Jugend musiziert

Sprockhövel: David Nüschen glänzt bei Jugendwettbewerb

David Nüschen (12) bereitet sich jetzt auf den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ vor.

David Nüschen (12) bereitet sich jetzt auf den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ vor.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Der zwölfjährige David Nüschen aus Sprockhövel hat sich beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ durchgesetzt. Jetzt spielt er auf Landesebene.

Manch einer bereitet sich ein halbes Jahr auf Wettbewerbe wie „Jugend musiziert“ vor. Schließlich will man vor der Experten-Jury zeigen, dass man sein Instrument beherrscht, die klassischen Stücke mit Leben füllen kann. Der Sprockhöveler David Nüschen (12) nimmt seit sechs Jahren Klavierunterricht. Eine halbe Stunde pro Woche studiert mit seiner Musiklehrerin Kaung-Ae Lee neue Lieder ein.

Im Oktober 2019 schlug sie vor, dass David sein Können bei „Jugend musiziert“ zeigen soll. „Wir haben das in der Familie besprochen“, erinnert sich David. Noch drei Monate wären es bis zum Regionalwettbewerb. Auf mehr Klavierunterricht und Übungsstunden daheim müsste sich David einlassen. Der Zwölfjährige nimmt die Herausforderung an.

Auch drei Monate Vorbereitungszeit haben ihn offenbar nicht gestresst

Zwei Stunden Unterricht hat er nun in der Woche, um drei Stücke, die beim Wettbewerb verlangt werden, zu lernen. „Mit dem letzten Stück fing er sogar erst nach Weihnachten an“, erinnert sich Vater Karl Josef Nüschen. „Da dachte ich aber auch, das ist ganz schön sportlich.“

David schmunzelt. Auch die drei Monate Vorbereitungszeit haben ihn offenbar nicht gestresst. „Was ich so faszinierend finde ist, dass David die Stücke zwar mit Notenlesen einstudiert, sobald er sie aber auswendig kann, spielt er ohne Notenblätter“, erzählt Vater Nüschen. Er selbst spielt Klavier und Orgel – aber auswendig, wie sein Sohn, das könne er nicht. Für David indes scheint es das natürlichste der Welt zu sein, Stücke im Kopf abzuspeichern. Da er auch im Schwelmer Theaterensemble Flick-Flack spielt, fällt ihm Auswendiglernen offenbar leicht.

23 Punkte gab ihm die Jury

Ein etwa dreizehn-minütiges Programm präsentierte David am 26. Januar in der Altersgruppe III auf der Bühne. Die Stücke suchte Klavierlehrerin Lee aus. „Besonders überrascht waren die Juroren von dem Stück von Baldassare Galuppi“, erzählt Karl Josef Nüschen. Die Sonate Nr. 5 in C-Dur, 1. Andante werde nicht sehr häufig im Wettbewerb gespielt. Umso begeisterter seien die Juroren nach Davids Spiel gewesen.

Erst am Ende des Tages erfuhren David und alle Mitgereisten, wie gut er tatsächlich abgeschnitten hatte. 23 Punkte gab ihm die Jury. Damit erreichte er den ersten Platz in seiner Altersgruppe und wurde in den Landeswettbewerb weitergeleitet. Der findet zwischen dem 20. und 24. März in Essen statt. Das bedeutet für David wieder zwei Stunden die Woche Klavierunterricht und tägliches Üben am heimischen Klavier.

Privat hört und spielt David gerne Popsongs

Auf Empfehlung der Juroren wird David das letzte Stück seines Programms gegen ein anderes austauschen. Er wird also noch ein weiteres Stück auswendig lernen. Sorgen macht er sich deswegen nicht.

Privat hört und spielt David gerne Popsongs. „Vor allem solche, wo man den Rhythmus fühlt. Die kann ich schneller interpretieren.“ So wird das heimische Wohnzimmer nicht bloß mit Klängen von Beethoven, sondern auch von Coldplay oder Lewis Capaldi gefüllt.

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