Auseinandersetzung

Novita-Einrichtung: Christofferhaus-Betriebsrat tritt zurück

Das Christofferhaus in Siegen kommt weiter nicht zur Ruhe. (Archivbild)

Das Christofferhaus in Siegen kommt weiter nicht zur Ruhe. (Archivbild)

Foto: Florian Adam

Siegen.  Nächste Runde im Streit zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft Verdi: Das Seniorenheim am Häusling in Siegen hat keinen Betriebsrat mehr.

Nach der arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung um zwei Betriebsratsmitglieder des Christofferhauses und dem folgenden Streit zwischen Einrichtungs- und Geschäftsführung der Novita-Senioreneinrichtung und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist nun der Betriebsrat zurückgetreten.

Das Tischtuch zwischen den beiden Parteien scheint nun endgültig zerschnitten zu sein – Novita hatte gegen die Gewerkschaftsvertreter ein Hausverbot verhängt, Verdi eine einstweilige Verfügung dagegen verhängt. Novita konterte mit einem weiteren Hausverbot. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch kündigt an, auch dagegen gerichtlich vorgehen zu wollen. „Die öffentliche Handreichung hält das Unternehmen Novita mit ihrem Tun und Handeln nicht ein“, sagt Weiskirch. In einem offenen Brief hatten Geschäftsführer Christoph Hofmann und Einrichtungsleiterin Theresa Leake betont, auf Kooperation statt Konfrontation setzen zu wollen.

Rücktritt per Aushang am Schwarzen Brett

Nach der Betriebsratssitzung Anfang der Woche, für die Verdi die einstweilige Verfügung erwirkt hatte, sei per Anschlag am Betriebsratsbrett im Haus der Rücktritt des fünfköpfigen Gremiums bekanntgegeben worden, so Christoph Hofmann – „sehr ungewöhnlich“ sei das, auch weil Novita wiederum keine Zeit gehabt habe, dagegen wiederum gerichtlich vorzugehen.

Verdi habe zudem alle Verdi-Mitglieder innerhalb der Christofferhaus-Belegschaft zu einer Versammlung eingeladen, die Hofmann zufolge alle aus der Hauswirtschaft kämen, keiner aus der Pflege. Die nun ehemaligen Betriebsratsmitglieder auch nicht, so Hofmann weiter.

Verdi: Belegschaft ist gespalten

Das tägliche Miteinander im Haus sei schwierig, sagt Verdi-Geschäftsführer Weiskirch, die Belegschaft sei gespalten, es komme keine Ruhe in den Betrieb, daher rühre wohl auch der Rücktritt. Nach der Betriebsratssitzung habe man zum Tagesgeschäft übergehen wollen, stattdessen habe Novita ein neues Hausverbot ausgesprochen. „Wir sind in der Einrichtung sehr gut organisiert“, sagt Weiskirch, statt an einen Betriebsrat könnten sich Mitarbeiter nun jederzeit an Verdi wenden.

Das Angebot von Novita an die Mitarbeiter, die Einrichtung übernehmen zu können, halte er für unseriös, hier werde mit der Angst der Beschäftigten vor dem Jobverlust agiert. Offenbar sei die wirtschaftliche Lage des Christofferhauses nicht gut, die Geschäftsleitung lege dazu aber keine Zahlen vor.

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