Bildung

Universität Siegen setzt dauerhaft auf E-Klausuren

Als die derzeit besten Räume für E-Klausuren haben sich während der Pilotphase das Audimax und die Sporthalle erwiesen.

Als die derzeit besten Räume für E-Klausuren haben sich während der Pilotphase das Audimax und die Sporthalle erwiesen.

Foto: Uni Siegen

Siegen.   Prüfungen von Studenten am Laptop haben sich in der vierjährigen Pilotphase bewährt. Verfahren soll auf weitere Fachgebiete ausgeweitet werden.

Die Universität Siegen wird dauerhaft E-Klausuren einsetzen. Das hat das Rektorat nach der Pilotphase entschieden: In den vergangenen vier Jahren haben 22.000 Studenten ihre Klausuren auf Laptops statt auf Papier abgelegt.

„E-Klausuren sind mehr als nur Multiple-Choice-Fragen am PC“, sagt Marc Sauer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Siegen. Er koordiniert die E-Klausuren und unterstützt Dozenten bei der Planung und Umsetzung. Dabei sind auch Freitext- und so genannte Multimedia-Aufgaben möglich.

Läuft schon

In vielen Studienbereichen gibt es die E-Klausuren an der Uni Siegen schon: Von Wirtschaftsrecht über Germanistik und Psychologie bis zu den Wirtschaftswissenschaften. In einigen Bereichen finden mittlerweile sogar fast ausschließlich Prüfungen in digitaler Form statt: Die Medienwissenschaft und das Zentrum für ökonomische Bildung in Siegen (ZöBiS) sind Vorreiter.

Läuft an

Maschinenbau und Informatik starten gerade mit den E-Klausuren. „In naturwissenschaftlichen Fächern ist es manchmal etwas schwieriger, da man Aufgaben nicht unbedingt eins zu eins vom Papier ins Digitale übertragen kann“, erklärt Sauer. Das müsse aber in den meisten Fällen gar nicht unbedingt sein. „Man kann pauschal nie sagen, dass eine E-Klausur für gewisse Bereiche nicht möglich ist.“

Läuft noch

In einigen naturwissenschaftlichen Bereichen wird die Software zunächst in Übungsklausuren getestet. In Zukunft soll es kleine Forschungsprojekte geben, in denen Teams von Dozenten die genauen Anforderungen an Aufgabenformate stellen. Sauer sucht dazu gerade Partner, zum Beispiel aus den Bereichen Informatik, Mathematik oder Maschinenbau.

Läuft gut

Allein im vergangenen akademischen Jahr haben 30 Lehrende die Möglichkeit genutzt und digitale Klausuren gestellt. „Unsere Zahlen sind sehr gut, auch im Vergleich zu anderen Hochschulen in NRW“, sagt Sauer. Weder in der Pilotphase noch danach entstehen Kosten für einzelne Lehrstühle. Alle Kosten werden vom Rektorat übernommen. Die Software für die E-Klausuren wird laufend verbessert. „Alle Kinderkrankheiten sind vom Tisch“, versichert der Experte. Nachmeldungen zu Prüfungen zum Beispiel sind jetzt technisch viel einfacher möglich als noch am Anfang der Pilotphase.

Läuft besser

Für Dozenten habe das digitale Prüfungssystem viele Vorteile. Der offensichtlichste sei, dass sie keine unleserlichen Schriften mehr entziffern müssten, sagt Sauer. Aber das System bietet weitere Services: Automatisiert gibt es Statistiken zur Prüfung und zu einzelnen Aufgaben aus. Damit können Prüfer zum Beispiel den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe erkennen.

Läuft nicht

Wer annimmt, er könnte während der Prüfung die Antworten googeln, irrt sich: Die Laptops sind nur für die Prüfungssoftware nutzbar.

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