Forschung

Uni Siegen entwickelt App für Flüchtlinge und Ehrenamtliche

Projekt-Koordinator Helmut Hauptmeier (iSchool) und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Anne Weibert und Konstantin Aal (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien).

Foto: Universität Siegen

Projekt-Koordinator Helmut Hauptmeier (iSchool) und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Anne Weibert und Konstantin Aal (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien). Foto: Universität Siegen

Siegen.   Anwendung soll Migranten und Helfern Alltag erleichtern und betroffene Lebensbereiche miteinander verzahnen. Entwicklung mit Zielgruppe.

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Forscher der Uni Siegen sind an der Entwicklung einer digitalen Plattform für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer beteiligt. Zusammen mit der „iSchool“ und dem Düsseldorfer Unternehmen „appcom interactive GmbH“ arbeitet der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an dem Projekt „Nett-Werkzeug“, das von der Leitmarktagentur NRW mit mehr als 1 Million Euro gefördert wird.

Auf einer Stadtkarte sind zahlreiche Punkte mit blauen Fähnchen markiert: Darunter das Rathaus, Supermärkte, eine Food-Sharing-Stelle – und der türkische Metzger. Orte, die für Flüchtlinge wichtig sind, um in einer für sie fremden Stadt ihren Alltag zu organisieren. Das Besondere: Die Karte wurde von Menschen mit Fluchtgeschichte erstellt. „Sie kennen die eigenen Bedürfnisse ja selbst am besten“, sagt Konstantin Aal, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Siegener Instituts.

Helfer koordinieren Aktionen

„Die von Flüchtlingen erstellte Stadtkarte ist nur ein Element der geplanten Plattform“, so Projekt-Koordinator Dr. Helmut Hauptmeier (iSchool). Er und sein Team möchten die unterschiedlichen Bedürfnisse von Flüchtlingen, ehrenamtlichen Helfern, Organisationen und Kommunen sammeln und bündeln. Wichtige Fragen besonders zu Anfang drehen sich um Wohnung, Sprachkurs Kleidung oder Möbel. Helfer sollen daher über die Plattform unkompliziert Aktionen koordinieren können, über einen Dolmetscher-Pool könnten Flüchtlinge und Übersetzer zusammenfinden.

Auch Einzelpersonen können die App nutzen: Wer ein Fahrrad spenden möchte, kann schnell herausfinden, wo es gebraucht wird und wo man es abgeben kann, erklärt Projektmitarbeiterin Anne Weibert.

Hilfe bei der Integration

Außerdem soll das „Nett-Werkzeug“ bei der Integration helfen: Fußball-Vereine finden, Kindern finanzierbare Hobbys anbieten, Kontakte zur Dorfgemeinschaft, Deutsch weiter verbessern – Anbieter und Anlaufstellen könnten hier vermittelt werden.

Entwickelt wird die Anwendung in enger Abstimmung mit der Zielgruppe, um die Angebote bestmöglich zuschneiden zu können.

„Dass Werkzeug soll Mehrwert bieten – für Flüchtlinge, Organisationen, Kommunen – und für Ehrenamtliche, deren wichtige Arbeit wir erleichtern und unterstützen möchten“, so Projektleiter Hauptmeier.

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