Brandschutzbedarfsplan

Netphens Feuerwehr ist fit für den Ernstfall

 Übung der Netphener Feuerwehr: Die von der Stadt vorgegebenen Schutziele werden mehr als erreicht.

 Übung der Netphener Feuerwehr: Die von der Stadt vorgegebenen Schutziele werden mehr als erreicht.

Foto: Jürgen Schade

Netphen,  In acht Minuten ist die erste Hilfe da – diese Vorgabe wird meist eingehalten. Umzug der Rettungswache nach Deuz schafft Luft in Netphen.

In Sachen Brandschutz können sich die meisten Netphener sicher fühlen: 92,3 Prozent aller Einwohner können in weniger als acht Minuten von der Feuerwehr erreicht werden, wenn es brennt oder andere Hilfeleistung benötigt wird. Tatsächlich wurden die Schutzziele im vorigen Jahr in 77 beziehungsweise 82 Prozent der Einsätze erreicht.

Das bedeutet zum Beispiel, dass in der vorgegebenen Zeit zumindest eine erste Staffel mit sechs Feuerwehrleuten anrückt, die bei einem kritischen Wohnungsbrand mit Leitern bis ins zweite Obergeschoss vordringen kann, um Menschen zu retten. Damit werde die Vorgabe des Rates, das Schutzziel in 75 Prozent der Fälle einzuhalten, „vollumfänglich“ erreicht. Das geht aus dem Entwurf des Brandschutzbedarfsplans hervor, über den der Hauptausschuss am Dienstag, 25. Juni, berät.

Der Ernstfall

Das sind die konkreten Vorgaben, die die Feuerwehr sich selbst macht:

Wohnungsbrand in Deuz, Dreis-Tiefenbach und Netphen: Neun „Funktionen“ (gemeint sind Feuerwehrleute) in acht, 15 in 13 Minuten nach der Alarmierung mit zwei Löschfahrzeugen, Kommandowagen und Drehleiter. In den übrigen Ortsteilen sollen die ersten sechs nach zehn, die 15 nach 15 Minuten da sein.

Verkehrsunfall mit Menschenrettung: Außerhalb geschlossener Ortschaften soll nach zehn Minuten die erste 6er-Staffel da sein, nach 15 Minuten sollen 15 Einsatzkräfte eingetroffen sein.

Zwei „Schadensereignisse“ gleichzeitig: In 15 Minuten soll die erste Staffel mit einem Löschfahrzeug an jeder Einsatzstelle sein.

Die Gerätehäuser

„Problematisch“ sei die Situation vieler Feuerwehrgerätehäuser, die an die Anforderungen von Unfallverhütungsvorschriften angepasst werden müssen. Der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses und die Fusion der Löschgruppen im Siegtal erübrige bauliche Maßnahmen in Grissenbach und Nenkersdorf; in den Neubau investiert die Stadt eine Million Euro.

„Die Schaffung von nach Geschlechtern getrennten Umkleideräumen ist zwingend erforderlich.“ Entspannung erwartet die Feuerwehr am Standort Netphen, wenn die Rettungswache auszieht – sie soll, so der neue Bedarfsplan des Kreises, in Zukunft in Deuz angesiedelt sein. In Netphen wäre dann Platz für Umkleideräume für rund 120 Einsatzkräfte und auch für die Jugendfeuerwehr.

Die Fahrzeuge

Sieben Fahrzeuge aus dem Fuhrpark, das älteste mit dem Baujahr 2001, sollen bis 2024 ersetzt werden. Außerdem wird ein Fahrzeug für den Katastrophenschutz im Stadtgebiet stationiert, und das „Mittlere Löschfahrzeug“ in Grissenbach (Baujahr 2012), das 2021 durch ein Tanklöschfahrzeug ersetzt wird, wird dann nach Herzhausen verlegt.

Vorbeugung

36 „Sonderbauten“, darunter zehn Schulen, brauchen einen zweiten Rettungsweg, weil in der vorgegebenen Zeit nicht alle Personen über die Drehleiter aus dem Gebäude geholt werden können. Druck macht die Feuerwehr bei der Johannland-Grundschule in Hainchen. Das Gebäude werde nicht innerhalb von zehn Minuten von der Drehleiter erreicht. Dort seien „kurzfristige bauliche Maßnahmen notwendig“.

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