Jubiläum

675 Jahre Sohlbach: Kleinster Stadtteil feiert Jubiläum

Der bestellte Schlagbaum steht am Ortseingang an der Zollschranke. Die zwei Euro Gebühr sind freiwillig.

Der bestellte Schlagbaum steht am Ortseingang an der Zollschranke. Die zwei Euro Gebühr sind freiwillig.

Foto: Michael Kunz

Netphen-Sohlbach.  Netphens kleinster Stadtteil Sohlbach feierte Jubiläum. Es gab ein großes Fest – doch jeder Besucher musste vorab am Zoll vorbei.

Wieder wurde ein Geburtstag gefeiert. Wie viele andere Dörfer, besteht auch der Ortsteil Sohlbach dieses Jahr seit – mindestens – 675 Jahren. Genau daran wurde am Samstag einen ganzen Tag lang erinnert. Mit viel Musik und Programm fand die Jubiläumsfeier statt.

Schlagbaum als Zollschranke

„Das haben wir extra für heute bestellt“, wird direkt am Parkplatz zum Ortseingang verraten. Wenn man als Besucher vom Parkplatz in Richtung Fest spaziert, muss man nämlich einen Schlagbaum passieren. Der soll an die damalige Zollschranke erinnern. Denn vor 40 Jahren wurde Sohlbach als Freistaat ausgerufen. Die Überquerung der Schranke kostete damals 99 Pfenning. Am Samstag lag der Preis bei zwei Euro und der Tradition entsprechend wurde die Gebühr von Zöllnern eingesammelt. – allerdings konnte jeder Besucher freiwillig entscheiden, ob er die Summe bezahlen möchte.

Kleine Meile – großes Angebot

Hinter der traditionellen Zollschranke liegt dann die Festmeile. Diese ist eher klein gehalten, doch das Angebot an Leckereien ist groß. Von Reibekuchen mit Apfelmus über Bratwürste, Kuchen, Feuerwaffeln bis hin zu geräucherten Forellen und einer deftigen Erbsensuppe, hier blieb kaum ein Wunsch offen. „Ohne Erbsensuppe geht es nicht“, ist da zu hören, und „Ja, am besten noch aus der Gulaschkanone!“ Die gibt es allerdings nicht, und die Suppe ist auch nicht vor Ort gekocht worden. Rund 150 Portionen der „Solvicher Arvesesobbe“ wurden im benachbarten Afholderbach vorbereitet.

Kochvorrichtung wie in Alchen

Vor gut einer Woche ereignete sich das tragische Unglück beim Backesfest in Alchen. Die Sohlbacher stellten vor Beginn der Jubiläumsfeier fest, eine ähnliche Kochvorrichtung wie die Alchen zu haben. Grundsätzlichen waren sie sich zwar sicher, dass kein Grund zur Gefahr bestehe – allerdings wollten die Sohlbacher nach dem Unglück jedes Risiko von Beginn an vermeiden.

Programm für Jung und Alt

Während die Besucher gegessen haben, konnten sie sich gleich gegenüber bequem die Fotowände mit vielen Schnappschüssen aus der Dorfgeschichte anschauen. Gleich um die Ecke lag auch das Glockenhaus, in dem der für das Jubiläum produzierte Drohnenfilm lief. Aufgrund des sonnigen Wetters lockte es allerdings nur wenige Besucher in den dunklem Raum.

Viele Besucher spazierten lieber über die Festmeile und machten Bekanntschaft mit dem sechsjährigen Uhu „Henry“, der trotz ungewohnter Tagesarbeit recht munter wirkte. Auch der Wunschstuhl lockte viele Menschen an, die auf die Erfüllung ihrer kleinen und großen Träume hofften. Selbst gemachte Marmelade und Honig gab es zu kaufen, Kartoffeln konnten bestellt werden und selbst der Schmuck für die Adventszeit war im Angebot, wirkte in der spätsommerlichen Sonne aber ein wenig verloren.

Im Vorgarten der Alten Herberge las Karin Becker für die kleinen Gäste des Festes verschiedene Geschichten vor. Einer der Dauerlieblinge war unter anderem „Pettersson und Findus“.

Für reichlich Musik war gesorgt

Ein Chor versorgte die Besucher der Jubiläumsfeier mit Musik. Bereits am Heimatabend ist dieser

aufgetreten. Der Chor wurde eigens für das Jubiläum gebildet und stimmte zu Beginn das Lied vom Sohlbacher Weiher an. Bernd und Bärbel Weber standen den ganzen Tag auf der Bühne und führten die Besucher durch das Programm.

Beide erklären, woher das Lied vom Sohlbacher Weiher stammt: „Von unserem inzwischen ältesten Einwohner Karl Schäfer geschrieben, zur Melodie von ,Wem Gott will rechte Gunst erweisen’.“ Weiter ging es dann mit der „Rose“, dem Irischen Segen und „Halleluja“, als Zugabe gab es „Der Hahn ist tot“.

Der Jubiläumschor durfte am Abend noch einmal auf die Bühne. Zwischenzeitlich sorgten noch die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Netphen, der Chor Vocale Arioso und der MGV Eschenbach für beste Unterhaltung auf der 675-Jahre Jubiläumsfeier. https://www.waz.de/staedte/siegerland/kleinstes-netpher-dorf-sohlbach-feiert-675-jaehriges-id227060035.html

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben