Mühlengarten Xanten

Wirt Hakim König ärgert sich über unhöfliche Gäste

Hakim König ist Wirt des Mühlengartens am Nordwall. Er betreibt die Gastronomie gemeinsam mit seiner Ehefrau Michaela.

Hakim König ist Wirt des Mühlengartens am Nordwall. Er betreibt die Gastronomie gemeinsam mit seiner Ehefrau Michaela.

Foto: Markus Werning

Xanten.  Sie missachten Reservierungen und reagieren zumeist aggressiv auf Hinweise des Personals. Königs Appell für mehr Freundlichkeit findet Beifall.

Der Mühlengarten ist ein gemütlicher Biergarten mitten in Xanten, er liegt direkt an der Kriemhildmühle am Nordwall. Gerade jetzt im Sommer „sind abends viele Tische reserviert“, berichtet Michaela König, die das Lokal seit vielen Jahren mit ihrem Mann Hakim betreibt. Einige der 14 Tische blieben für die Laufkundschaft frei, dafür nähmen sie keine Reservierungen an. Trotzdem komme es vor, dass alle Tische belegt seien, vor allem an warmen Sommerabenden. „Natürlich möchte jeder im Freien sitzen.“

Leider machten sie dann die Erfahrung, dass sich Gäste an Tische setzten, die schon für andere reserviert worden seien und deshalb auch ein Schild dort stehe. Wenn die Mitarbeiter diese Kunden darauf hinwiesen, werde das meist mit Erklärungen wie „Wir brauchen nicht lange“ oder „Das dauert doch noch eine Stunde“ abgetan. „Und das oft in einer, sagen wir mal, sehr rustikalen Art“, beklagt Michaela König. Deshalb haben sie und ihr Mann einen Appell veröffentlicht. „Wir finden es nicht in Ordnung, dass unser Servicepersonal manchmal ziemlich unfreundlich angegangen wird“, schreiben sie auf ihrer Facebookseite. Es sei sicher enttäuschend, wenn jemand an einem Sommerabend keinen freien Platz im Biergarten finde. „Das berechtigt aber nicht zu Unhöflichkeit gegenüber anderen – weder Gästen noch Personal.“

Wirte und Mitarbeiter suchen die Kommunikation mit Gästen

Sie seien immer bemüht, eine Lösung zu finden, erklärten die Wirte weiter. „Meistens sind noch Plätze an anderen, großen Tischen frei, an denen man sich zu anderen dazu setzen kann.“ Schließlich sei es ein Biergarten, und „das Wesen eines jeden Biergartens ist die Geselligkeit, das Beieinandersein und das ins Gespräch kommen“. Wer sich aber nicht an einen Tisch mit anderen Menschen setzen wolle und keinen freien Platz seiner Wahl finde, „der wird sich auch zukünftig nach einer anderen Location umschauen müssen“. Sie akzeptierten kein aggressives Verhalten gegenüber ihren Mitarbeitern und hofften „auf ein wenig mehr Verständnis“, schreiben Michaela und Hakim König. „Unser Servicepersonal dankt es Ihnen sicher mit einem freundlichen Lächeln.“ Wenn an einem Abend nichts frei sei, „versuchen Sie es vielleicht an einem anderen Tag noch einmal“.


Es seien vielleicht fünf Prozent der Gäste, die sich unfreundlich verhielten, Tisch-Reservierungen ignorierten und auch pampig würden, wenn die Rechnung nicht innerhalb von 15 Minuten gebracht werde, ergänzte Hakim König. Er glaube nicht, dass diesen Menschen bewusst sei, wie sie sich verhielten. „Das ist Gedankenlosigkeit, sie sind nicht achtsam gegenüber ihren Mitmenschen.“

Betreiber erhalten viel Zuspruch auf Facebook

Auf eine Diskussion mit ihnen lasse er sich nicht ein. Wenn ein Tisch reserviert sei, werde dieser Tisch auch frei gehalten. Sonst könne es ihm passieren, dass der Gast, der sich kurzfristig dorthin gesetzt habe, mit seinem Getränk oder Essen noch nicht fertig sei, wenn der Gast mit der Reservierung komme – „und dann habe ich zwei unzufriedene Gäste: Der eine muss gehen, obwohl er vielleicht noch nicht fertig ist, und der andere kann sich noch nicht hinsetzen, obwohl er den Tisch reserviert hat“, erklärt König.

Auf Facebook erhalten die Mühlengarten-Wirte viel Zuspruch für ihren Appell. „Mehr Respekt dem Servicepersonal gegenüber!“, fordert eine Frau. „Höflichkeit tut nicht weh“, ergänzt ein Mann. Eine Frau schreibt: „Ich hoffe, es kommt bei allen an, die die Reserviert-Schilder ignorieren.“

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