Schultheater

Xantener Schülerinnen präsentierten Weihnachtsmusical

Foto: oo

Xanten.   Die jungen Schülerinnen der Marienschule trugen mit zwei Aufführungen ihren Beitrag zum Jubiläumsprogramm der katholischen Mädchenschule bei.

Mit einem weihnachtlichen Musical endete an der Xantener Marienschule das Jubiläum zum 200-jährigen Bestehen. Das Musical „Sonderbar“ versprach schon nicht nur mit dem Titel, eine Besonderheit zu sein. Auch die Entstehungsgeschichte, an der Fünft- und Sechstklässlerinnen beteiligt waren, verdient das Prädikat „sonderbar-besonders“, wie Lehrerin Kirsten Schwarz verriet. Der Löwenanteil der Schulfeierlichkeiten lag im Mai. Doch mit dem Schulstart der neuen fünften Klassen nach den Sommerferien wollten auch die „Neuen“ ihr Scherflein zum Jubiläum beitragen. „Wir hatten keine Theater-AG“, erinnerte sich Kirsten Schwarz. Das Stück um die Geburt Jesu schrieb sie in verschiedenen Passagen um, ergänzte es um Rollen und Szenen, um dem Ganzen gerecht zu werden. Im Stück von Autorin Gaba Mertins waren nur 20 Rollen vorgesehen. Aber: „75 Schülerinnen hatten sich beworben. Wir mussten auf 40 Mitwirkende reduzieren“, so Kirsten Schwarz. Schon nach den Sommerferien startete in der zweiten Schulwoche das Theaterprojekt. Drei Monate wurde nach dem Unterricht geprobt und zusätzliche Probentage angehängt.

Für die tänzerischen Einlagen waren allein die Darstellerinnen verantwortlich. „Klar, alle sind total aufgeregt, aber auch sehr cool und sehr konzentriert“, so Kirsten Schwarz. Schöner Nebeneffekt einer arbeitsreichen Vorbereitung: die Fünftklässlerinnen, die mit Sechstklässlerinnen spielen, haben sich bereits prima – und vor allem durch das gemeinsame Theaterprojekt – in die Schulgemeinde eingelebt. „Das spricht für die Mädchen“, so das Fazit von Kirsten Schwarz. Bereits die Premiere für alle Klassen verlieh den jungen Darstellerinnen die bekannten Flügel.

Mit der weiteren Aufführung für ihre Familien pünktlich zum Fest in der Aula brillierten die Schülerinnen tatsächlich. Es gab immer wieder Szenenapplaus. Im Musical geht es um die Geschichte von der Geburt Jesu und die besondere Situation von Maria und Josef. Wie erklärt sich die heutigen Jugend, dass der Engel Gabriel die Geburt des langersehnten Messias ankündigt und Maria die Auserwählte ist? Sie, die Jungfrau, die mit Josef verlobt ist?

Ehebruch wurde damals mit dem Tode bestraft. Die nächste Hürde kommt, denn die beiden müssen ihre Heimatstadt Nazareth verlassen und auf Geheiß von Kaiser Augustus nach Bethlehem reisen. „Hätte Gott das nicht besser planen können“, lautet eine der Fragen. „Nicht sonderbar, sondern etwas ganz Besonderes. Bei Gott ist nichts unmöglich“, lautet darauf die Antwort. Gekonnt gestaltete sich der Wechsel auf der Bühne, die Sprecherinnen führten in die jeweiligen Situationen mit Engeln, Bürgern, Wirten, Hirten und Sterndeutern ein.

Die Einsätze, seien sie tänzerisch oder gesanglich, passten. Besonders die Szene, mit der kleinen Schafherde, die mit ihren Hirten dann munter durch die Publikumsreihen zog. Trotz einer jugendlich-modernen Musicalfassung blieb die Botschaft, die die Schülerinnen ins Publikum schickten, erhalten. Dass Gott uns Menschen so liebt, das ist wirklich absolut sonderbar, und zwar einfach wunderbar.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik