Windeln

Xantener Verwaltung lehnt Windelsäcke ab

Babywindeln produzieren eine Menge zusätzlichen Müll.

Babywindeln produzieren eine Menge zusätzlichen Müll.

Foto: wer

Xanten.   Mitarbeiterinnen des Babybegrüßungsdienstes haben diese gefordert. Die Verwaltung ist aus hygienischen Gründen gegen Müllsäcke für Windeln.

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Einwegwindeln sind praktisch. Aber es gibt einen Nachteil: Es fällt eine Menge Müll zusätzlich zum normalen Abfall in der Restmülltonne an. Deshalb dürften viele junge Eltern, aber auch die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen ein Problem kennen, auf das Joulia Schwarte und Alexandra van Bebber die Verwaltung aufmerksam gemacht haben: Die Restmülltonne ist plötzlich zu klein, und die nächst größere Variante würde mehr Gebühren kosten.

Die beiden Frauen schlagen deshalb vor, dass Xanten sogenannte Windelsäcke als günstige Alternative einführt. Sie arbeiten ehrenamtlich im Babybegrüßungsdienst der Stadt. Sie besuchen also Eltern, die gerade ein Kind bekommen haben, und informieren sie über die Angebote der Stadt für Familien. Oft würden sie gefragt, warum es in Xanten keine Windelsäcke gebe?, berichten sie. Denn einige Städte bieten diese Ergänzung zur Restmülltonne zusammen mit dem Entsorger bereits an. Es handelt sich um Müllsäcke für Windeln von Kleinkindern und pflegebedürftigen Menschen. Sie seien als günstige Alternative zu einer größeren Restmülltonne eingeführt worden, erklärt die Stadt Kamp-Lintfort auf ihrer Homepage. Dort bekommen die Bürger die Windelsäcke im Bürgerbüro, müssen die vollen Säcke aber selbst zum Betriebshof bringen. In Geldern und Moers werden sie dagegen vom Entsorger abgeholt.

Als Stadt ein Signal setzen

Schwarte und van Bebber schlagen für Xanten vor, dass die Säcke vom Entsorger abgeholt werden, wenn die Restmülltonnen geleert werden. „Xanten würde auf diese Weise als familienfreundliche Stadt ein weiteres Signal setzen“, schreiben die beiden Frauen. In den nächsten Wochen werden der Umwelt- und der Hauptausschuss über den Antrag beraten, Ende März stimmt schließlich der Rat darüber ab. Die Stadtverwaltung hat den Vorschlag geprüft und lehnt ihn ab.

Das Entsorgungsunternehmen sei befragt worden, es rate von Windelsäcken ab. Aus hygienischen Gründen sei die Lagerung von gebrauchten Windeln in Säcken bedenklich, insbesondere in Sommermonaten. Die Verwaltung sieht auch keinen Bedarf für Windelsäcke. Eine 120-Liter-Restmülltonne koste im Jahr 96 Euro mehr als eine 80-Liter-Tonne, pro Monat seien das acht Euro. Würde Xanten dem Beispiel Moers folgen, würden 70-Liter-Windelsäcke etwa 6,50 Euro kosten, schätzt die Verwaltung. Sie empfiehlt deshalb die Restmüllsäcke, die es bereits gibt. Sie haben ein Fassungsvermögen von 70 Litern und kosten 6,50 Euro. Diese Säcke könnten am Abfuhrtag zu einer vorhanden Restmülltonne gestellt werden.

Auch in Sonsbeck war vor einigen Jahren über die Einführung von Windelsäcken diskutiert worden. Die Verwaltung lehnte sie ebenfalls ab. Unter anderem, weil sie davon ausging, dass sich ältere Menschen schämten, Windelsäcke an die Straße zu stellen.

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