Diagnostik

Neues Brustzentrum in Siegen: Wartezeiten deutlich verkürzen

Michael Wörster, Dr. Rebecca Weis, Dr. Kristin Baumann, Dr. Heike Hebborn und Dr. Badrig Melekian (von links) vor dem Ambulanten Zentrum Albertus Magnus. Hier geht das neue Brustzentrum in Kürze in Betrieb..

Michael Wörster, Dr. Rebecca Weis, Dr. Kristin Baumann, Dr. Heike Hebborn und Dr. Badrig Melekian (von links) vor dem Ambulanten Zentrum Albertus Magnus. Hier geht das neue Brustzentrum in Kürze in Betrieb..

Foto: Hendrik Schulz

Siegen.  Moderne Geräte und erfahrene Spezialisten: Das St. Marien-Krankenhaus richtet ein neues Diagnostikzentrum zur Brustkrebsvorsorge in Siegen ein.

Das Marienkrankenhaus investiert in die Versorgung von Brustkrebspatientinnen: Im Ambulanten Zentrum Albertus Magnus an der Sandstraße wird ein neues Diagnostikzentrum aufgebaut, mit neuen Geräten und hoch spezialisiertem Personal. Ein Ziel des neuen Zentrums: „Die Patientinnen müssen nicht mehr von Pontius zu Pilatus geschickt werden“, sagt Chefarzt Dr. Badrig Melekian – weite Wege und lange Wartezeiten zwischen einzelnen Termin sollen der Vergangenheit angehören.

Das Zentrum

Das Marienkrankenhaus ist einer von drei Klinik-Standorten des seit 2006 zertifizierten Brustzentrums Siegen-Olpe (siehe Infobox). Bei der Diagnostik der Brust arbeiten die beiden Fachbereiche Gynäkologie (Frauenheilkunde) und Radiologie (Strahlenheilkunde) eng zusammen. In der neuen Diagnostik-Einheit arbeiten diese Disziplinen künftig eng zusammen, „Tür an Tür ermöglicht es uns und damit den Patientinnen, anders und schneller zu reagieren“, so Dr. Kristin Baumann. Das sei extrem wichtig für die Patientinnen – und Patienten. Die Leiterin der neuen Sektion ist vom Brustzentrum des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Lübeck nach Siegen gewechselt und Spezialistin unter anderem für plastische und rekonstruktive Chirurgie.

Marien Ambulant als zuständige Tochter der Mariengesellschaft investiert rund 300.000 Euro allein in ein neues Diagnostik-Modul, mit dem sich Schichtbildgebung und Vakuum-Biopsien durchführen lassen. Angeschafft werden auch Geräte für Ultraschalldiagnosik und MRT. „Ein Alleinstellungsmerkmal in Siegen“, sagt Baumann, die technischen Voraussetzungen im neuen Zentrum seien hervorragend.

Hauptinvestition sind vor allem die zusätzlichen Medizinerstellen: Neben Dr. Baumann sind auch Oberärztin Dr. Rebecca Weis, Radiologin Dr. Heike Hebborn, ihr Mann und Screening-Experte Dieter Hebborn sowie die spezialisierte Pflegefachkraft für Brustgesundheit (Breast care nurse) Petra Siegeler neu bei der Mariengesellschaft. „Alles personelle Glücksgriffe“, freut sich Wörster – das Team des Brustzentrums arbeite bereits nach kurzer Zeit hervorragend zusammen.

Die Abläufe

Radiologie und Gynäkologie arbeiten im Marienkrankenhaus natürlich bereits zusammen, sind aber räumlich und strukturell getrennte Einheiten. Zwischen mehreren Terminen, in die immer auch der niedergelassene Frauenarzt involviert ist, könne teils wochenlanges Warten liegen, es werde hin- und her überwiesen, Termine vereinbart. „Künftig werden wir das allermeiste an einem Tag klären können, ohne dass die Patienten wiederkommen müssen“, erklärt Chefarzt Melekian – Mammografie, Brustultraschall, mitunter MRT, minimalinvasive Gewebeprobe.

„Wir nehmen den niedergelassenen Gynäkologen keine Leistungen weg“, betont Michael Wörster, Geschäftsführer Marien Ambulant. Der Facharzt überweise nach wie vor an andere Spezialisten weiter – aber unter denen würden die Wege zum Wohle der Patientinnen verkürzt. „Wir bekommen eine Überweisung und können loslegen“, sagt Badrig Melekian – statt für jeden einzelnen Schritt neue Überweisungen beantragen zu müssen.

Die Neuerungen

Dr. Baumanns Tätigkeitsschwerpunkt in der der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie ermöglicht es, das gynäkologische Angebotsspektrum zu erweitern: Sie hat beispielsweise Erfahrung in der Technik der Sofortrekonstruktion, bei der während einer OP sowohl tumorbefallenes Brustdrüsengewebe entfernt als auch die Brust wieder aufgebaut und somit kosmetisch erhalten wird. Dafür sind meist mehrere Operationen notwendig – auch, weil es medizinisch sinnvoll sein kann –, künftig kann diese Technik bei mehr Patientinnen als bislang angewandt werden.

„Auch die Pigmentierung – Tätowierung – der Haut, wenn befallene Brustwarzen entfernt werden mussten, gehört in ärztliche Hand“, sagt Baumann.

Ebenfalls neu ist eine Kooperation mit der Uniklinik Köln, die eine Gendiagnostik in Siegen ermöglicht. Patientinnen mussten für eine Beratung und eine Blutprobe bislang nach Köln fahren – mit Überweisung, Terminabsprache, langer Anfahrt. Dr. Baumann und Dr. Weis haben eine Prüfung dazu absolviert, dürfen nun vor Ort Beratung anbieten und Blutproben nehmen.

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