2. Kamingespräch

Siegener Kliniken bauen weiter auf „Medizin neu denken“

Beim 2. Kamingespräch der „Allianz der Siegener Kliniken“ tauschen sich Krankenhaus-Geschäftsführungen und Vertreterinnen und Vertreter der Politik in der Wasserburg Hainchen aus.

Beim 2. Kamingespräch der „Allianz der Siegener Kliniken“ tauschen sich Krankenhaus-Geschäftsführungen und Vertreterinnen und Vertreter der Politik in der Wasserburg Hainchen aus.

Foto: DRK-Kinderklinik Siegen

Siegen/Hainchen.  Die „Allianz der Siegener Kliniken“ glaubt weiter an die Chance einer Medizinerausbildung in Siegen. Es ist eines der Themen beim Kamingespräch.

Das Projekt „Medizin neu denken“ ist „für uns nicht beerdigt, sondern wird in anderer Form weitergehen“. Das betonte Betram Müller, Geschäftsführer des Kreisklinikums Siegen, beim zweiten „Kamingespräch“, zu dem die „Allianz der Siegener Kliniken“ in die Wasserburg Hainchen eingeladen hatten, um über den aktuellen Entwicklungsstand des Zusammenschlusses zu informieren.

Der Wissenschaftsrat der nordrhein-westfälischen Landesregierung hatte im Oktober empfohlen, das Kooperationsprojekt der Universitäten Siegen und Bonn für eine Medizinerausbildung in der Region zu beenden – mit Verweis auf diverse Schwächen und Mängel. Auch die Siegener Krankenhäuser waren als Partner vorgesehen. Wie Betram Müller beim Kamingespräch, zu dem die Geschäftsführungen der DRK-Kinderklinik Siegen, des Kreisklinikums Siegen und der Marien Gesellschaft Siegen Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Politik eingeladen hatten, erläuterte, würden nach der negativen Bewertung durch den Wissenschaftsrat nun „strukturelle Veränderungen“ vorgenommen. So sollen zum Beispiel zukünftig verschiedene Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Universität Siegen und der Universität Bonn umgesetzt und Block-Praktika für Studierende angeboten werden.

In Siegen stärker im Verbund

Darüber hinaus ging es in der Wasserburg auch um die „aktuell größten Herausforderungen in der Krankenhauslandschaft“, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. „Mit der Zusammenarbeit unserer Kliniken wollen wir nicht nur den Forderungen der Politik nach einer Konzentration der Krankenhäuser nachkommen, sondern auch Herausforderungen auf dem Gesundheitsmarkt, beispielsweise dem Fachkräftemangel, zukünftig gemeinsam besser begegnen“, sagte Hans-Jürgen Winkelmann, Haupt- geschäftsführer der Marien Gesellschaft Siegen im Hinblick auf einen Verbund. Durch die Zusammenarbeit der drei Kliniken sollen die Patienten „von höherer Qualität, zusätzlichen Leistungen, medizinischer Spezialisierung und strukturierten Behandlungswegen profitieren“, heißt es weiter.

Großvorhaben gemeinsam stemmen

Die Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser nutzten den Abend aber auch zu einem Rückblick. „Seit dem letzten Kamingespräch im vergangenen Jahr hat sich innerhalb der Allianz einiges getan“, sagte Stefanie Wied, Geschäftsführerin der DRK-Kinderklinik. Seitdem seien gemeinsam viele Projekte erfolgreich umgesetzt worden, etwa das Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe Südwestfalen (BiGS) und die neue Zentralküche der Marien Gesellschaft Siegen und des Kreisklinikums Siegen. Außerdem laufe das Pilotprojekt „Kodrona“, bei dem erforscht wird, wie Drohnen den Transport von Blutproben über das Stadtgebiet hinweg sicherstellen können.

„In unserem BiGS werden über 400 Auszubildende auf Pflegeberufe vorbereitet. Etwa acht Millionen Euro wurden für dieses Erfolgsprojekt in die Hand genommen“, sagte Ingo Fölsing, Geschäftsführer des Kreisklinikums Siegen. Der Klinikservice mit der neuen Zentralküche als zweites Beispiel wurde mit zwölf Millionen Euro beziffert. Hier sorgen etwa 80 Beschäftigte dafür, dass täglich 6000 Mahlzeiten die Menschen in den Einrichtungen erreichen.

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