Ferienaktion

Bauspielplatz Hilchenbach: Atlantis wieder zum Leben erweckt

Mehr als 20 Betreuer machen mit.

Mehr als 20 Betreuer machen mit.

Foto: Nina Hoffmann / WP

Hilchenbach.  113 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren verwandeln den Bauspielplatz in Hilchenbach mit Hammer, Säge und Pinsel in eine Unterwasser-Wunderwelt.

Wer in dieser Woche den alten Rathauspark besucht, betritt eine andere Welt: Die längst versunkene Stadt Atlantis ist wieder aufgetaucht. Die Rasenfläche ist dicht bebaut mit großen und kleinen Häusern und U-Booten, alten Schiffswracks und geheimnisvollen Grotten und Höhlen. Seit Montag trotzen viele fleißige junge Handwerker auf dem diesjährigen Bauspielplatz Wind und Wetter. Sie sägen, hämmern, werkeln und pinseln, was das Zeug hält.

113 Kinder im Alter zwischen sechs und dreizehn Jahren – so viele Kinder haben beim Ferienspaßangebot der städtischen Kinder- und Jugendförderung bisher noch nie mitgemacht. Sozialpädagogin Heike Kühn, die mit Kollege Roman Mengel und mehr als 20 Betreuern vor Ort ist, betont: „So eine große Veranstaltung braucht natürlich eine Menge Unterstützer. Die meisten unserer Betreuer arbeiten ehrenamtlich hier, neben der Schule oder dem Studium. Das ist auf jeden Fall eine tolle Sache, und wir sind auch sehr froh darüber.“

Für das bunte, abwechslungsreiche Programm, das noch Sonntag läuft, hat das Kinder- und Jugendbüro Klimawelten, Jugendkunsthochschule und Rockmobil mit ins Boot geholt. Passend zum Thema Atlantis hat sich dieses Jahr außerdem noch ein weiteres „Crewmitglied“ unter die Kooperationspartner gemischt: der Verein für Fischerei und Gewässerschutz Ferndorftal (VFG), der mit den Kindern eine Gewässeranalyse durchführt.

Mit anderen Gruppen kooperieren

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen natürlich die kunstvollen Bauwerke. Die Kinder haben sich hierfür in Gruppen aufgeteilt, und jede arbeitet voller Eifer an ihrem eigenen Projekt. Lilli (8), Sophia (9), Jannis (12) und Constantin (11) haben ihr Schiff „Nemo“ genannt, nach dem beliebten Trickfilm-Clownfisch, den sie mit Acrylfarbe auf eine Flagge aus Holz gepinselt haben. Das Besondere: Die „Nemo“ ist über eine Leiter mit der „Amethystgrotte“ verbunden – dem Werk von fünf Mädchen aus einer anderen Gruppe. „Uns ist es wichtig, dass der Teamgedanke gefördert wird“, sagt Heike Kühn. „Die Kinder sollen nicht nur mit den eigenen Gruppenmitgliedern kooperieren, sondern auch mit den anderen.“ Teilnehmer Ben (12) ist bereits zum dritten Mal auf dem Bauspielplatz, andere sogar schon zum vierten oder sechsten Mal. Für andere ist es eine Premiere. Lani (8) sagt: „Ich bin hier zum ersten Mal. Es gefällt mir gut. Ich möchte auch nächstes Jahr gerne wieder kommen.“ Auch Laura (10) nimmt erstmalig an der Veranstaltung teil. Sie findet das Bauen toll, hat aber genauso viel Spaß am Bemalen der Werke.

Vom Vereinshaus bis zur Männer-Bar

Atlantis hat seinen Bewohnern und Besuchern viel zu bieten: von einem „Vereinshaus“ für den Sportverein Eckmannshausen (SVE) bis hin zu einer „Männer-Bar“. Hier dürfen selbstverständlich auch Mädchen hinkommen – die müssen allerdings Eintritt zahlen. Die kreativen Baumeister haben sogar an ein „Jobcenter“ gedacht, denn die Atlantis-Bewohner müssen schließlich auch Arbeit finden. Und ein Leuchtturm darf in einer Unterwasserstadt auch nicht fehlen, ebenso wenig wie die bunt beschilderten und aufwendig verzierten Unterwasserhäuser. Teamer Maxi sagt: „Die Kinder haben ganz allein entschieden, was sie bauen wollen. Keine der Ideen hier kommt von uns.“

Wer auf das Basteln und Werkeln keine Lust hat, der kann sich in das Rockmobil zurückziehen. Zusammen mit Musikpädagogen werden hier Lieder gesungen und Instrumente gespielt. Das ist eine gute Abwechslung zu der schweißtreibenden Bauarbeit. Zwischendurch gibt es eine Stärkung für die erschöpften Handwerker: Gemüseeintopf und Brötchen. Und der Tag ist noch lange nicht vorbei. Abends warten auf die Kids noch weitere Abenteuer, denn in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird gezeltet. Am Sonntag müssen die schönen Bauwerke dann leider abgeräumt werden.

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