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Zu viele Flüchtlinge: CDU Alpen mit dringendem Appell

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Die CDU in Alpen sieht die Kommunen durch die anhaltenden Flüchtlingsströme überfordert und fordert von Berlin mehr Hilfen.

Die CDU in Alpen sieht die Kommunen durch die anhaltenden Flüchtlingsströme überfordert und fordert von Berlin mehr Hilfen.

Foto: poll / WP

Alpen.  Alpens CDU-Fraktionsvorsitzender Frederik Paul warnt: Die Herausforderung durch die Migration überfordern die Gemeinde.

Einen dringenden Appell an die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Migrationspolitik hat jetzt CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Alpen gerichtet. „Wir als Gemeinde Alpen sind an unsere Belastungsgrenze gelangt. Die steigenden Flüchtlingszahlen sind für uns nicht mehr zu handhaben – trotz des tollen Engagements von so vielen Menschen in unserer Gemeinde.“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Frederik Paul.

Aufnahmefähigkeit der Gesellschaft am Kipppunkt

„Die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft hängt entscheidend davon ab, ob die Integration der Geflüchteten gelingen kann. Es kommen auch Menschen aus Personenkreisen, dessen Gründe für die Flucht zwar individuell nachvollziehbar sind, die jedoch aller Voraussicht nach keinen Schutzstatus erhalten werden. Dafür gibt es in der Gesellschaft kaum noch Akzeptanz. Wir in den Kommunen müssen das ausbügeln, was in Berlin verschlafen wird. Ich sehe, dass wir auf einen gesellschaftlichen Kipppunkt zusteuern, der Kipppunkt der Akzeptanz und der Solidarität.“

Seit Beginn des Ukraine-Krieges rund 230.000 geflüchtete Menschen in NRW

Die Städte und Gemeinden in NRW hätten seit Beginn des Ukraine-Krieges rund 230.000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine aufgenommen. „Dazu kamen im Jahr 2022 rund 43.000 Asylsuchende. Diesen Wert erreichten wir in diesem Jahr bereits im August. Die ursprüngliche Prognose für das Jahr 2023 von 55.000 Asylsuchenden wird sicher deutlich übertroffen werden. Diese Zahlen verdeutlichen die Diskrepanz zwischen der humanitären und rechtlichen Pflicht zur Aufnahme von Geflüchteten und den tatsächlich vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten.“, führt er weiter aus. „Wir stehen vor erheblichen Herausforderungen bei der Unterbringung, Versorgung und Integration der Menschen, die zu uns kommen.“

Konkrete Vorschläge von Seiten des Städte und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen

Konkrete Vorschläge gebe es bereits von Seiten des Städte und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen in seiner Münsteraner Erklärung, so Paul, „und wir können uns diesen Forderungen nur anschließen: Wir benötigen eine klare Regulierung der Einwanderung, in dem Einwanderungsregeln den Integrationskapazitäten entsprechen, und der Bundestag sollte zeitnah klare Regeln für die Einwanderung definieren. Daneben ist eine gerechte Verteilung und der Schutz der EU-Außengrenzen zwingend erforderlich, die Aufnahmekapazitäten auf Bund- und Länderebene müssen rasch erweitert werden und wir brauchen eine konsequente Rückführung von Personen ohne Bleibeperspektive. Die Unterbringung, Versorgung und Integration der ankommenden Personen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die dauerhaft und vollständig durch Bund und Land finanziert werden muss. Wir fordern eine Harmonisierung der Integrations- und Sozialleistungen, denn eine einheitliche Migrationspolitik auf europäischer Ebene erfordert auch die Gleichwertigkeit der Integrations- und Sozialleistungen in den EU-Mitgliedsstaaten.“

Herausforderungen nicht mehr zu bewältigen

Die Not sei groß und die Herausforderungen nicht mehr zu bewältigen. „Ein Ende sowie eine lösungsorientierte Bundesregierung sind nicht in Sicht. Wir fühlen uns im Stich gelassen. Daher appellieren wir als CDU-Fraktion Alpen dringend an die Abgeordneten im Deutschen Bundestag, sich für die Umsetzung dieser Maßnahmen einzusetzen, um die aktuellen Herausforderungen bei der Aufnahme und Integration zu bewältigen. Die derzeitige Situation ist für uns vor Ort nicht mehr tragbar.“, erklärt Alpens CDU-Fraktionschef Frederik Paul.

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