Kleiderkammer

Engpass an warmer Kleidung bei Eichener Kleiderkammer

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen um Ethel Schneider (ganz links im Bild) der Eichener Kleiderkammer.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen um Ethel Schneider (ganz links im Bild) der Eichener Kleiderkammer.

Foto: Martin Horn

Eichen.  Das Angebot an warmer Kleidung ist knapp in der Eichener Kleiderkammer. Nicht alle Spenden sind weiter tragbar und müssen entsorgt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Kundschaft in der Eichener Kleiderkammer ist bunt gemischt. „Junge Familien, Studenten, Sozialfälle, Zuwanderer und viele Rentner“, beschreibt Ethel Schneider die Menschen, die den Weg zu ihr und ihren insgesamt 15 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Eichener Straße 116 in Kreuztal finden. In diesem Jahr sei der Bedarf nach Winterkleidung schon vor dem ersten Frost so groß, „dass die Kartons bereits jetzt schon alle leer sind“, zeigt sich Ethel Schneider besorgt.

Seit zehn Jahren leitet die 63-Jährige die Kleiderkammer, die einst von Ruth Vetter gegründet und über 18 Jahre geführt wurde. Dass die Nachfrage nach wärmerer Kleidung zum Winter hin zunimmt, sei völlig normal. In diesem Jahr übersteige jedoch die Nachfrage zu einem frühren Zeitpunkt als sonst das Angebot, so dass es zum Engpass kommt.

Der Großteil an Winter geeignete Jacken, Schuhe, Pullover und Hosen fand in kurzer Zeit für wenig Geld neue Besitzer. Ethel Schneider hofft, dass die Spendenbereitschaft in den Wintermonaten auch Winterkleidung abzugeben, so hoch ausfällt, dass die Bedürfnisse der Suchenden erfüllt werden können.

Gut ist relativ

Bei den abgegeben Spenden erweist sich jedoch nicht alles als brauchbar. „15 bis 20 Prozent müssen wir wegschmeißen“, sagt Schneider, da die Kleidung entweder zu verschlissen sei, oder teilweise schon einen modrigen Geruch hätte. Ethel Schneider möchte den Spendern keinen Vorwurf machen, denn „gut ist relativ“, wie sie sagt. Die Menschen, die zu ihr kommen, sollen jedoch aus einer Auswahl wählen können, die noch gut und tragbar ist.

Wofür Ethel Schneider und ihre Kolleginnen kein Verständnis haben, sie regelrecht und regelmäßig verärgert, ist das Abladen von Müll vor der Kleiderkammer. „Mindestens einmal in der Woche stellen Leute hier alte Matratzen, Fernseher oder auch Farbeimer ab“, sagt Schneider. Die Kleiderkammer habe zwar auch Haushaltsutensilien, wie etwa Tischservices im Angebot, die regelmäßig abgeladenen Sachen gehören jedoch nicht dazu.

Im Gegenteil. Sie führen zu unnötigen Kosten. „Wir müssen den Müll dann auf Kosten der Diakonie abholen lassen“, sagt Schneider und bittet darum, dies in Zukunft zu unterlassen.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben