Freundschaft

Freundinnen sehen sich mit 99 Jahren im Fliednerheim wieder

Stolze 99 Jahre alt sind Magdalene Schuppener (links) und Irmgard Krumme, die sich im Weidenauer Fliedner-Heim wieder gefunden haben.

Stolze 99 Jahre alt sind Magdalene Schuppener (links) und Irmgard Krumme, die sich im Weidenauer Fliedner-Heim wieder gefunden haben.

Foto: Diakonie

Weidenau.  Eine Weile hatten sich Magdalene Schuppener und Irmgard Krumme aus den Augen verloren. Dann trafen sie sich im Fliedner-Heim wieder: mit 99.

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Gesellig, gesprächig und beide 99 Jahre alt: Magdalene Schuppener und Irmgard Krumme kennen sich seit 15 Jahren. Schon bei ihrer ersten Begegnung waren sie sich sympathisch. Im Fliedner-Heim haben sie einander nun wieder gefunden, frühstücken täglich gemeinsam, besuchen Veranstaltungen und plaudern über vergangene Zeiten.

Als Magdalene Schuppener, zwei Monate jünger als Irmgard Krumme, vor ein paar Wochen in ihrem Rollstuhl durch den Flur ihres Wohnbereichs fuhr, entdeckte sie auf einem Türschild einen Namen, der ihr zuvor noch nicht aufgefallen war. „Ich las den Namen Krumme und dachte mir, dass das doch bestimmt die Irmgard sein muss“, erzählt die 99-Jährige und lächelt. Sie klopfte, fuhr herein – und ihre Vermutung bestätigte sich. „Wir begrüßten uns ganz herzlich und fingen gleich an, von früher zu erzählen“, sagt Irmgard Krumme, zu diesem Zeitpunkt erst ein paar Tage zuvor eingezogen.

Auf Geburtstagsfeier in Siegen kennengelernt

2004, als beide noch zu Hause wohnten, lernten sie sich auf einer Geburtstagsfeier in Siegen kennen. „Bei der Cousine meines Mannes“, sagt Magdalene Schuppener. Der aus Pommern stammenden gelernten Krankenschwester fiel die freundliche Art Irmgard Krummes gleich auf. Schnell verstanden sie sich gut, unterhielten sich bei bei Kaffee und Kuchen. Irmgard Krumme: „Und wenn wir uns zwischenzeitlich nicht mal in der Stadt trafen, dann auf alle Fälle jedes Jahr auf dem Geburtstag der gemeinsamen Freundin.“ Als diese starb, verlor sich der Kontakt jedoch.

Nach dem Tod ihres Mannes lebte Magdalene Schuppener einige Zeit alleine in Siegen. Als sie altersbedingt im Haushalt mehr Unterstützung benötigte, machte sich ein Bekannter auf die Suche nach einem passenden Altenheim und schlug ihr das Fliedner-Heim vor. „Das gefiel mir gut, da wollte ich hin“, sagt sie. In der Einrichtung lebt sie nun seit drei Jahren und kennt sich so gut dort aus, dass sie Irmgard Krumme mit den Aktivitäten und Örtlichkeiten im Haus vertraut machte.

Noch immer viel vor

Für Irmgard Krumme, die sich mithilfe eines Rollators fortbewegt, wurde der Heimplatz nach einem Sturz organisiert. Im Fliedner-Heim fühle sie sich wohl, sagt sie. „Hier gibt es so viele liebe Menschen, über deren Dasein man froh sein muss. Und Frau Schuppener hab ich nun auch bei mir“, sagt sie lächelnd.

Bei jeder Veranstaltung, jeder Vorführung seien sie gemeinsam dabei. Ob Gymnastik oder Hausmusik „wir lassen nichts aus“, betont Magdalene Schuppener. Und durch die Zeit, die sie miteinander verbringen, wissen sie auch um die gegenseitigen Hobbys. „Frau Schuppener ist fleißig. Einmal kam ich in ihr Zimmer, da arbeitete sie an einer Decke. Ich hingegen bin da eher faul, lese lieber etwas im Bett“, sagt Irmgard Krumme. Magdalene Schuppener häkelt aus Leidenschaft gerne – am liebsten Patchworkdecken. Schon mehrmals fertigte sie ehrenamtlich auch Handarbeiten für den jährlichen Weihnachtsmarkt im Fliedner-Heim an – darunter Topflappen und Taschen.

Dass sie beide 99 Jahre alt sind, macht die Seniorinnen ein wenig stolz: „Das schafft nicht jeder, wohl Frau Schuppener?“, sagt Irmgard Krumme schmunzelnd. Was die beiden sich für die Zukunft wünschen: weitestgehend gesund und zufrieden und so lange wie möglich aktiv zu bleiben.

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