Wahl in Xanten

Xantens Stadtrat wird jetzt größer und weiblicher

Xanten - Rathaus - Haushalt der Stadt - Querelen um die Verschuldung und falsche Beträge CDU , FBI und die SPD sind sich sehr uneinig hier der Ratssaal von innen - dort werden die Entscheidungen getätigt - die dunkle Hexenküche

Xanten - Rathaus - Haushalt der Stadt - Querelen um die Verschuldung und falsche Beträge CDU , FBI und die SPD sind sich sehr uneinig hier der Ratssaal von innen - dort werden die Entscheidungen getätigt - die dunkle Hexenküche

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Xanten.  Bei der Xantener Wahl hat die CDU alle Wahlbezirke gewonnen. Die Grünen gehören ebenfalls zu den Wahlsiegern, dadurch steigt der Frauenanteil.

Der Rat der Stadt Xanten wird größer und weiblicher. Das sind zwei Ergebnisse der Kommunalwahl 2020. Weitere Erkenntnisse im Überblick.

Gewinner der Wahl

Die CDU ist zwar mit 39,34 Prozent unter ihrem Ergebnis von 2014 geblieben – damals hatte sie 43,12 Prozent bekommen. Aber sie gewann alle 16 Wahlbezirke und damit sogar einen mehr. Sie ist auch erneut die stärkste Kraft geworden und hat fast wieder 40 Prozent erreicht – trotz der Abspaltung zu Jahresbeginn: Vier Ratsmitglieder hatten die Partei verlassen und mit anderen das Forum Xanten (FOX) gegründet.

Auch die Grünen gehören zu den Wahlsiegern. Sie bekamen 12,64 Prozent und damit deutlich mehr als 2014 – damals waren sie bei 7,92 Prozent gelandet. FOX kann sich ebenfalls zu den Wahlsiegern zählen, weil die Wählergemeinschaft aus dem Stand heraus bei 8,79 Prozent gelandet ist. Allerdings hat sie ein weiteres Wahlziel nicht erreicht: Sie wollte in Xanten den Wechsel erreichen. Auch die FDP hat mehr Stimmen geholt als 2014 – aber nicht genug, um mehr als den bisher einen Sitz zu holen.

Verluste

Wenn die einen ihre Ergebnisse verbessern konnten, haben andere Stimmen verloren – denn allein über die höhere Wahlbeteiligung 62,263 statt 59,17 Prozent) lassen sich die Ergebnisse nicht erklären. FOX ist von ehemaligen Christdemokraten gegründet worden, dürfte also im konservativen Lager Unterstützer haben – aber nicht nur: Die Wählergemeinschaft hat deutlich mehr Stimmen bekommen, als die CDU gegenüber 2014 verloren hat.

Auch die Grünen dürften von vielen gewählt worden sein, die sich vor sechs Jahren für eine andere Partei oder Wählergemeinschaft entschieden haben. Dagegen musste die SPD Verluste hinnehmen, ihr Ergebnis sank von 22,95 Prozent (2014) auf 17,56 Prozent (sie verlor auch in absoluten Zahlen). Die Freie Bürger-Initiative (FBI) erhielt ebenfalls weniger Stimmen und landete bei 12,14 Prozent (nach 14,45 Prozent 2014). Unterm Strich blieben diese Verluste aber beinahe folgenlos: Die SPD ist mit sieben Sitzen (statt bisher acht) weiter zweitstärkste Kraft im Rat, die FBI behält ihre fünf Mandate.

Größerer Stadtrat in Xanten

Der Erfolg der CDU hat Auswirkungen auf die Größe des Stadtrats: Sie gewann alle 16 Ratswahlbezirke und erreichte dadurch mehr Mandate, als ihr vom Gesamtergebnis zustehen würden. Aber sie behält die Direktmandate, und die anderen Parteien erhalten Ausgleichsmandate. Der Stadtrat wird deshalb von 32 auf 40 Mitglieder aufgestockt (plus Bürgermeister Thomas Görtz). Für eine Mehrheit sind also 21 Stimmen notwendig.

Faktoren für den Erfolg

Es gibt keine repräsentativen Umfragen in Xanten, deshalb lassen sich die Motive der Wähler nur erahnen. Das Ergebnis der Grünen zeigt aber, dass die Umwelt- und Klimaschutzpolitik für die Menschen wichtiger geworden ist. Insgesamt ist auch die Politik der CDU und von Bürgermeister Thomas Görtz bestätigt worden. Insbesondere die Führung durch die Corona-Krise dürfte eine Rolle gespielt haben. Und es fällt auf, dass bekannte Kommunalpolitiker zum Teil deutlich höhere Ergebnisse erzielen konnten, als es ihren Parteien oder Wählergemeinschaften insgesamt gelungen ist – das ist ein Indiz dafür, dass eine Kommunalwahl auch eine Personenwahl ist.

Zum Beispiel erreichte Thomas Janßen (FOX) im Wahlbezirk 1 (Birten) 17,81 Prozent, Dietmar Leyendecker (CDU) im Wahlbezirk 2 (Birten) 45,01 Prozent, Siegfried Kemkes (FBI) im Wahlbezirk 5 (Beek) 21,64 Prozent, Guido Angenendt (SPD) im Wahlbezirk 10 (Lüttingen) 25,79 Prozent, Pankraz Gasseling (CDU) im Wahlbezirk 11 (Lüttingen) 49,62 Prozent, Johannes Wienemann (SPD) im Wahlbezirk 12 (Wardt) 26,43 Prozent, Karl-Heinrich Kösters (FOX) im Wahlbezirk 13 (Vynen) 21,53 Prozent und Werner Paessens im Wahlbezirk 15 (Marienbaum) 19,09 Prozent. Es gelang aber auch neuen Kandidaten, die Wähler von sich zu überzeugen. So setzte sich Britta Heistrüvers (CDU) im Wahlbezirk 10 (Lüttingen) unter anderem gegen SPD-Mann Angenendt durch, und Ralf Graumann gewann den Wahlbezirk 12 (Wardt) gegen die langjährigen Ratsmitglieder Johannes Wienemann (SPD) und Tanko Scholten (FOX).

Frischer Wind

Im Stadtrat werden 20 neue Gesichter zu sehen sein, allein die CDU hat zehn neue Ratsmitglieder. Gleichzeitig ist viel Erfahrung vertreten: Die anderen 20 Frauen und Männer haben bisher schon im Stadtrat gearbeitet. Jüngstes Ratsmitglied dürfte mit 19 Jahren Justus Janßen (CDU) sein. Der Altersdurchschnitt des Rats wird deutlich darüber liegen. Der Frauenanteil steigt: von rund 19 auf 32,5 Prozent, weil unter den 40 Stadtverordneten 13 Frauen sind. Die höchsten Anteile haben dabei die Grünen (drei von fünf Ratsmitglieder) und die SPD (drei von sieben).

Wahlleiter dankt Helfern

Rund 180 Frauen und Männer haben am Sonntag in Xanten ehrenamtlich bei der Kommunalwahl geholfen und mehr als 11.000 Stimmen ausgezählt.

Ihr Einsatz ging bis spät am Abend. „Vielen Dank für die Bereitschaft“, sagte Wahlleiter Niklas Franke. „Es ist ein guter und wichtiger Dienst an der Demokratie.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben