Technologie

230 Kilometer Kreuztaler Straßen werden nun digital erfasst

Das auffällige Messfahrzeug wird in den kommenden Tagen alle 230 Kilometer Straßen und Wege in Kreuztal abfahren.

Das auffällige Messfahrzeug wird in den kommenden Tagen alle 230 Kilometer Straßen und Wege in Kreuztal abfahren.

Foto: Stadt Kreuztal / Eagle eYE Technologies

Kreuztal.  Im Auftrag der Stadt fährt ein Messfahrzeug der Firma Eagle Eye Technologies durch Kreuztal. Die Daten sind für den Aufbau eines Straßenkatasters

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Verwaltung der Infrastruktur ist eine große Herausforderung für jede Kommune. Um sich diesen Aufgaben zu stellen, sollte die Verwaltung detaillierte Daten ihrer Straßen und Wege besitzen. Der Berliner Anbieter „Eagle Eye Technologies“ wurde beauftragt, die Kreuztaler Straßenbestands- und Zustandsdaten genau aufzunehmen, optisch zu erfassen und anschließend für die Stadtverwaltung aufzubereiten. Die Daten der genauen Dokumentation sollen als Grundlage für den Aufbau eines Straßenkatasters dienen.

Die Befahrung

Bereits in dieser Woche soll die Befahrung durchgeführt werden, die mobile Straßentechnik der Eagle Eye Technologies wird sicherlich vielen Bürgerinnen und Bürgern auffallen, so die Stadtverwaltung: Das orangefarbene Messfahrzeug ist mit einer aufwendigen Dachkonstruktion sowie speziellen Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung aufgenommen werden. Die Befahrung soll noch in dieser Woche stattfinden.

Das Ziel

Das Ergebnis soll ein flächendeckendes und aussagekräftiges Straßenkataster sein, das detaillierte Flächen- und Zustandsdaten enthält. Dafür wurde Eagle Eye Technologies beauftragt, die rund 230 Kilometer kommunalen Straßen und Wege aufzunehmen. Mehrere Kameras erfassen gleichzeitig den Straßenraum und nehmen die Verkehrsanlagen fotogrammetrisch auf. Es werden ausschließlich der Straßenraum und die angrenzenden öffentlichen Flächen aufgenommen. Personen und private Flächen werden unkenntlich gemacht. Die Datenaufnahme ist wetterabhängig, dauert aber nur wenige Tage.

Der Zweck

Mit den digitalen Daten hat die Stadt Kreuztal zukünftig eine qualitativ hochwertige Übersicht und kann damit schnell und effizient Entscheidungsgrundlagen oder Budgets erstellen. Zudem können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig viele Sachverhalte vom Büro aus einsehen, prüfen und entscheiden. Konkret werden die gewonnenen Daten in das örtliche Geoinformationssystem eingepflegt. Dort werden sie die Grundlage für ein digitales Straßenkataster und die Einführung eines Straßenmanagements bilden.


Die Abgrenzung zu Google

Der Internet-Konzern Google hat vor einiger Zeit begonnen, auch in Deutschland Straßen und Gebäude für den Online-Kartendienst Google Street View zu filmen. Viele Datenschützer, Politiker und betroffene Bürger sehen durch diese Aktivitäten wichtige Persönlichkeitsrechte gefährdet. Angesichts des mit Kameras ausgestatteten Erfassungsfahrzeugs der Eagle Eye Technologies sind manche Bürger daher verständlicherweise irritiert, so die Stadt. Diese Erfassung von Verkehrsinfrastrukturdaten sei aber in keiner Weise mit den Aufnahmen von Google Street View zu vergleichen.

Die Befahrungen erfolgten immer im Auftrag der Stadt. Sie dienten der Erhebung von exakten Flächen- und Zustandsdaten der Verkehrsinfrastruktur. Diese benötige die Kommune zum Beispiel im Rahmen der sogenannten Doppik, um den Wert der kommunalen Straßen zu ermitteln. Darüber hinaus würden die Daten zunehmend als Grundlage für sogenannte Erhaltungsmanagement-Systeme genutzt, die den Unterhalt und die Sanierung der öffentlichen Straßen deutlich vereinfachten.

Eagle Eye sei in erster Linie ein Messverfahren: Am Erfassungsfahrzeug befinden sich spezielle Sensoren, die die Straßen- und Verkehrsflächen während der Befahrung zentimetergenau ermitteln.

Die Kommune erhalte aus den Aufnahmen nur das, was sie tatsächlich zur Unterstützung ihrer Arbeit benötigt und beauftragt habe. Alle Bilder und Messergebnisse würden nach der Befahrung in diesem Sinne aufbereitet: Aufgrund der Aufnahmetechnik lägen die Informationen dieses bildgebenden Verfahrens bereits georeferenziert vor. Im Ergebnis erhält der Auftraggeber sogenannte Geometrie- und Sachdaten.

Die Daten würden von den Kommunen ausschließlich zu internen Zwecken, also für die Wertermittlung und Dokumentation der kommunalen Verkehrsinfrastruktur genutzt. Eine Veröffentlichung, etwa über das Internet, erfolge zu keinem Zeitpunkt, betont die Verwaltung, Und selbst in der internen Verwendung würden die strengen Datenschutzregelungen der öffentlichen Verwaltung gelten.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben