Ausschuss

Freudenberg will „ausbluten“ der Stadtteile verhindern

Freudenbergs Stadtkern aus der Vogelperspektive: Für diesen Stadtteil sowie für Büschergrund liegen bisher noch keine Daten zur Bevökerungsentwicklung der vergangenen 20 Jahre vor.

Freudenbergs Stadtkern aus der Vogelperspektive: Für diesen Stadtteil sowie für Büschergrund liegen bisher noch keine Daten zur Bevökerungsentwicklung der vergangenen 20 Jahre vor.

Foto: Hans Blossey

Freudenberg.   Die Stadt hat die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen 20 Jahre analysiert. Drei Stadtteile fallen durch enormen Rückgang an Einwohnern auf.

Die Stabilisierung der Einwohnerzahl ist eines der wichtigsten langfristigen Ziele der Stadt Freudenberg. Die Zukunftsfähigkeit der Stadt hänge davon ab, sagte Bürgermeisterin Nicole Reschke nun im Stadtentwicklungsausschuss und warf einen Blick auf die aktuellen Daten.

Die Bevölkerungsentwicklung verläuft von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich. Das zeigt eine Auswertung der Verwaltung, die die vergangenen 20 Jahre untersucht hat: „Während die Einwohnerzahlen in den Stadtteilen Oberholzklau, Hohenhain, Lindenberg und Oberheuslingen stärker als die gesamtstädtische Zuwachsrate steigen, drohen andere Stadtteile mit mehr als 10 Prozent Bevölkerungsrückgang auszubluten“, heißt es in dem Bericht. Mausbach (-25,1%), Heisberg (-15,6%) und Oberfischbach (-11,4%) sind besonders betroffen. „Das in konkreten Zahlen zu sehen, bringt uns weiter“, sagte Anke Flender (SPD).

Knackpunkt

Die Ursachen für diese Entwicklung, seien nicht leicht auszumachen. Zu den „üblichen Gründen“ würden Infrastruktur oder die Verkehrsanbindung zählen. Ein logischer Zusammenhang zwischen diesen Kriterien und den Entwicklungen liege in den betroffenen Stadtteilen allerdings nicht vor.


Die Infrastruktur: Oberfischbach hat mit der Grundschule und Kindergärten sowie der Nähe zum Stadtteil Niederndorf und den damit verbundenen Geschäften für den täglichen Bedarf eher die Voraussetzungen für einen Einwohnerzuwachs als beispielsweise der Stadtteil Hohenhain. Trotzdem steht Hohenhain (+ 8,66%) in der Statistik besser dar.


Verkehrsanbindung: Auch in diesem Punkt falle eine logische Begründung schwer. Ein Stadtteil wie Bühl mit direkter Nähe zur Autobahn hat neun Prozent der Einwohner eingebüßt. Plittershagen dagegen weist einen Zuwachs auf, obwohl die Anbindung an das Verkehrsnetz eher als „weniger gut zu bezeichnen ist“, so die Verwaltung.

Ansatz und Lösung

Der Vergleich der jeweiligen Stadtentwicklungskonzepte liefere schon eher einen maßgebenden Ansatz. Und das sogar über den Untersuchungszeitraum von 20 Jahren hinaus. Die Stadtteile, in denen städtebaulich mehr umgesetzt wurde (Oberholzklau, Hohenhain, Lindenberg, Niederndorf, Oberheuslingen und Plittershagen), verzeichnen einen Bevölkerungszuwachs.

Städtebaulich weist mancher Stadtteil noch ungenutzte Möglichkeiten auf. Mausbach zum Beispiel verfüge über 32 potenzielle Bauplätze und damit das größte Entwicklungspotenzial. „Allerdings ist für einen Großteil dieser Plätze die Erschließung noch nicht gesichert“, erklärt die Verwaltung.

Stimmen

„Ich denke mit den Zahlen haben wir eine Grundlage, die ein Riesenschritt in Richtung Zukunft ist“, sagte Martin Breloer von der CDU. Damit könne die Stadt in den nächsten fünf Jahren einiges bewegen. Arno Krämer (SPD) appellierte, dass es sich hierbei um eine Situation handele, die die Stadt schnellstens bewältigen müsse. „Wir müssen uns fragen, wohin wir uns entwickeln wollen, dabei Sozialwohnungsbau berücksichtigen und junge Familien unterbringen. Bald sind die Zahlen für Büschergrund und den Stadtkern da“, dann sollen auch Taten folgen.

  • Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.
  • Die Lokalredaktion Siegen ist auch auf Facebook.
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben