Mit der VR-Brille unter Tage

Beeindruckende Kulisse: Der „Tiefen Grundstollen Landeskrone“ kann bald im Museum bewundert werden.

Beeindruckende Kulisse: Der „Tiefen Grundstollen Landeskrone“ kann bald im Museum bewundert werden.

Foto: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Wilnsdorf.  Wilnsdorfer Museum erhält LEADER-Fördermittel: Die unterirdische Maschinenhalle Landeskrone soll mittels neuester Technik in den Fokus rücken.

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Dunkel, nass und sehr beschwerlich war der Weg, den ein wissenschaftliches Team vor drei Jahren nehmen musste, als es den „Tiefen Grundstollen Landeskrone“ bei Wilnsdorf erkunden wollte. In der Maschinenhalle des stillgelegten Bergwerks fauchte einst die erste unter Tage eingesetzte Dampfmaschine im Siegerland. Der seit Jahrzehnten verplombte Stollen wurde 2016 im Zuge der Bauarbeiten an der A45 geöffnet und Forschern des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, des Deutschen Bergbau-Museums Bochum und des Vereins für Siegerländer Bergbau zugänglich gemacht. Fast einen Kilometer weit mussten sich die Wissenschaftler durch Morast und teilweise brusthohes Wasser kämpfen, bevor sich ihnen die imposante Halle öffnete.

Besucher des Wilnsdorfer Museums werden diese industriehistorisch bedeutsame Stätte bald auf wesentlich angenehmere Art und Weise erkunden können, dank moderner 3D-Technologie und der finanziellen Förderung durch LEADER-Mittel.

Spektakuläre Erfahrung

„Die Forscher nahmen 2016 nicht nur Ausgrabungen vor, sondern fotografierten die architektonisch beeindruckende Maschinenhalle lückenlos“, sagt Museumsleiterin Dr. Corinna Nauck. „Aus diesen Aufnahmen werden wir ein virtuelles Modell der unterirdischen Anlage gestalten lassen, das unsere Besucher mithilfe einer VR-Brille sehen können, eine spektakuläre Erfahrung“, ist sich die Historikerin sicher. Es sei eine innovative Idee, die auch noch bestens zur bergbaugeprägten Region passt.

Das Projekt wird nun mit LEADER-Fördermitteln bedacht: Den Bescheid übergaben jetzt Roswitha Still, Vorsitzende des Regionalvereins LEADER-Region 3-Länder-Eck, und LEADER-Regionalmanagerin Annika Wolf im Beisein von Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler und Tourismusstellenleiterin Stefanie Wiegel an das Museum Wilnsdorf. Christa Schuppler teilte die Begeisterung der Museumsleiterin für das gesamte Projekt von der ersten Sekunde an: „Die Maschinenhalle Landeskrone wird Geschichte buchstäblich erlebbar machen, wie es seit jeher Motto des Museums Wilnsdorf ist“, sagt Schuppler. Und auch Wilnsdorfs Tourismusbeauftragte Stefanie Wiegel freut sich über die attraktive Ergänzung des kommunalen Angebots: „Dem Bergbau verdanken wir viele Sehenswürdigkeiten und einen Rundwanderweg, da fügt sich die Gelegenheit, eine unterirdische Maschinenhalle oberirdisch sichtbar zu machen, bestens ein“.

Naturkundliches Kabinett weicht

Um Platz für die virtuelle Maschinenhalle Landeskrone zu schaffen, wird das Naturkundliche Kabinett weichen, kündigt Dr. Nauck an. Stattdessen soll in diesem Raum die Atmosphäre der ziegelgemauerten unterirdischen Anlage wiedererweckt werden, mit entsprechender Wandgestaltung und einem authentischen Personentransportwagen aus dem Bergbau, in dem zwei Besucher Platz finden und mittels VR-Brillen die virtuelle Maschinenhalle besichtigen können. „Außerdem wollen wir in diesem Raum eine Mediathek einrichten, mit der nötigen technischen Ausstattung und Bildschirmen, um der Öffentlichkeit unser umfangreiches Foto- und Filmmaterial zugänglich machen zu können“, ergänzt die Historikerin.

Das Museum Wilnsdorf darf mit Genehmigung der Lizenzbesitzer sehenswerte historische Filme zum Bergbau und zum Haubergswesen zeigen, außerdem ist es im Besitz zahlreicher Super-8-Filme aus den 1950er bis 1970er Jahren, aufgenommen vom Wilnsdorfer Mineraliensammler und Bergbaufachmann Günther Jung und in den vergangenen Jahren komplett digitalisiert. „All diese filmischen und fotografischen Zeitzeugnisse konnten wir bisher nur eingeschränkt oder nach Ankündigung vorführen, in unserer nachgebauten Maschinenhalle werden sie allen Interessierten zu unseren Öffnungszeiten zur Verfügung stehen“, sagt Nauck.

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