Ehrenamt

Höchste Anerkennung für DRK-Rettungshundestaffel Sprockhövel

Die Rettungshundestaffel:  Iris Mörs, Lutz Heuser (DRK-OV-Vorsitzender), Hariet Walle, Staffelführer André Engelbert, Marc Friedrich und Moslyne Widdra (v.l.) mit ihren bestens ausgebildeten Hunden.

Die Rettungshundestaffel: Iris Mörs, Lutz Heuser (DRK-OV-Vorsitzender), Hariet Walle, Staffelführer André Engelbert, Marc Friedrich und Moslyne Widdra (v.l.) mit ihren bestens ausgebildeten Hunden.

Foto: Jürgen Theobald

Sprockhövel.   Das Engagement in der Rettungshundestaffel des DRK Sprockhövel stellt hohe Anforderungen an Mensch und Tier. 60 Stunden pro Monat trainieren sie.

Wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, ist reibungslose Koordination und schnelles Handeln gefragt. „Verwirrte Person in Sprockhöveler Wald“ könnte eine Alarmierung des DRK-Landesverbandes in Münster lauten, die den Leiter der DRK-Rettungshundestaffel Sprockhövel, André Engelbert, erreicht. Eine etwas genauere Angabe gibt der flugs über SMS an seine Hundeführerinnen Moslyne Widdra, Iris Mörs und Hariet Walle weiter. „Wenn wir nicht gerade beruflich abgelenkt sind, reagieren wir sofort und steuern mit unseren Hunden sofort den vorgegebenen Einsatzort an“, berichtet Moslyne Widdra. In der Regel kennt ihr Boxermischling Linus die Örtlichkeiten nicht, wo er aus dem Auto geholt wird. Doch den Auftrag hat er in endlosen Trainingseinheiten verinnerlicht: Person suchen!

Wo immer die verwirrte, verletzte oder suizidgefährdete Person liegt oder sitzt, in welchem gesundheitlichen Zustand sie auch immer ist, der Rettungshund des DRK findet sie. Damit Hund und Hundeführer den Job in der Hundestaffel professionell ausüben können, brauchen sie ausgiebiges Training. Moslyne Widdra etwa ist seit zehn Jahren Hundeführerin. „Die erste Motivation bei mir war, etwas Sinnvolles mit dem Hund zu tun“, erinnert sie sich. Und, das betonen auch die Vereinskameradinnen Iris Mörs und Hariet Walle, „wir wollen Leben retten!“

Andere Geländetypen gesucht

Die Anforderungen an Mensch und Tier sind hoch. Rund 60 Stunden im Monat muss zu Trainingseinheiten kommen, wer am Ende die Prüfung zum Rettungshundeführer bestehen will. Das dauert etwa zwei bis drei Jahre. Und auch an den Hund werden Erwartungen gerichtet: „Die Rasse ist grundsätzlich unwichtig, das Tier sollte jedoch nicht zu groß oder zu klein sein“, sagt Iris Mörs. Am besten sei der Hund bei Ausbildungsbeginn nicht älter als vier Jahre. Sein Charakter sollte nicht zu hitzig, er sollte eher gut sozialisiert und ausgeglichen sein. „Am Ende habe ich festgestellt, dass die Aufgabe eines Rettungshundes meine beiden Hunde Linus und Oskar positiv verändert haben“, berichtet Moslyne Widdra. Erst vor wenigen Jahren wurde die Rettungshundestaffel in Sprockhövel gegründet; sie ist gleichsam noch im Aufbau begriffen.Der DRK-Ortsverein Sprockhövel verfügt über vier Hundeführer mit insgesamt sechs Hunden, einen noch in Ausbildung befindlichen Anwärter und einen Interessierten, der sich von diesem besonderen Ehrenamt noch einen Eindruck verschaffen möchte. „Gerne möchten wir Interessierte ermuntern, sich bei uns zu melden, wenn sie die Ausbildung absolvieren möchten“, sagt Marc Friedrich, Dienststellenleiter des DRK-Ortsvereins.

Geübt wird auf dem Gelände des Boxer-Clubs Hattingen an der Sprockhöveler Straße. „Es wäre aber sinnvoll, wenn wir bei den Übeorten mehr Abwechslung hätten“, sagt Staffelleiter André Engelbert. Ein größeres geschlossenes Waldgebiet oder auch ein Hausrohbau böten neue Bedingungen und würden bei Hund und Hundeführer mehr Flexibilität erzeugen.

Boxermischling Linus hat gerade eben eine Trainingseinheit erfolgreich beendet. Von Moslyne Widdra bekommt er dafür Anerkennung. Sie ist glücklich mit ihrem Ehrenamt, der verantwortungsvollen Aufgabe, „auch wenn gar nicht daran zu denken ist, dass mein Arbeitgeber mich dafür im Ernstfall freistellt.“ „Rettungshundestaffeln genießen bei den Hilfsorganisationen höchste Anerkennung“, sagt Lutz Heuser, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Sprockhövel. Na immerhin, das ist doch auch was.

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