Hyalomma

Siegen: Fleckfieber nach Stich von Riesenzecke bestätigt

Eine Hyalomma-Zecke hat aller Wahrscheinlichkeit nach Fleckfieber auf einen Menschen übertragen. Der Mann wurde daraufhin im Kreisklinikum Siegen behandelt. Es ist der erste nachgewiesene Fall dieser Art in Deutschland.

Eine Hyalomma-Zecke hat aller Wahrscheinlichkeit nach Fleckfieber auf einen Menschen übertragen. Der Mann wurde daraufhin im Kreisklinikum Siegen behandelt. Es ist der erste nachgewiesene Fall dieser Art in Deutschland.

Foto: Andrea Schnartendorff / dpa

Siegen.  Der Verdacht gilt als bestätigt: Der Mann, der im Kreisklinikum Siegen auf Fleckfieber behandelt wurde, wurde von einer Riesenzecke angesteckt.

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Die Fleckfieber-Infektion durch den Stich einer Riesenzecke, derentwegen ein Patient im Kreisklinikum behandelt wurde, scheint sich bestätigt zu haben. Wie der Kreis Siegen-Wittgenstein mitteilt, sei bei der Untersuchung der Zecke festgestellt worden, dass sie den Erreger in sich trug. Es sei daher „sehr wahrscheinlich, dass der Patient in Siegen von der Zecke mit dem Erreger angesteckt wurde“. Es wäre der erste nachgewiesene Fall dieser Art in Deutschland.

Das Kreisgesundheitsamt sei Anfang August informiert worden, dass der Mann nach dem Stich einer Riesenzecke (Hyalomma) wegen unklarer Beschwerden das Kreisklinikum aufgesucht hatte. Nach Abstimmung zwischen Klinikum und Kreisgesundheitsamt wurde der Patient stationär aufgenommen. Er hatte zuvor auf Eigeninitiative die Zecke an die Universität Hohenheim bei Stuttgart geschickt, die eine entsprechende Forschungsabteilung hat. Die Zecke wurde anschließend vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München untersucht.

Hyalomma wird in Deutschland heimisch

Nach Behandlung mit Antibiotika besserte sich der Zustand des Mannes. Er wurde zwischenzeitlich aus dem Krankenhaus entlassen. „Nach der bundesweiten Berichterstattung über diesen Fall erreichen das Kreisgesundheitsamt zahlreiche Anfragen“, teilt die Pressestelle des Kreises mit. Dabei gehe es unter anderem um eine Gefährdungseinschätzung und um Verhaltensregeln.

Hyalomma kommt hauptsächlich in Trocken- und Halbtrockengebieten in Afrika, Europa und Asien vor, weil diese Art eigentlich nicht in der Lage sein sollte, die mittel- und nordeuropäischen Winter zu überstehen. Dennoch müsse inzwischen davon ausgegangen werden, dass diese Riesenzecken künftig auch in Deutschland immer wieder auftreten, wie das Gesundheitsamt erläutert – dass sie „aber zurzeit deutlich seltener sind als die heimischen Zeckenarten, die auch Krankheitserreger wie Borreliose übertragen können“. Da die aus südlicheren Regionen stammenden Zecken deutlich größer sind, seien sie leicht zu erkennen.

Vorsicht in der Nähe von Pferden

Zum Schutz gelten die gleichen Verhaltenstipps wie für die einheimischen Zecken, so der Kreis: Im Freien, speziell in Wäldern und auf Wiesen, lange Hosen und langärmelige Hemden tragen und anschließend die Haut gezielt absuchen. Für die Riesenzecken scheine zudem nach aktuellem Kenntnisstand ein erhöhtes Risiko in Tierställen, insbesondere in Pferdeställen, zu bestehen.

Sollte jemand von einer Riesenzecke gestochen werden, sollte er diese möglichst rasch entfernen und idealerweise in einem geschlossenen Behältnis an die Uni Hohenheim schicken. Außerdem sollten Betroffene spätestens beim Auftreten von Beschwerden, die durchaus grippeähnlich sein können, einen Arzt aufsuchen und von dem Stich durch eine Riesenzecke berichten.

Alle Informationen auf z ecken.uni-hohenheim.de/zecken

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