Kinder erforschen auf der Bürbacher Streuobstwiese die Natur

Amie macht es genau richtig. Sie gönnt sich eine kurze Verschnaufpause an ihrem neu gewonnen Lieblingsort, bevor es zurück zu den anderen geht.  

Amie macht es genau richtig. Sie gönnt sich eine kurze Verschnaufpause an ihrem neu gewonnen Lieblingsort, bevor es zurück zu den anderen geht.  

Foto: Kai Osthoff

Bürbach.  Natur bei einer Apfelverkostung entdecken: Kinder des Jugendtreffs Weidenau erkunden mit Daniel Rath die Streuobstwiese oberhalb von Bürbach.

Kraftvoll beißt Theo in einen Apfel und verzieht das Gesicht. „Bäh ist der sauer“, ruft der Grundschüler. Für Marika ist der gleiche Apfel „voll lecker“. Der rieche irgendwie nach Kuh, sagt ein Mädchen lachend. So verschieden sind die Geschmäcker.

Sude, Marika, Theo, Joab, Zain, Katharina, Mira, Naomi, Amie, Eliv und Elena haben auf der Streuobstwiese oberhalb von Bürbach gemeinsam jede Menge neue Erfahrungen gesammelt. Darüber werden sie sicher noch oft sprechen. Zusammen mit dem Streuobstpädagogen Daniel Rath sowie Karin Treinen und Elena Sturm vom städtischen Jugendtreff Weidenau sind sie nach Bürbach gekommen, auf die Streuobstwiese, die vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und einem Landwirt bewirtschaftet wird. „Obst mal anders – Eine Apfelprobe auf der Streuobstwiese“ heißt das Projekt von Daniel Rath.

Suchen und finden in der Natur

Auch die beiden Sozialarbeiterinnen können noch einiges lernen. Und freuen sich genauso über die Begeisterung der Kinder wie Daniel Rath. Mit seiner lockeren und kindgerechten Art nimmt der 42-Jährige die Kinder immer wieder aufs Neue mit auf eine Reise in die Natur.

Mit einer Schreibkladde, an der ein Zettel mit der Überschrift „Obstwiesenerkundung aus der Sicht eines Tieres/Menschen…“ klemmt, einem Stift und einem durchsichtigen Kunststoffröhrchen samt Schaumstoffdeckel ziehen sie los. Ihre Aufgabe: Gegenstände finden. „Etwas Nützliches“, „Etwas Rotes“, „Etwas Wertvolles“, „Etwas Giftiges“, und „Etwas Krabbelndes“.

Zehn Fundstücke sollen es am Ende sein. Vom Grashalm über Pilze, Blätter, Stöcke, Birnen, einen Nachtfalter und einen halben toten Mistkäfer ist alles dabei. Nach und nach gehen die Kinder zusammen mit Daniel Rath, Karin Treinen und Elena Sturm zu den Lieblingsorten, die sie in den gut 30 Minuten auf der Wiese gefunden haben, und zeigen ihre Fundstücke.

Mit allen Sinnen genießen

„Es ist schon erstaunlich und großartig, wie die Kinder die Natur entdecken und was sie sich für Gedanken machen“, sagt Daniel Rath. Während der Nachtfalter aus der kleinen Kunststoffröhre freigelassen wird und davonflattert, rennen die Kinder an den Tisch. Dort haben Kaiser Wilhelm und Prinz Albrecht von Preußen einen Platz gefunden, daneben ein Luxemburger Triumph, ein Rheinischer Bohnapfel, Jakob Lebel und ein Ontario.

Sechs Apfelsorten. So viel Auswahl, obwohl sich Kinder doch oft so schwer entscheiden können. Das hat Daniel Rath absichtlich gemacht. Er will moderne Umweltbildung leisten, die Kinder sensibilisieren: für ihre schützenswerte Umwelt. An diesem Tag nicht nur zum Anfassen. Die Kinder sollen mit allen Sinnen entdecken und genießen. Und eben auch neues kennenlernen.

So viel Bewegung an der frischen Luft macht hungrig. „Erst sollt ihr die Augen schließen und dran riechen. Dann reinbeißen und aufschreiben, wonach er schmeckt“, sagt Rath. Die Kinder finden ihre Lieblingsapfelsorte: Ontario, zwölf Punkte, vier für Kaiser Wilhelm und drei für Luxemburger Triumph.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben