Justiz

Vergewaltigung in Siegen? Staatsanwältin fordert Haft

Die Urteile sind für kommende Woche vorgesehen.

Die Urteile sind für kommende Woche vorgesehen.

Foto: Oliver MÜLLER

Plädoyers im Prozess um Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung einer 14-Jährigen. Rechtsanwälte plädieren auf Freispruch.

Siegen. Staatsanwältin Katharina Burchert sieht die Anklage gegen zwei Syrer wegen einer vollendeten und einer versuchten Vergewaltigung einer Minderjährigen nach der Beweisaufnahme bestätigt. Sie fordert Haftstrafen – mit Bewährung – gegen beide junge Männer. Die Verteidiger kontern einmütig mit Anträgen auf Freispruch. Wenngleich in bemerkenswert unterschiedlicher Rhetorik.

Für die Anklagevertreterin sind die Einlassungen der Angeklagten durch die für sie glaubwürdige und konstante Aussage des mutmaßlichen Opfers widerlegt. Sie beantragt gegen den damals 15-jährigen angeblichen Haupttäter T. ein Jahr und zehn Monate Jugendstrafe mit Bewährung, dazu eine sechsmonatige Betreuungsweisung, wie zuvor von der Vertreterin der Jugendgerichtshilfe empfohlen worden war.

Mangelnder Respekt gegenüber Frauen

Diese hatte auf den mangelnden Respekt des T. gegenüber deutschen Frauen verwiesen, der in solchen Maßnahmen thematisiert werden könne. Der zweite Beschuldigte A. soll nach Vorstellung der Staatsanwältin für eine versuchte Vergewaltigung zehn Monate Haft auf Bewährung bekommen, dazu 120 Sozialstunden.

Nebenklagevertreterin Katharina Batz wird anschließend emotional und deutlich. Das Verhalten beider Angeklagter sei absolut nicht akzeptabel, unter aller Vorstellung.

„Man kann das alles auch ganz anders sehen“, kontert Anwalt Henning Klein für den jüngeren Angeklagten und thematisiert ausdrücklich dessen Jugendlichkeit. Es gebe keine Hinweise auf Gewalt, eine sehr späte Anzeige und auch sonst genug Umstände, um einen Freispruch für seinen Mandanten zu fordern. Der schließt sich später an.

Urteil für kommende Woche angekündigt

Anwältin Petra Heinrich beantragt im Anschluss gleichfalls einen Freispruch, macht aber davor ihre Sympathien für das Mädchen überdeutlich. Das Urteil ist für den kommenden Dienstag, 24. September, 13 Uhr angekündigt.

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