Entwicklung

Projekt „Uni in die Stadt“ wird Siegen nachhaltig verändern

Teile des Karstadtgebäudes werden derzeit zu einem Hörsaalzentrum umgebaut. Wenn weitere Fakultäten in die Innenstadt umziehen, wird sich im Stadtbild noch einiges mehr verändern – zum Positiven, so die Stadt.

Teile des Karstadtgebäudes werden derzeit zu einem Hörsaalzentrum umgebaut. Wenn weitere Fakultäten in die Innenstadt umziehen, wird sich im Stadtbild noch einiges mehr verändern – zum Positiven, so die Stadt.

Foto: Hans Blossey

Siegen.  Städtebauliche Verträge für den Umzug weiterer Fakultäten ins Siegener Zentrum liegen vor. Die Verwaltung sieht großes Potenzial für die Stadt.

Für das Projekt „Uni in die Stadt“ liegen städtebauliche Verträge zu den Bebauungsplänen „Vordere Friedrichstraße“ und „Häutebachweg/Löhrtor“ vor. Diese stecken den Rahmen für den Umzug weiterer Fakultäten der Uni in die Innenstadt ab. Die Verwaltung geht in der Vorlage, die beginnend mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Stadthallen und Liegenschaften am 29. August in die politische Diskussion geht, von Positiv-Effekten für Siegen-Mitte aus. „Aufgrund des enormen öffentlichen Aufwertungspotenzials soll das gesamte Verfahren als Kooperationsprojekt zwischen Stadt und Universität durchgeführt werden“, heißt es es dazu in dem Papier.

Grundlage

„Die Universität Siegen befindet sich in einer Umstrukturierungsphase und möchte die Vielzahl der über die Stadt verteilten Einrichtungen auf die zwei Standorte, Haardter-Berg und die Innenstadt, konzentrieren“, leitet die Verwaltung ihre Ausführungen ein. Nach dem Einzug der Wirtschaftswissenschaften ins Untere Schloss nebst Nutzung des ehemaligen Stadtkrankenhauses und den noch laufenden Neubauten von Hörsälen im Karstadtgebäude und einer Mensa am Obergraben sollen zwei weitere Fakultäten ins Zentrum kommen. „Hierzu sind umfassende (städte)bauliche Maßnahmen in der Innenstadt erforderlich“, ist der Begründung weiter zu entnehmen. Da diese deutliche Auswirkungen auf das Stadtbild haben werden, sei eine Beteiligung von Politik und Verwaltung angemessen.

Größenordnung

Die Wirtschaftswissenschaften/Fakultät III hätten etwa 3000 Studentinnen und Studenten in die Innenstadt gebracht. Wenn Fakultät I/Philosophische Fakultät und Fakultät II/Bildung – Architektur – Künste folgen, sei langfristig mit 10.000 bis 12.000 der insgesamt prognostizierten 15.000 bis 17.000 Studentinnen und Studenten zu rechnen. Hinzu kämen Dozentinnen, Dozenten und weitere Beschäftigte. Die Bereiche, über die sich die neuen Campus-Areale schwerpunktmäßig verteilen sollen, sind die Vordere Friedrichstraße und das Gebiet Löhrtor/Häutebach – weshalb schon im vergangenen Jahr die Aufstellung der beiden entsprechenden Bebauungspläne beschlossen wurde.

Gangart

Vorgeschaltet werden soll ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb als Basis für die anschließenden Bebauungsplanverfahren. Die nun vorliegenden städtebaulichen Verträge, über die final der Rat am 25. September zu entscheiden hat, sind als so genannte Planungsvereinbarungen „die Grundlage für die geordnete Ausarbeitung der städtebaulichen Planungen im Verhältnis zwischen Vorhabenträger und Stadt“, wie in der Vorlage erklärt ist. Vor allem geht es dabei um die Durchführung des Verfahrens und die Kostenübernahme. Einigkeit herrscht laut dem Regelwerk zwischen Stadt und Uni, dass „zur Gewährleistung einer adäquaten städtebaulichen Qualität“ der Realisierungswettbewerb ein geeignetes Instrument sei. Die Stadt hat damit bereits bei Projekten wie „Siegen – Zu neuen Ufern“, „Rund um den Siegberg“ und der Grünanlage Herrengarten gute Erfahrungen gemacht. Im Idealfall könnte der Wettbewerb im ersten Quartal 2020 ausgelobt werden.

Gesamtperspektive

Die Dimensionen des Vorhabens sind komplex. Die Fakultäten werden sich der Planung zufolge vom Siegufer über das Untere Schloss und von der Friedrichstraße bis über das Löhrtor hinaus verteilen, wobei es gelte, die „Universitätsstandorte in das Stadtgefüge zu integrieren und sie miteinander zu verbinden“, unterstreicht die Verwaltung. In der Konsequenz sei davon auszugehen, „dass untergenutzte Flächen aktiviert, bestehende Strukturen vitalisiert und neue Bauflächen geschaffen werden“. Davon profitiere außer der Universität „insbesondere die Stadt Siegen“. Die Campusstrukturen würden eine Belebung bedeuten, „den öffentlichen Raum in der Innenstadt neu gestalten“ und die Verbindung von städtischem und studentischem Leben weiter stärken. „Insgesamt kann von einer städtebaulichen und funktionalen Qualitätssteigerung ausgegangen werden“, ist in der Vorlage zu lesen.

Geld

Grundsätzlich sei zwar der Vorhabenträger – in diesem Fall also die Uni – für die Kosten des Verfahrens zuständig. Wegen des Nutzens für die Stadt sei aber „eine entsprechend engagierte Begleitung des Prozesses sowie die Beteiligung an den Kosten“ angemessen. Die insgesamt rund 300.000 Euro für den Wettbewerb und die Bebauungsplanverfahren sollen 50/50 aufgeteilt werden. Im städtischen Haushalt seien für 2019 und 2020 bereits 150.000 Euro veranschlagt. „Sollten darüber hinaus weitere Mittel erforderlich werden, wird die Politik frühzeitig informiert“, heißt es abschließend.

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