Kultur

Xantener Stadtcafé wagt Konzert-Abenteuer

Xanten - Stadtcafe - Night of the Bands neuer Auftrittsort hier der Betreiberg Zarko Simic in der oberen gemütlichen Etage

Xanten - Stadtcafe - Night of the Bands neuer Auftrittsort hier der Betreiberg Zarko Simic in der oberen gemütlichen Etage

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Xanten.  Bei der Enni Night of the Bands, die am kommenden Samstag in Xanten steigt, ist mit dem Stadtcafé eine neue und ungewöhnliche Konzert-Location dabei.

Im Stadtcafé, das schon seit weit mehr als 50 Jahren für seine Torten aus der eigenen Konditorei bekannt ist, spielt um 19 Uhr das Akustik-Duo Plug and Play. Bei dem Musik-Event, das dieses Jahr seine zehnte Auflage feiert, treten zwölf Bands in verschiedenen Lokalitäten auf. Das Stadtcafé sei in den vergangenen Jahren schon oft angefragt worden, schließlich hat Betreiber Zarko Simic den Entschluss gefasst: „Wir probieren es und machen mit.“

Eine Portion Zweifel sei am Anfang vorhanden gewesen, denn „wir sind ein klassisches Café-Haus und keine Kneipe“, sagt Simic deutlich. Unter der Bedingung jedoch, dass er seine eigene Vorstellung von Musik einbringen darf, habe er sich auf das „Abenteuer“ eingelassen. „Ich kenne mein Haus und weiß, dass eine grölende, laute Rockband nicht passen würde.“ Als er sich auf den Vorschlag der Veranstalter hin die Musik von Plug and Play anhörte, habe er nicht lange überlegen müssen: „Das ist Musik pur, die perfekt zu uns und unseren Gästen passt.“

Aktuelle und ewige Hits

Plug and Play besteht aus einem Sänger und einem Gitarristen, die am Samstag im Obergeschoss des Stadtcafés aktuelle und ewige Hits der letzten fünf Jahrzehnte spielen werden.

Dabei solle das gemütliche Ambiente beibehalten, die übliche Sitzordnung jedoch aufgelockert werden. So könnten sich auch Gäste, die mehrere Konzerte besuchen und nur mal im Stadtcafé „vorbeischauen“, problemlos dazugesellen.

Vielen Stammgästen habe man bereits von dem Konzertabend erzählt. „Die Resonanz war bisher durchweg positiv und wir haben schon einige feste Zusagen“, erzählt Simic. Das mag daran liegen, dass die Klänge des sonst stets laufenden Klassik-Radios am Samstag nicht zum ersten Mal durch etwas lautere Musik ersetzt werden. Seit sechs Jahren wird im Stadtcafé auch Altweiber gefeiert — wie schon etliche Jahre zuvor.

Einmalige und besondere Stimmung

Rainer Terschluesen, Besitzer des Stadtcafés, erinnert sich noch gut an die Altweiber-Bälle, die vor rund 30 Jahren im Café stattgefunden hätten. „Die Leute standen bis auf die Treppe runter und haben so geschunkelt, dass das Geländer weggebrochen ist“, erzählt er. Diese „einmalige und besondere“ Stimmung von früher habe man mit der Neuauflage des Altweiber-Balls wieder aufleben lassen wollen. Und das funktioniert anscheinend: Seit drei Jahren in Folge sei die Karnevals-Veranstaltung restlos ausgebucht. „Da kommt man dann doch ins Staunen“, so Terschluesen, „wenn eine 80-Jährige über den Tanzboden fegt“.

Genau wie das Stadtcafé an Karneval die Ergänzung zum Schützenhaus sei, wolle man bei der Enni Night ebenfalls bewusst „das ältere Publikum“ ansprechen. Denn bei der Musikveranstaltung, so Simic, gehe es nicht nur um verschiedene Bands und deren Musikrichtungen, sondern auch um unterschiedliche Locations und ein diverses Publikum – und das bestehe eben nicht nur „aus jungen Leuten, die die ganze Nacht lang abrocken wollen“.

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