Konzert

Wiener Gala im Siegener Apollo

Der  Dirigent und seine Musiker. Nabil Shehata ist mit den Leistungen seiner Solisten und des Orchesters  sichtlich zufrieden. Das Publikum jubelt dazu.

Der Dirigent und seine Musiker. Nabil Shehata ist mit den Leistungen seiner Solisten und des Orchesters sichtlich zufrieden. Das Publikum jubelt dazu.

Foto: Michael Kunz

Siegen.  Zum ersten Mal dirigiert Nabil Shehata als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen im Siegener Apollo die Galas der Wiener Klassik.

Gerade einmal etwas mehr als ein Vierteljahr ist er jetzt im Amt, der neue Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen. Aber das Verhältnis zum Siegener Publikum wirkt deutlich vertrauter, so, als wäre der Mann mit dem Taktstock seit Jahren auf der Bühne des Apollo daheim. Nabil Shehata führt seine Musiker souverän durch den ersten Abend der „Gala der Wiener Klassik“, findet zur Begrüßung auch noch Gelegenheit, seine Fähigkeiten als Entertainer unter Beweis zu stellen.

Schubert

Dann wird es ernst, buchstäblich dramatisch, mit den ersten Klängen einer Schubert-Komposition, die der Meister gleich zweimal als Ouvertüre einsetzte. Beide Male mit wenig Erfolg, da sowohl die Oper „Die Zauberharfe“ ein Misserfolg wurde wie auch später das Schauspiel „Rosamunde, Fürstin von Zypern“. Was aber erwiesenermaßen an den Libretti gelegen hat, mit Sicherheit nicht an der Musik. Die geht nach dem düsteren Auftakt schnell in leichtere und zum Teil beschwingte Teile über und macht heute noch so viel Vergnügen, wie das zu Lebzeiten des Komponisten und kurz danach gewesen sein muss. Ein guter Auftakt für diesen Abend mit Musik dreier „Großer“, die ihre Spuren in der Stadt an der Donau hinterlassen haben.

Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart ist gleich zwei Mal vertreten an diesem Freitag und Samstag, zunächst mit den drei Sätzen der Sinfonia Concertante Es-Dur KV 297B. Hier muss sich der Dirigent den donnernden Applaus mit den vier Solisten teilen, die den besonderen Aspekt des Werkes hervorheben, das symphonische Elemente mit denen eines Solokonzertes verbindet. Klarinettistin Lea Kristina Baerthold, Luciano Cruz (Oboe), Lisa Erchinger am Horn sowie Susumu Takahashi am Fagott machen ihre Sache überaus gut, gehören übrigens alle vier zum Orchester und bekommen am Schluss des ersten Teils nicht nur die lautstarke Zuneigung des Publikums, sondern auch den herzlichen Beifall ihres Chefdirigenten.

Der darf dann mit seinen Musikern nach der Pause nach diesem Werk von 1778 auch noch Mozarts letzte symphonische Komposition überhaupt, die Sinfonie Nr. 41 C-Dur, auf die Bühne bringen, die im Köchelverzeichnis unter dem Stichwort „Jupiter“ zu finden ist und als „Dreigestirn“ mit den Sinfonien KV 543 und 550 den Höhepunkt im symphonischen Schaffen des großen Komponisten bildet. Sie entstand 1788 in Wien, drei Jahre vor Mozarts Ableben.

Beethoven

Dazwischen wird es noch einmal dramatisch und teils düster, mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre zum Trauerspiel „Coriolan“: die Geschichte eines römischen Patriziers, der aus der Heimat verbannt wird, auf Rache sinnt und schließlich nur durch das Flehen seiner Mutter vom falschen Wege ablässt - um schließlich den Ausweg im Freitod zu finden. Gerade dieser Konflikt zwischen Sohn und Mutter wird in der Musik thematisiert, die zwischen großer Dramatik und stilleren Passagen mäandert, das Auf und Ab bis zum bitteren Finale in Töne fasst.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Siegerland gibt es hier.

Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben