Rettungseinsatz

Konzertierte Aktion rettet Verletzten im Wald bei Netphen

Die Kreisleitstelle koordiniert die Rettung eines mitten im Wald verunglückten Radfahrers. Viele Akteure helfen mit.

Die Kreisleitstelle koordiniert die Rettung eines mitten im Wald verunglückten Radfahrers. Viele Akteure helfen mit.

Foto: Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein

Netphen.  Ein Radfahrer verletzt sich im Wald zwischen Hohenroth und Obernau. Die Rettung gelingt dank perfekter Zusammenarbeit aller Beteiligten.

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Alle Register zog die Kreisleitstelle am Samstag, um einen verletzten Radfahrer im Wald zu retten. Mit Erfolg – obwohl es eine besondere Herausforderung war: Denn weil der Einsatzort nicht genau bekannt war, mussten die Helferinnen und Helfer jede Menge Hebel und Unterstützung in Bewegung setzen.

Der Notruf

„Irgendwo zwischen der Obernau und Hohenroth im Wald – aber nicht auf dem normalen Fahrradweg“ sei ihr Radpartner gestürzt und brauche Hilfe: Die Frau, die sich in der Leitstelle meldete, schildert die Situation zwar gefasst; aber mit einer präzisen Ortsangabe kann sie nicht aufwarten.

Die ersten Schritte

Oberbrandmeisterin Manuela Rindt, die den Notruf entgegennimmt, weiß, was in einem solchen Fall zu tun ist. Umgehend alarmiert die erfahrene Leitstellendisponentin, parallel zu einem Blick auf die Karte, den zuständigen Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug der Rettungswache Netphen des Deutschen Roten Kreuzes. Da der Unfallort nur sehr grob bekannt ist, fordert die Leitstelle auch den Rettungshubschrauber Christoph 25 an, um aus der Luft zu unterstützen. Manuela Rindt nutzt auch ein in der Leitstelle neu eingeführtes System zur Ortung von Mobiltelefonen, das ein Handy sehr genau lokalisieren kann, wenn der Handybesitzer einen per SMS zugeschickten Bestätigungslink aktiviert und die Ortung freigibt. Leider ist der Unfallort so tief im Wald, dass das Handynetz nicht funktioniert und die Ortung nicht den erhofften Erfolg brachte.

Die Suche

Die begleitende Radfahrerin, die den Notruf abgesetzt hat, macht „einen super Job“, wie die Leitstelle betont. Sie fährt den mittlerweile eingetroffenen Rettungskräften entgegen, um ihnen den Weg zu zeigen. Der Hubschrauber, der die Unfallstelle, die sich unter dichten Bäumen im Wald befindet, trotz aller Mühen nicht weiter ausmachen kann, landet direkt neben dem Rundweg um die Obernau, sodass die Notärztin in den Rettungswagen umsteigen und mit diesem weiter in den Wald gelangt. Allerdings muss die Besatzung die letzten rund 800 Meter zu Fuß zurücklegen, da ein weiteres Durchkommen mit Fahrzeugen nicht möglich ist. Im Verlauf macht sich zudem ein Vertreter der örtlichen Waldgenossenschaft mit dem Fahrrad zur Einsatzstelle und bietet seine Ortskenntnis und Unterstützung an.

Die Rettung

Mit diesem Wissen alarmiert die Leitstelle, die an diesem Tag vom Dienstgruppenleiter Uwe Zimmermann koordiniert wird, auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen zur weiteren Unterstützung. Die Mannschaft des Löschfahrzeugs begibt sich ebenfalls zu Fuß in das unwegsame Gelände und erreicht den Patienten zügig. Mit vereinten Kräften aller Beteiligten wird der mittelschwer verletzte Patient zum bereitstehenden Rettungswagen getragen und anschließend mit dem Christoph 25 in ein nahe gelegenes Krankenhaus transportiert.

Das Fazit

„Schön zu sehen, wenn die „Rettungskette organisationsübergreifend so gut funktioniert und alle Zahnräder ineinandergreifen – auch wenn Handy und Funk mal nicht vollumfänglich funktionieren (können)“ resümiert die Leitstelle.

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