durch den Namen wurden sie aus der Anonymität der Herde gehoben. „Das war schon so was wie eine Patenschaft. Die Kinder hatten einen Heidenspaß, sie kamen jeden Tag“, so Wonning.

Etwa sechs Monate nach dem Schlüpfen und dann etwa anderthalb Jahre lang kann ein Huhn Eier legen. Und danach? „Die Paten entscheiden, was nach der Legeperiode passieren soll.“ Es kann zum Beispiel, für den heimischen Suppentopf fertig vorbereitet, mit nach Hause genommen werden. Andere werden für die Xantener Tafel gespendet, aber das sind nur wenige. „Wenn die Paten es möchten, halten wir ihr Huhn auch länger bei uns. Es kommt dann, wenn der Pate sich an Kosten für Futter, Tierarzt und Stall beteiligt, in den Pensionsstall. Der liegt etwas abseits vom Auslauf der doch sehr lebhaften Hühner“, erklärt er weiter. Fünf Euro pro Monat kostet das Gnadenbrot für ein Federvieh. Solange man will.

Paten können sich ihr persönliches Tier aussuchen. Huhn ist nicht gleich Huhn. Manche sind eher schreckhaft. „Die jetzigen sind richtig lebhaft und freuen sich, wenn sie uns sehen“, sagt der Xantener. Viele Paten, berichtet er, kämen oft nicht nur auf den Hof, um Eier zu holen, sondern auch, um sich die Haltung anzusehen. „Darauf legen sie großen Wert.“ Nur betreten dürfen sie den Stall aus Gründen der Hygiene nicht.

In Freilandhaltung

Die Hühner leben in Freilandhaltung. Im Stall stünden pro Federvieh etwa zwei Quadratmeter zur Verfügung, sagt Wonning, im Freien seien es etwa zehn Quadratmeter. Der Winter kann ihnen nichts anhaben, der heiße Sommer mache ihnen eher zu schaffen.

Zwar könne kein Pate mit Bestimmtheit sagen, dass die Eier, die er nach Hause mitnehmen kann, auch wirklich sein Vogel gelegt hat. Er kann jedoch sicher sein, dass sie nur von Hühnern aus der Herde stammen, einen Zukauf von außer­halb gebe es nicht. „Die Eier werden in einem gesonderten Schrank automatisch reserviert. Die Paten haben dafür einen elektronischen Code“, sagt Wonning. Und man erhalte immer etwa die gleiche Zahl – 20 Eier pro Monat. „Auch wenn man Pate eines eher faulen Huhns ist oder es gerade mausert“, sagt der Herr des Hühnerhofs.

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