Kommentar

Der Heimat-Check zu den Rathäusern: Am Ende konsequent

Steffen Schwab

Steffen Schwab

Foto: Sascha Kertzscher

Wer mit seiner Stadt zufrieden ist, hat auch am Geschehen im Rathaus wenig auszusetzen. Umgekehrt um so mehr. Ein Kommentar.

Man könnte sagen, die Zensurengebung unseres Heimat-Checks sei ungerecht. Das ist sie in der Tat, so weit sie subjektiv ist. Denn wer zufrieden in seiner Stadt lebt, hat wenig Anlass zum Tadel in Richtung Rathaus. Aber wo sind die Stellschrauben, solche Zufriedenheit zu bewirken?

Die große Stadt verliert, wenn Politik und Verwaltung mit ihren Überlegungen und Argumenten gar nicht erst durchdringen. Die kleinere Stadt gibt ein desaströses Bild ab, wenn ihre Einwohner das Scheitern im Detail Schritt für Schritt nachvollziehen können. Wenn zum Beispiel Hilchenbach aus dem Kulturellen Marktplatz in Dahlbruch, wenig mehr als eine Gebäudesanierung, ein Jahrzehntprojekt macht, während Burbach und Kreuztal in aller Stille die Städtebauförderungsmillionen aus Düsseldorf herbeischaffen.

Die Handicaps der Kleinen – und der Großen

Wohlhabende Kommunen wie Burbach und Kreuztal tun sich sicher leichter, Bürgerwünsche zu erfüllen. Und eine Großstadt wie Siegen ist nun einmal auch der Ort, in dem viele Menschen unter widrigen Bedingungen leben, weil der Traum vom Häuschen im Grünen für sie ein Traum bleiben musste. Andererseits: Städte wie Netphen und Hilchenbach haben einiges mehr an Infrastruktur zu bieten als zum Beispiel Wilnsdorf oder Freudenberg – ohne dass sich das in einem positiven Urteil Richtung Rathaus niederschlägt. Da dürfte dann doch die krawallige kommunalpolitische Kultur durchschlagen, die im Publikum nicht gut abkommt.

Gute Noten bekommt das Rathaus, wenn das Produkt stimmt. Und da sind unsere Leserinnen und Leser im Heimat-Check, von Frage 1 bis Frage 15, ausgesprochen konsequent.

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